Sommerauto: keine Angst vor der Winterpause
Autos richtig einmotten: 10 Punkte für die Winterpause

Einfach abstellen und bis zum Frühjahr vergessen? Keine gute Idee! Mit diesen zehn Tipps übersteht das geliebte Sommerauto die Winterpause ohne Standschäden und böse Überraschungen.
Bild: Hans-Joachim Mau
Inhaltsverzeichnis
- Schritt 1: Winterquartier suchen
- Schritt 2: Vor dem Einmotten gründlich waschen
- Schritt 3: Rost- und Lackschäden behandeln
- Schritt 4: volltanken vor der Winterpause
- Schritt 5: Motor warmfahren
- Schritt 6: Flüssigkeiten und Frostschutz prüfen
- Schritt 7: Reifendruck erhöhen oder aufbocken
- Schritt 8: richtig abstellen und abdecken
- Schritt 9: Innenraum sauber und trocken halten
- Schritt 10: Batterie erhalten
- Alle Tipps in der Checkliste
Mit dem Herbst beginnt für viele Cabriolets, Old- und Youngtimer die Winterpause. Frost, Nässe, Schmutz und Streusalz setzen den Liebhaberfahrzeugen schließlich kräftig zu. Also ab in die Garage und bis zum Frühjahr vergessen? Bloß nicht! Wer sein Auto einfach nur abstellt, riskiert Standschäden und unnötigen Verschleiß. AUTO BILD zeigt zehn Tipps fürs richtige Einmotten.
Für die Winterpause ist vor allem eines wichtig: Das Auto sollte trocken und gut belüftet stehen. Eine beheizte Garage ist dagegen kein Muss. Feuchtigkeit ist der größere Feind, weil sie Korrosion und Schimmel begünstigt.
AUTO BILD-Tipp: Lieber eine trockene, gut belüftete Garage als einen warmen, aber feuchten Stellplatz wählen. Starke Temperaturschwankungen möglichst vermeiden, weil sich dabei Kondenswasser bilden kann.
Die letzte Fahrt des Jahres führt zur Waschanlage oder auf einen geeigneten Platz für die Handwäsche. Vor dem Einmotten müssen Lack, Radkästen, Falze, Abläufe sowie Tür- und Haubenkanten gründlich sauber sein. Warum? Schmutz unter einer Abdeckhaube kann bei Bewegung wie Schmirgelpapier wirken. Vogelkot, Insektenreste und andere Verschmutzungen können zudem den Lack während der Standzeit angreifen. Anschließend das Auto vollständig trocknen lassen.
Wichtig: Die Abdeckhaube sollte atmungsaktiv beziehungsweise diffusionsoffen sein, damit Feuchtigkeit entweichen kann und sich darunter kein Kondenswasser staut.
AUTO BILD-Tipp: Das Auto nicht direkt nach der Wäsche abstellen. Eine längere Fahrt bei trockenem Wetter hilft, Restfeuchtigkeit aus Bremsen, Auspuff und schwer erreichbaren Bereichen herauszubekommen.

Vor dem Einmotten wird das Fahrzeug gründlich gewaschen – am besten mit der Hand.
Bild: Hans-Joachim Mau
Nach der Wäsche einen gründlichen Blick aufs Blech werfen und tiefe Lackschäden mit einem Lackstift schützen. Auch Unterboden und Radkästen kontrollieren: In Ecken und Kanten sammelt sich gern Schmutz, der zusammen mit Feuchtigkeit zu echten Gammelnestern werden kann. Groben Schmutz und oberflächlichen Rost entfernen und die betroffenen Stellen anschließend mit geeignetem Korrosionsschutz konservieren.
AUTO BILD-Tipp: In vielen Städten gibt es Selbsthilfe-Werkstätten, in denen man eine Hebebühne stundenweise mieten kann. Das erleichtert die Kontrolle und Arbeit am Unterboden deutlich.
Bei Oldtimern mit Blechtank ist ein voller Tank sinnvoll. Je weniger Luft im Tank verbleibt, desto geringer ist die Gefahr, dass sich Kondenswasser bildet und der Tank von innen korrodiert. Auch bei älteren Benzinern mit mechanischer Einspritzung, beispielsweise einer Bosch K-Jetronic, kann das Volltanken vor einer längeren Standzeit sinnvoll sein.

Volltanken verhindert Rost im Tank. Wer auf Nummer sicher gehen will, füllt in der Garage noch mit einem Kanister nach.
Bild: Ralf Timm
Zusätzlich kann ein geeigneter Kraftstoffstabilisator helfen, den Kraftstoff während der Winterpause lagerfähig zu halten und Ablagerungen im Kraftstoffsystem vorzubeugen. Bei modernen Fahrzeugen mit Kunststofftank spielt der Korrosionsschutz durch Volltanken dagegen keine Rolle.
AUTO BILD-Tipp: Nicht jedes Auto muss vor der Winterpause randvoll getankt werden. Entscheidend sind Tankmaterial, Kraftstoffsystem und Dauer der Standzeit. Beim Klassiker mit Blechtank gilt jedoch: vor dem Einmotten vollmachen.
Für die letzte Ausfahrt bei trockenem Wetter ruhig etwas mehr Zeit einplanen. So kommt der Motor noch einmal richtig auf Betriebstemperatur und Feuchtigkeit kann aus Motor und Abgasanlage entweichen. Wer seinem Liebling vor der Winterpause etwas Gutes tun möchte, gönnt ihm frisches Motoröl, vor allem wenn der nächste Ölwechsel ohnehin bald ansteht. Denn gebrauchtes Öl enthält Verbrennungsrückstände und andere Verunreinigungen. Frisches Öl bietet für die lange Standzeit optimale Bedingungen.
AUTO BILD-Tipp: Während der Winterpause den Wagen nicht nur für ein paar Minuten starten. Bei solchen Kurzläufen wird der Motor nicht richtig warm und es kann sich zusätzliche Feuchtigkeit in Motor und Abgasanlage sammeln. Wenn starten, dann besser mit einer längeren Fahrt verbinden.
Vor der Winterpause Kühlmittel und Scheibenwaschanlage auf ausreichenden Frostschutz kontrollieren. Besonders wichtig, wenn der Garagenstellplatz frostgefährdet ist. Bei einem ohnehin bald fälligen Ölwechsel kann es sinnvoll sein, diesen noch vor der Standzeit zu erledigen.
AUTO BILD-Tipp: Den Motor vor dem Abstellen auf einer längeren Fahrt vollständig auf Betriebstemperatur bringen. Dauerndes kurzes Starten während der Winterpause ist dagegen eher kontraproduktiv.

Erhöhung des Reifendrucks um etwa ein Bar wirkt dem Standplatten entgegen.
Bild: Hans-Joachim Mau
Bevor der Wagen endgültig in sein Winterlager rollt, noch ein letztes Mal nachtanken. Dann den Reifendruck um rund ein Bar erhöhen. Da ein stehendes Autorad durchs Gewicht des Wagens immer ein wenig abgeplattet wird, droht sonst beim langen Stehen ein Standplatten. Alternative: Das Auto aufbocken zur Entlastung der Räder!
Auto-Bild Tipp: Wer einen Satz alte Räder hat, lässt sein Fahrzeug auf diesen überwintern, schont so seine Sommerreifen.
Die Handbremse bei langer Standzeit nicht dauerhaft anziehen, Beläge beziehungsweise Bremsmechanik können sich festsetzen. Steht der Wagen sicher und eben, Gang einlegen beziehungsweise Automatik auf P stellen und gegebenenfalls den Wagen zusätzlich mit Keilen gegen Wegrollen sichern. Eine Abdeckung schützt vor Staub, sollte aber atmungsaktiv und innen weich sein.
AUTO BILD-Tipp: Keine einfache Kunststoffplane über das Auto werfen. Unter einer luftundurchlässigen Plane kann sich Feuchtigkeit sammeln. Besser ist ein atmungsaktives Indoor-Car-Cover auf einem vollständig sauberen und trockenen Fahrzeug.
Essensreste, feuchte Fußmatten und anderer Unrat haben während einer mehrmonatigen Standzeit nichts im Auto verloren. Sie können Gerüche und Schimmel verursachen und schlimmstenfalls sogar Schädlinge anlocken. Handschuhfach, Türfächer und Kofferraum leeren, anschließend den Innenraum gründlich reinigen und aussaugen.
AUTO BILD-Tipp: Fußmatten anheben und darunter auf Feuchtigkeit kontrollieren. Ein Granulat-Entfeuchter kann überschüssige Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen. Den Auffangbehälter regelmäßig, etwa einmal im Monat, kontrollieren und bei Bedarf leeren.
Nach dem Winterschlaf: Oldtimer schonend aufwecken
Auch ein abgestelltes Auto verbraucht Strom. Besonders bei modernen Fahrzeugen können Steuergeräte, Alarmanlage und Komfortsysteme die Batterie über mehrere Monate entladen. Ein geeignetes Erhaltungsladegerät hält die Batterie auf einem ausreichenden Ladezustand und schützt vor schädlicher Tiefentladung.
AUTO BILD-Tipp: Ein intelligentes Ladegerät mit Erhaltungsfunktion verwenden. Auch eine abgeklemmte Batterie entlädt sich mit der Zeit selbst. Deshalb den Ladezustand während der Winterpause regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf nachladen.
Vorarbeiten: Gründliche Vor-Reinigung mit Dampfstrahler, Reinigung aller Ecken, Kanten und des Unterbodens • Vorsicht bei der Motorwäsche: den Dampfstrahler nicht zu nah an Lichtmaschine und Steuergeräte halten, Mindestabstand 50 Zentimeter • gründliche Fahrzeugoberwäsche, am besten von Hand • Verdeck reinigen • Innenraum reinigen, Ascher leeren • Wagen auf längerer Strecke bei schönem Wetter richtig trockenfahren oder gründlich abledern.
Tankstelle: Bei Fahrzeugen mit Blechtank volltanken (Schutz vor Kondenswasserbildung) • Empfehlung für Fahrzeuge mit mechanischer Benzineinspritzung: Benzin-Stabilisator in den Tank füllen (Schutz vor Korrosion im Mengenteiler) • Reifenfülldruck auf vier Bar erhöhen.
Motor: Frostschutz im Kühlwasserkreislauf prüfen und ergänzen • Ölstand prüfen, im Idealfall Motoröl und Filter wechseln • Wasserbehälter der Scheibenwaschanlage mit Frostschutz auffüllen • Batterie abklemmen und an einen Erhaltungslader anschließen bzw. regelmäßig laden • Motor-Innenkonservierer in den Vergaser sprühen • Ölgetränkten Lappen in den Luftfiltereingang drücken • Motor-Innenkonservierer oder Motoröl durch Zündkerzenbohrungen in Zylinder sprühen • Öllappen in das Endrohr des Auspuffs • Bremsflüssigkeitsbehälter schließen • Motor mit Schutzwachs konservieren.
Pflege: Unterbodenschutz kontrollieren und ausbessern • Felgen reinigen, konservieren • Kunststoffpfleger auf Tür-, Hauben- und Fenstergummi • Hartwachsschutzschicht des Lacks auffrischen • Chrom konservieren • Schlösser in Türen und Haube pflegen • Blechfalze und Hohlräume mit Schutzwachs konservieren • Cabrios: Kunststoffscheibe bei leichten Kratzern behandeln • Dach imprägnieren • Verdeckgestänge schmieren.
Zum Schluss: Scheibenwischer abheben • Mausefalle aufstellen • Türen, Hauben und Verdeck – wenn möglich – nicht ganz schließen, für ausreichende Belüftung des Innenraums sorgen • Luftentfeuchter im Innenraum platzieren • Verdeck auf keinen Fall ganz schließen, sonst bilden sich Falten im Verdeck und Feuchtigkeit im Verdeckkasten • Wagen zur Entlastung leicht anheben • Mit luftdurchlässiger Plane oder Decke abdecken • Falls das Fahrzeug nicht aufgebockt ist: von Zeit zu Zeit von Hand bewegen, um Standplatten zu vermeiden.
Tankstelle: Bei Fahrzeugen mit Blechtank volltanken (Schutz vor Kondenswasserbildung) • Empfehlung für Fahrzeuge mit mechanischer Benzineinspritzung: Benzin-Stabilisator in den Tank füllen (Schutz vor Korrosion im Mengenteiler) • Reifenfülldruck auf vier Bar erhöhen.
Motor: Frostschutz im Kühlwasserkreislauf prüfen und ergänzen • Ölstand prüfen, im Idealfall Motoröl und Filter wechseln • Wasserbehälter der Scheibenwaschanlage mit Frostschutz auffüllen • Batterie abklemmen und an einen Erhaltungslader anschließen bzw. regelmäßig laden • Motor-Innenkonservierer in den Vergaser sprühen • Ölgetränkten Lappen in den Luftfiltereingang drücken • Motor-Innenkonservierer oder Motoröl durch Zündkerzenbohrungen in Zylinder sprühen • Öllappen in das Endrohr des Auspuffs • Bremsflüssigkeitsbehälter schließen • Motor mit Schutzwachs konservieren.
Pflege: Unterbodenschutz kontrollieren und ausbessern • Felgen reinigen, konservieren • Kunststoffpfleger auf Tür-, Hauben- und Fenstergummi • Hartwachsschutzschicht des Lacks auffrischen • Chrom konservieren • Schlösser in Türen und Haube pflegen • Blechfalze und Hohlräume mit Schutzwachs konservieren • Cabrios: Kunststoffscheibe bei leichten Kratzern behandeln • Dach imprägnieren • Verdeckgestänge schmieren.
Zum Schluss: Scheibenwischer abheben • Mausefalle aufstellen • Türen, Hauben und Verdeck – wenn möglich – nicht ganz schließen, für ausreichende Belüftung des Innenraums sorgen • Luftentfeuchter im Innenraum platzieren • Verdeck auf keinen Fall ganz schließen, sonst bilden sich Falten im Verdeck und Feuchtigkeit im Verdeckkasten • Wagen zur Entlastung leicht anheben • Mit luftdurchlässiger Plane oder Decke abdecken • Falls das Fahrzeug nicht aufgebockt ist: von Zeit zu Zeit von Hand bewegen, um Standplatten zu vermeiden.
Fazit
Vor dem Einmotten lohnt sich ein Blick auf HU, die nächsten Wartungsintervalle und anstehende Reparaturen. So bleibt über die Winterpause genug Zeit, Werkstatt- oder HU-Termine zu planen, und im Frühjahr gibt es keine bösen Überraschungen.
AUTO BILD-Tipp: Schon beim Einmotten eine kleine Frühjahrs-Checkliste ins Auto legen: Reifendruck wieder normalisieren, Batterie und Flüssigkeitsstände prüfen, Bremsen bei der ersten Fahrt vorsichtig freibremsen und den nächsten HU-Termin im Blick behalten.
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