Drei kleine SUVs im Vergleich

Seat Arona, Skoda Kamiq, VW T-Cross: Test

Skoda Kamiq im Bruderzwist

Gleiche Basis, mehr draus gemacht: Der Skoda Kamiq trifft auf seine Brüder Seat Arona und VW T-Cross. Alle drei treten als 1.0 TSI zum Vergleich an.
Platz 1 mit 543 von 750 Punkten: Skoda Kamiq 1.0 TSI. Ein sehr runder und angenehmer Typ, kaum Schwächen. Basispreis: 18.290 Euro. (Ersparnis bei carwow.de bis zu 4644 Euro.)
Platz 2 mit 529 von 750 Punkten: VW T-Cross 1.0 TSI. Starker Auftritt, aber teurer und nicht so fein wie der Skoda. Basispreis: 18.695 Euro. (Ersparnis bei carwow.de bis zu 5430 Euro.)
Platz 3 mit 520 von 750 Punkten: Seat Arona 1.0 TSI. Immer noch attraktiv, aber etwas in die Jahre gekommen. Basispreis: 16.790 Euro. (Ersparnis bei carwow.de bis zu 6302 Euro.)
Wenn drei das Gleiche tun, kommt noch lange nicht dasselbe dabei heraus. Und genau deshalb besitzt dieser Vergleich auch einen ganz besonderen Reiz. In den Hauptrollen sehen wir die jeweils kleinsten SUVs der drei Schwestermarken Seat, VW und Skoda, alle auf MQB-A0. In dieser Reihenfolge rollte das trendige Trio auch auf unsere Straßen. Bereits im November 2017 durften wir den Seat Arona begrüßen, im April 2019 gesellte sich der VW T-Cross dazu, und seit September macht der Skoda Kamiq die kleinen Volks-SUVs komplett.

Unter der Haube steckt bei allen der gleiche Motor

Arona, Kamiq und T-Cross teilen sich die technische Plattform und treten hier alle als 1.0 TSI an.

Für unseren Test treten alle drei handgeschaltet, mit 115 PS aus einem Einliter-Dreizylinder und fein herausgeputzt an. Wolfsburger Einheitsbrei wird dennoch nicht serviert, ganz im Gegenteil. Der Kamiq macht sich mit 4,24 Metern mächtig lang, überragt sogar den eine halbe Klasse höher angesiedelten VW T-Roc um einen Zentimeter. Auf den Arona macht das dann 10, auf den T-Cross 13 Zentimeter Vorsprung. Und die lassen sich auch innen wiederfinden. Es reicht gegenüber dem VW zwar nicht zu mehr Punkten, wohl aber zu einem entspannteren Raumerlebnis. Vorn geht es bei beiden luftig zu, der wesentliche Unterschied liegt in der Sitzhöhe. Und da gefallen uns die 58 Zentimeter des etwas flacheren Kamiq einfach besser als die 63 Zentimeter beim T-Cross. Kleine Fahrer müssen da schon fast aufsteigen. Und fühlen sich beim Kamiq irgendwie besser ins Auto integriert. Hinten spielt der Tscheche dann seine zehn Zentimeter zusätzlichen Radstand aus. Bei gleich eingestellten Vordersitzen bleiben der Kamiq-Besatzung 15 Millimeter mehr Knieraum. Klingt nicht viel, lässt große Gäste aber durchaus durchatmen.

Der Arbeitsplatz des T-Cross wirkt wenig edel

VW T-Cross (2019)

So fährt der neue VW T-Cross

Auch beim Umzug sorgt der Kamiq für fröhliche Gesichter. Maximal 1395 Liter passen ins Heck – rund 100 Liter mehr als bei VW und Seat. Im Gegenzug punktet der T-Cross mit der besten Fondbank. Das Polster rückt im VW fast fünf Zentimeter weiter vom Boden weg, sodass wir weniger froschig im Fond hocken. Der Arona gibt hier das Fahrerauto. Vorn geht das Platzangebot in Ordnung, liegt auf Augenhöhe mit Kamiq und T-Cross. Hinten stoßen wir allerdings früher an die Sitzlehnen, vermittelt die ansteigende Fensterlinie wenig Großzügigkeit. Beim Blick ins Cockpit staunen wird dann nicht schlecht. Hat hier wer die Rollen vertauscht? Mit weich aufgeschäumten Kunststoffen und tollem Navi-Display (Amundsen, inklusive digitalen Instrumenten ab 1190 Euro) schmeichelt sich der Skoda in unsere Herzen und gibt das feine Vorzeige-SUV. Der VW trägt dagegen auch obenrum ungeniert hartes, kratzempfindliches Plastik. Das finden wir auch im Seat, der neben den Klimareglern (wie seine Brüder) den Monitor in der Mitte zu tief platziert und Staus nur über TMC serviert. Ist halt schon Jahrgang 2017, der Spanier. Bei den Fahrleistungen unterscheiden sich die drei SUV-Minis fast gar nicht. Der kürzer übersetzte Seat fährt beim Vollgasritt auf der Autobahn hinterher, liegt dafür beim Überholen ganz vorn, am Ende bieten alle drei aber ausreichend Temperament und drehen willig auch in die 6000er-Region. Wobei der Kamiq auffällig leise bleibt – den leicht knurrigen Dreizylinder haben die Tschechen richtig gut verpackt.

Den Kamiq haben sie bei Skoda sauber abgestimmt

Skoda Kamiq (2019): Neuvorstellung - Test - SUV - Infos

So fährt der Skoda Kamiq

Großes Lob auch an die Fahrwerks-Feintuner bei Skoda. Federn und Dämpfer schnupfen fast alle Art von Fahrbahnfehlern lässig weg, das moderate Sportfahrwerk (430 Euro) sorgt für stabile und schaukelfreie Fahrt. Der VW (wie Seat auf 18 Zoll) reicht Kanten und Kuhlen direkter weiter, der Arona poltert vor allem mit den Vorderrädern recht unbeholfen gegen Absätze. Nur beim Bremsen müssen die Tschechen noch nachsitzen. Mit 36,4 Metern als Mittelwert aus Tempo 100 steht er später als Seat (36,0 Meter) und VW (35,6 Meter). Die Einstiegspreise um 20.000 Euro müssen Sie leider wieder vergessen. Im Test-Trimm ist der Arona mit 24.580 Euro der Günstigste, der T-Cross mit 27.090 Euro am teuersten. Der Kamiq liegt mit 26.400 Euro in der goldenen Mitte – und glänzt mit dem besten Wiederverkauf. Was alle gleich schlecht machen: jährliche Wartung, nur zwei Jahre Garantie – das können alle drei gern ändern.
Das Fazit von Gerald Czajka: "Der Kamiq überzeugt mit alltagstauglichem Format, tollem Komfort und kleinen Preisen. VW und Seat können ihm nicht ganz folgen – gehören aber dennoch zu den empfehlenswerten Typen in dieser Klasse."

Drei kleine SUVs im Vergleich

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