Skoda Elroq RS vs. BMW iX1 xDrive30: Test
Kompakte Elektro-SUV mit Biss: Skoda Elroq fordert BMW iX1 heraus

Zwei leistungsstarke Elektro-SUV im Vergleich: Der Skoda Elroq RS trifft auf den BMW iX1. Beide mit über 300 PS. Wer bietet mehr Dynamik, Komfort und Reichweite? AUTO BILD macht den Test.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Sie sind sich sehr ähnlich, der BMW und der Skoda – etwa bei Größe und Leistung. Und doch wieder gar nicht: Der iX1 steht auf einer gemeinsamen (Frontantriebs-)Plattform mit Verbrennern und Plug-in-Hybriden.
Elroq tritt unaufgeregt auf
Unterschiedliche Wege gehen Skoda und BMW auch beim Design. Der iX1 kommt im aktuellen BMW-Trimm, also mit Riesengrill, geraden Flächen, kantig und eckig, insgesamt etwas bullig. Der Skoda tritt unaufgeregt und zurückhaltend auf. Mit einer Ausnahme.

Der Skoda Elroq setzt im Vergleich zum bulligen BMW iX1 eher auf ein zurückhaltendes Design. Nur seine Front wirkt etwas zerklüftet.
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Die Front ohne den typischen Skoda-Grill wirkt zerklüftet. Schon klar, es ist ein E-Auto, und hinter der geschlossenen Fläche zwischen den Scheinwerfern liegen Sensoren, zum Beispiel fürs Radar. Besonders elegant wirkt das jedoch nicht.
Skoda bietet mehr Platz für die Passagiere
Beim Platzangebot liegt der Skoda vor dem BMW, ist insgesamt großzügiger geschnitten, vor allem breiter. Die Sitze vorn mit den integrierten Kopfstützen (Serie) haben eine angenehme Kontur und bieten ordentlichen Seitenhalt, aber keine verlängerbare Sitzfläche. Die hat der BMW, die Aktivsitze hier (470 Euro) sind strammer gepolstert und stärker konturiert als im Skoda, bieten festeren Halt. Geschmacksfrage.

Vorteil Elroq: Im Fond gibt es viel Platz und eine bequeme Rückbank – das reicht auch locker für unser 1,98 Meter großes Fotomodell.
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Im Fond sitzt man im Elroq bequemer, die Auflage ist länger, die Polsterung weicher, angenehmer. Im iX1 sitzt man auf unnachgiebigen Polstern eher drauf als drin und zudem sehr flach über dem Boden, muss die Knie stark anwinkeln. Dafür ist hier die Lehne in der Neigung verstellbar.
Den iDrive-Controller lässt BMW weg
Das Cockpit im BMW ist streng und technisch gebaut, das Curved Display besteht aus dem 10,25 Zoll großen Kombiinstrument und dem 10,7 Zoll großen Touchscreen. Die meisten Funktionen werden über den Touchscreen gesteuert, einen iDrive-Controller gibt es nicht. Das System besitzt eine schicke Optik, ist klar strukturiert, arbeitet schnell, und die BMW-Sprachbedienung ist aktuell sowieso eine der besten.

Der BMW ist streng und klar eingerichtet, mit dem leicht gebogenen Curved Display. Den praktischen iDrive-Controller hat der iX1 nicht.
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Das Cockpit im Skoda entspricht im Grundlayout vielen anderen MEB-Autos, dazu gehören ein kleines 5-Zoll-Kombiinstrument und der 13 Zoll große Touchscreen. Das Kombiinstrument lässt sich ein bisschen konfigurieren, die Anzeigen sind klein und puristisch. Der Touchscreen steht frei im Raum, fast etwas vom Fahrer abgewandt, gestalterisch keine gute Lösung.
Fahrzeugdaten
Modell | BMW iX1 xDrive30 | Skoda Elroq RS |
|---|---|---|
Motor Bauart vorn | Synchronelektromotor | Asynchronelektomotor |
Motor Bauart hinten | Synchronelektromotor | Synchronelektromotor |
max. Drehmoment v./h./gesamt | 247/247/494 Nm | 134/545/k.A. Nm |
Spitzenleistung gesamt | 230 kW (313 PS) | 250 kW (340 PS) |
Dauerleistung | 104 kW (141 PS) | 77 kW (105 PS) |
Vmax | 180 km/h | 180 km/h |
Getriebe | Einganggetriebe | Einganggetriebe |
Antrieb | Allradantrieb | Allradantrieb |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Trommel |
Testwagenbereifung | 245/45 R 19 Y | 235/45–255/40 R 21 V |
Reifentyp | Hankook Ventus S1 Evo3 EV | Hankook Ventus S1 Evo3 EV |
Radgröße | 8 x 19” | 8,5–9 x 21” |
Ladezeit (10-80 %; DC-Ladung) | 29 Minuten | 26 Minuten |
Verbrauch* | 17,4 kWh/100 km | 17,0 kWh/100 km |
Reichweite* | 429 km | 528 km |
Batteriekapazität netto | 64,8 kWh | 79 kWh |
Ladeleistung AC/DC | 11(22**)/130 kW | 11/185 kW |
Fach unter Frontklappe | – | – |
Ladeanschluss | hinten rechts | hinten rechts |
Vorbeifahrgeräusch | 65 dB(A) | 66 dB(A) |
Anhängelast gebr./ungebr. | 1200/750 kg | 1200/750 kg |
Stützlast | 75 kg | 75 kg |
Kofferraumvolumen | 495–1495 l | 470–1580 l |
Länge/Breite/Höhe | 4500/1845–2104***/1616 mm | 4488/1884–2148***/1608 mm |
Radstand | 2692 mm | 2769 mm |
Grundpreis | 55.900 Euro | 53.050 Euro |
Testwagenpreis (wird gewertet) | 65.270 Euro | 54.760 Euro |
Das System mit umfangreichen Funktionen läuft flüssig und gut organisiert – zum Beispiel mit vielen konfigurierbaren Kurzwahltasten – und ansehnlicher Optik. Die Spracheingabe beherrscht weniger Funktionen als die im BMW, reagiert manchmal schleppend.
Elroq und iX1 werden von je einem E-Motor vorn und hinten angetrieben, die Systemleistung liegt im Skoda bei 340 PS, im BMW sind es 313 PS. Bei den Fahrleistungen sind iX1 und Elroq RS praktisch gleichauf, beide sprinten in, übrigens sehr schlanken, 5,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h, in 8,5 Sekunden auf Tempo 130 und werden bei einer Spitze von 180 km/h abgeregelt.
Antrieb im Elroq mit Vibrationen
Das E-System im Skoda arbeitet routiniert, spricht gut an, unter Volllast sind leichte Vibrationen und Geräusche vom Antrieb spür- und hörbar. Die Rekuperation lässt sich in drei Stufen mit den Schaltwippen am Lenkrad verstellen, dazu gibt es einen Adaptivmodus, einstellbar im Eco-Assist-Menü, sowie die Wahl zwischen D und B am Getriebe-Wählhebel – aber keine One-Pedal-Funktion.

Licht und Schatten: An sich arbeitet das E-System des Elroq routiniert, unter Volllast sind allerdings Vibrationen hör- und spürbar.
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Über die verfügt der BMW, in der Stufe B – sie funktioniert bestens bis zum Stillstand. Im iX1 reagiert das E-System einen Hauch schneller und sensibler als im Elroq. Der Antrieb bleibt komplett frei von störenden Geräuschen oder Vibrationen. Die Rekuperation lässt sich in vier Stufen verstellen – allerdings nur im Menü. Auch hier ist vor allem die adaptive Variante zu empfehlen.
Der iX1 liegt stramm auf der Straße
Der von uns getestete iX1 xDrive30 stand auf 19-Zoll-Rädern (950 Euro) und war ausgestattet mit dem M Sportpaket (4000 Euro), dazu gehören das Adaptive M Fahrwerk mit variablen, mechanisch geregelten Stoßdämpfern und die Sportlenkung. So liegt der iX1 stramm auf der Straße, federt energisch und verbindlich.

Knackig: Mit den optionalen 19-Zöllern liegt der iX1 stramm auf der Straße. Seine Lenkung ist aus der Mittellage etwas zu leichtgängig.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Die Lenkung spricht für unseren Geschmack aus der Mitte etwas zu leichtgängig an, arbeitet aber präzise und direkt. Im Test stand der BMW beim Stopp aus Tempo 100 mit warmen Bremsen nach 34,6 Metern, das ist okay. Doch der Skoda kann es besser. Obwohl er, MEB-typisch, mit Trommelbremsen hinten antritt, schaffte er 32,9 Meter.
In Sachen Dynamik liegt der Skoda vorne
Beim Elroq RS sind das adaptive DCC-Fahrwerk und die Progressivlenkung Serie, das Testauto stand auf 21-Zoll-Rädern (630 Euro). Mit dem weit spreizbaren DCC-Fahrwerk federt er – im Komfort-Modus – sensibler als der BMW, schwingt weiter aus und nimmt etwa Querfugen trotz der 21-Zoll-Räder deutlich entspannter.

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Im Sportprogramm liegt er aber auch recht stramm. Die Lenkung spricht etwas schwergängiger an als die im BMW, arbeitet schnell und genau, angenehm. Auch im direkten Vergleich mit dem BMW fährt sich der Skoda rund und harmonisch, besonders in schnellen Kurven mit seiner hecklastigen Antriebsverteilung durchaus freudvoll.
Platzierung
Modell | Skoda Elroq RS | BMW iX1 xDrive30 |
|---|---|---|
Punkte* | 597 | 576 |
Platz | 1 | 2 |
Testnote | 1,7 | 1,9 |
Fazit | Hat mehr Platz, die komfortablere Federung, die größere Batterie. Und auch die besseren Bremsen. Günstiger. | Etwas weniger Raum, federt stramm. Kleinere Reichweite. Feines Multimedia. Im Vergleich spürbar teurer. |
Der Akku im Elroq RS ist 79 kWh groß (netto), geladen werden kann mit 11 kW Wechselstrom und maximal 185 kW Gleichstrom. Der BMW besitzt einen 64,8 kWh großen Akku (netto), kann serienmäßig mit 11 kW Wechselstrom geladen werden, 22 kW kosten 900 Euro extra, maximal sind 130 kW Gleichstrom möglich. Im Test, bei auch für die Batterien angenehmen 21 Grad, kam der BMW auf eine Reichweite von 355 Kilometern, der Skoda schaffte 393. Er verbraucht mit 23,0 kWh/100 km zwar mehr als der BMW mit 19,4 kWh/100 km – hat aber eben den größeren Akku.
BMW langt an der Kasse mehr zu
Den BMW iX1 xDrive30 gibt es ab 55.900 Euro, den Testwagen, u. a. mit M Sportpaket, Innovationspaket und 19-Zoll-Rädern, liefert BMW ab 65.270 Euro, im Leasing zum Testzeitpunkt ab 453 Euro/Monat.

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Der Skoda Elroq RS steht ab 53.050 Euro in der Liste, der Testwagen mit den 21-Zoll-Rädern ab 54.760 Euro, Leasing ab 311 Euro (wie bei BMW mit Sonderzahlung), nur die Wärmepumpe kostet noch mal 1080 Euro extra. Am Ende liegt der Elroq dann recht klar vor dem BMW. Ähnlich sind sie sich trotzdem.
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