Seat Mó E-Kickscooter 65: E-Scooter im Test

Das ist der erste E-Scooter von Seat!

AUTO BILD hatte den neuen Seat Mó E-Kickscooter 65 im Test. Die Fahrleistung kann überzeugen, allerdings gibt es ein Manko, das stark ins Gewicht fällt.
Auf den ersten Blick macht der Seat Mó E-Kickscooter 65 erst einmal Eindruck – und zwar nicht nur, weil er mit seiner knallroten Farbe ein echter Blickfang ist, sondern auch aufgrund seiner hochwertigen Verarbeitung. Wer genau hinsieht, erkennt: Der Scooter ist nahezu baugleich mit dem Ninebot KickScooter MAX G30D von Segway. Das verrät nicht zuletzt ein kleiner "Powered by Segway"-Sticker am Roller. Und wie der Ninebot bietet auch der Seat Mo Scooter eine beachtliche Reichweite von 65 Kilometern. Ob der E-Scooter aber auch den gleichen Preis von 799 Euro haben wird, ist noch nicht raus. Denn Seat plant zunächst den Scooter in einem Abo-Modell auf den Markt zu bringen. Dort kann er dann vermutlich Wochen- oder Monatsweise im Rahmen des Sharing-Dienstes Seat Mó gemietet werden. Hier geht's direkt zur Zusammenfassung
E-Scooter mit Zulassung

Metz Moover

Preis*: 1575,27 Euro

Moovi StVO

Preis*: 511,39 Euro

Trittbrett Kalle

Preis': 497,50 Euro

Fischer ioco 1.0

Preis*: 515,66 Euro

Trekstor e.Gear EG31

Preise*: ab 379,00 Euro

*Preise: Stand 22.09.2020

Seat Mó E-Kickscooter 65 im Test

Fahren: Zum Start benötigt der Scooter einen kleinen "Kick" auf sechs km/h, erst dann lässt sich der E-Motor zuschalten. Der bringt den Seat Mó auf eine Höchstgeschwindigkeit von exakt 20 km/h. Allerdings baut er die Geschwindigkeit vergleichsweise langsam auf – für die letzten zwei km/h braucht er selbst im Sportmodus einen kleinen Augenblick. Wer zügig vorankommen will, sollte dabei im Sportmodus bleiben, denn nur in diesem Modus ist man zumindest annähernd sportlich unterwegs. Die Modi "Drive" und "Eco" beschleunigen etwas langsamer. Sie sind nützlich, wenn viel los ist und man die 20 km/h nicht ausreizen kann. Die Reichweite gibt Seat mit 65 Kilometern an – wir haben es im Test nicht geschafft, den Scooter an seine Grenze zu treiben. Für die Last Mile ist das fast schon zu viel – ein kleinerer Akku zugunsten des Gewichts (siehe weiter unten), würde dem Seat Scooter gut tun. Angesichts eines möglichen Einsatzes im Sharing-Programm, ist die hohe Reichweite aber ein Vorteil.

Die elektrische Bremse am Vorderrad lädt beim Bremsen den Akku auf.

Bremsen: Zum Verzögern hat der E-Scooter eine elektrische Bremse, die aufs Hinterrad wirkt und die Bremsenergie über Rekuperation dem Akku zuführt. Zusätzlich gibt es eine mechanische Bremse, die das Vorderrad verzögert. Letztere wird aber nur im Ausnahmefall benötigt. Die Verzögerungswirkung der elektrischen Bremse ist gut. Im Gegensatz zu anderen Scootern ist sie jedoch etwas sanfter, was ein Vorteil ist. Denn so hat man nicht gleich das Gefühl schon bei geringer Betätigung des Bremshebels fast vom Scooter zu kippen.
Komfort: Im Gegensatz zu vielen anderen E-Scootern kommt der Seat Mó mit Zehn-Zoll-Luftreifen. Das macht das Fahren sehr komfortabel. Durch die gute Federung wird der Fahrer nicht von jeder kleinen Unebenheit auf der Straße aus dem Gleichgewicht gebracht. Durch die weiche Bereifung machen auch kleine Schlaglöcher oder Äste auf der Straße fast nichts aus. Wünschenswert wäre allerdings ein höhenverstellbarer Lenker, um größeren Personen das Fahren auf dem Scooter angenehmer zu machen.
Qualität: Insgesamt macht der Seat E-Scooter einen sehr stabilen und hochwertigen Eindruck. Das Trittbrett ist breit und stabil – da klappert nichts, der Stand ist fest und sicher. Die Bedienung ist einfach und reduziert: Es gibt eine Geschwindigkeitsanzeige und drei Fahrmodi, die sich über einen Knopf anwählen lassen. Da es keine Rücktrittbremse gibt, ist das Blech am Hinterrad verstärkt – hier muss man sich keine Sorgen machen, dass es bei einem versehentlichen Tritt sofort bricht, wie es in einem anderen AUTO BILD-Test der Fall war.

Und im Alltag?

Der Last-Mile-Gedanke wurde beim Seat E-Scooter eher unzureichend umgesetzt. Schuld ist vor allem das hohe Gewicht: Stattliche 19,5 Kilo zeigt die Kofferwaage, mit der wir den Scooter wiegen. Das ist deutlich zu viel, um den Roller mal eben mit in die Bahn zu nehmen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass auf dem Weg zum Bahnsteig in der Regel einige Treppen zu nehmen sind. Auch das zusammengeklappte Format ist noch immer recht unhandlich: Es kann lediglich die Lenkstange umgeklappt werden. Der Lenker selbst ist nicht klappbar – wer nicht aufpasst, bleibt hängen. Und mal ehrlich, 65 Kilometer Reichweite werden nicht mal im Sharing-Geschäft benötigt. Aktuelle Studien zeigen: Im Schnitt wird ein E-Scooter maximal drei Kilometer pro Tag bewegt – das gilt auch für Sharing-Scooter. Selbst mit der halben Reichweite wäre der E-Scooter also noch sehr gut geeignet. Gleichzeitig würde ein kleinerer Akku weniger Gewicht bedeuten und damit das größte Problem (Übergewicht!) lösen.

Kurz & knapp: Seat Mó E-Kickscooter 65 im Test

Die Stärken: Gute Federung durch Luftreifen, breites stabiles Trittbrett, einfache Bedienung, gute Bremswirkung
Die Schwächen: Viel zu hohes Gewicht, unhandliches Format
Fazit von Lena Trautermann: Das Gewicht und das Format machen des Seat Mó E-Kickscooter 65 leider nur zu einem bedingt tauglichen Alltagsbegleiter auf der Last Mile. Wer aber keine täglichen Hürden wie Bahn- oder Autofahrten mit dem Scooter nehmen muss, kann mit dem Gefährt viel Spaß haben. Denn in Sachen Fahrleistung und Komfort kann er nicht zuletzt dank der Luftreifen voll überzeugen.
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