Skoda Elroq 85 & Skoda Karoq 1.5 TSI in der Kaufberatung
E-Auto oder Verbrenner – welches SUV ist die bessere Wahl?

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Der vollelektrische Skoda Elroq ist angetreten, dem konventionell angetriebenen Karoq aus gleichem Haus den Schneid abzukaufen. Welcher ist am Ende die bessere Wahl?
Bild: AUTO BILD
Es ist fast schon ein Klassiker: das automobile Duell Einspritzer gegen E-Auto. Und traditionell stehen sich die beiden Fanlager eher misstrauisch gegenüber. Muss aber nicht sein. AUTO BILD liefert alle Fakten und Argumente für und auch gegen die beiden konkurrierenden Antriebsarten.
Für den Karoq gab es 2020 ein Facelift, das so dezent ausgefallen ist, dass man gar nicht darüber reden möchte. Vorzugsweise hat das Fahrerdisplay durch die Digitalisierung ein neues Aussehen bekommen. Und das hat nicht jedem gefallen, denn die gut ablesbaren Rundinstrumente wichen einer digitalen Ansicht, die nur noch Zahlen oder ein stilisiertes Rundinstrument zeigt.

Moderne Materialien, gute Verarbeitung und fast voll digital, das Cockpit im Elroq (oben). Gute Verarbeitung gibt es auch im Innenraum des Karoq. Hinzu kommt eine gesunde Mischung aus analoger und digitaler Bedienung.
Bild: AUTO BILD
Im Elroq verkleinert sich das alles noch etwas, die Informationen werden im Fahrerdisplay weiter gebündelt, was sie nicht in allen Details gut ablesbar macht. Während das 13 Zoll messende Zentraldisplay im Elroq die Schaltzentrale für alle Belange der Fahrgäste ist, wird im Karoq die Klimaanlage klassisch über Drehregler bedient. Eine Leiste unterhalb der Lüftungsdüsen ist im Elroq lediglich noch dazu da, einzelne Funktionen direkt anzuwählen. Auch im Karoq werden etliche Funktionen bereits über das Zentraldisplay angesteuert. Hier hat man aber immer noch das Gefühl, eine gesunde Mischung zwischen digitaler und analoger Welt zu finden.
In beiden Fahrzeugen ist die Spiegelung von Android Auto und Apple CarPlay ohne Kabel möglich, was den Fahrer davon entbinden kann, das hauseigene Navi nutzen zu müssen. Die Bordmittel erweisen sich im Elroq allerdings als ganz hilfreich, denn hier behält die Routenführung auf Langstrecken eben auch den Überblick über den Zustand der Batterie und kann zu gegebener Zeit Ladestationen empfehlen.

Das Fahrerdisplay im Skoda Elroq ist etwas klein geraten (oben). Im Fahrerdisplay des Skoda Karoq gibt es nur noch ein stilisiertes Rundinstrument oder die digitale Tempoanzeige
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Bild: AUTO BILD
Das ist auch notwendig, denn die nach WLTP angegebene Reichweite, die beim Elroq 85 mit einer 77 kWh großen Batterie mit 580 Kilometern angegeben wird, ist eine Wunschvorstellung des Herstellers. Auf unserer Teststrecke mit einem Stadt-, einem Landstraßen- und einem Autobahnanteil ermittelten wir maximal 359 Kilometer. Mit 170 kW an der DC-Dose sollte eigentlich nach 28 Minuten genug Strom im Akku sein. Leider lud der Elroq im Test auch bei vorkonditionierter Batterie nur mit maximal 95 kW an unterschiedlichen Schnellladestationen. (Elektroautos mit der größten Ladeleistung.)
Fahrzeugdaten
Modell | Skoda Elroq 85 | Skoda Karoq 1.5 TSI |
|---|---|---|
Elektro | Benziner | |
Motor | Elektromotor | Vierzylinder, Turbo |
Leistung/Systemleistung | 210 kW (286 PS) | 110 kW (150 PS) |
Drehmoment | 545 Nm | 250 Nm |
0-100 km/h | 6,6 s | 9,0 s |
Vmax | 180 km/h | 210 km/h |
Antrieb, Getriebe | Hinterrad, Einganggetriebe | Vorderrad, Siebengang-DSG |
Verbrauch/Reichweite (WLTP) | 15,2 kWh/100 km/580 km | 6,0 l/100 km/k.A. |
Testverbrauch/Reichweite | 22,7 kWh/100 km/359 km | 7,0 l S/100 km/714 km |
Tank/Batteriekapazität | 77 kWh | 50 Liter |
Länge/Breite/Höhe | 4488/1884/1625 mm | 4390/1841/1624 mm |
Radstand | 2765 mm | 2638 mm |
Kofferraum | 470–1580 l | 521–1630 l |
Leergewicht/Zuladung | 2142/508 kg | 1481/459 kg |
Anhänge-/Stützlast | 1000/75 kg | 1500/90 kg |
Typklassen (HPF/TK/VK) | 14/20/20 | 12/20/17 |
Grundpreis | 43.900 Euro | 38.180 Euro |
Kraftstoff-/Stromkosten (60.000 km)* | 5992,80 Euro | 7896,00 Euro |
Wartung (4 Jahre) | 1000 Euro | 1600 Euro |
Steuer (4 Jahre) | 0 Euro | 476 Euro |
Versicherung (HPF/VK; 4 Jahre) | 5568 Euro | 3832 Euro |
Wertverlust (4 Jahre; 60.000 km)** | 19.298,44 Euro | 16.829,74 Euro |
Gesamt | 31.859,24 Euro | 30.633,74 Euro |
Euro pro Kilometer | 0,53 Euro | 0,51 Euro |
So wird für alle Kilometerfresser und Fernreisenden der von uns gefahrene Karoq, den der altbekannte 1,5-Liter-Vierzylinder mit Turbounterstützung in Form des EA211 evo 2 antreibt, die bessere Wahl sein. Zwar handelt es sich hier noch um die Variante ohne Mildhybrid-Unterstützung, was sich vor allem beim Anfahren und Beschleunigen bemerkbar macht, aber die mit vollem 50-Liter-Tank nach Auto BILD-Messungen zurücklegbaren 714 Kilometer entschädigen dafür. Selbst bei flotten 160 km/h auf der Autobahn sind noch 468 Kilometer drin.

Die Sportsitze sind sowohl im Skoda Elroq (links) als auch im Karoq gut gelungen.
Bild: AUTO BILD
Der Elroq glänzt durch seinen E-Antrieb mit exzellenter Laufruhe, und die Systemleistung von 286 PS lässt das E-Auto jetzt nicht abheben, beschleunigt die 2,1 Tonnen aber in 6,6 Sekunden auf Landstraßentempo. Der Karoq benötigt für den Standardsprint 9,0 Sekunden. Am Ende wird der Elroq 180 km/h schnell, der Verbrenner bringt es auf Tempo 210. In beiden Fällen möchte man die Geschwindigkeit nicht lange fahren, denn das Elektroauto verliert rasend schnell Energie, zudem wird zum Batterieschutz ohnehin nach kurzer Zeit die Geschwindigkeit gedrosselt. Und der Karoq wird bei richtig schneller Fahrt dann einfach recht laut.
Fahrdynamisch muss man dem Elroq bescheinigen, dass er das modernere Fahrzeug ist. Mit seinem adaptiven DCC-Fahrwerk – das für den Karoq natürlich auch bestellbar ist – kauft er seinem Benzin-Bruder im Test den Schneid ab. Bodenunebenheiten, Querfugen und Schlaglöcher werden hier charmant weggefedert. Die Lenkung ist in beiden Fällen verbindlich und führt die Fahrzeuge bei ausreichender Rückmeldung zielgenau durch die Kurven.

Während im Skoda Elroq selbst groß gewachsene Menschen ausreichend Platz finden (links), kann es für die im Karoq schon etwas enger werden.
Bild: AUTO BILD
Vom Grundcharakter her sind die beiden SUV durchaus reisetauglich. Passagiere fühlen sich wohl, denn obgleich der Karoq mit seinen 4,39 Metern gegenüber dem 4,49 Meter langen Elroq etwas kleiner ist, wurde seinerzeit schon das Maximale an Platz herausgeholt. In der ersten Reihe geht es luftig zu, und im Fond haben auch hochgewachsene Personen genug Platz.
Gleiches gilt für den Elroq. In Reihe zwei wird aber etwas mehr Kniefreiheit geboten. Dafür muss man sich beim Gepäck bescheiden. Den 470 bis 1580 Litern des Elroq stehen 521 bis 1630 Liter im Karoq gegenüber. Auch bei der Anhängelast hat der Karoq mit 1,5 Tonnen gegen eine Tonne die Nase vorn.

Der Motorraum im Skoda Elroq ist eher stilisiert (oben), der im Karoq beherbergt einen 1,5-Liter-Vierzylinder mit 150 PS.
Bild: AUTO BILD
Vergleicht man die Kosten wie Anschaffung, Haftpflicht, Versicherung und Wartung, ist der Verbrenner preiswerter. Zugegeben, für das E-Auto wird keine Steuer gezahlt, dafür ist der Wertverlust über vier Jahre bei zugrunde gelegten 60.000 Kilometer Laufleistung deutlich höher.
Am Ende stehen Gesamtkosten von 31.859 Euro für den Elroq gegen 30.634 Euro für den Karoq. Das wiederum ergibt Kilometerkosten von 51 Cent für den Verbrenner und 53 Cent für den Stromer. Letztendlich ist das natürlich ein marginaler Unterschied. Die Entscheidung für Elektroauto oder Verbrenner muss hier über das persönliche Bewegungsmuster getroffen werden.

Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Fazit
Die Elektromobilität ist moderner, digitaler, aber noch lange nicht in allen Belangen alltagstauglich. Wer sich unbeschwert auf allen Strecken bewegen möchte, wird beim Karoq landen. Langmütige Fahrer werden ihre Freude auch am Elroq finden. Der fährt sich gut, bietet Platz für Kind und Kegel, besticht aber nicht durch Reichweite und Ladezeiten. Auch der Anschaffungspreis ist im Vergleich hoch.
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