Der Zeitpunkt zum Reifenwechsel ist gekommen. Das Aprilwetter verabscheidet sich und damit ist es endgültig Zeit, die Winterreifen zu verstauen. Wer jetzt noch auf Winterreifen unterwegs ist, der riskiert deutlich höhere Bremswege und unsicheres Fahrverhalten. AUTO BILD beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema Sommerreifen.
Warum braucht man unbedingt Sommerreifen? Sommerreifen sind im Gegensatz zu Winterreifen keine Pflicht auf deutschen Straßen. Winterreifen haben im Sommer aber entscheidene Nachteile. Ist der Asphalt zu heiß, dann erhöht sich der Bremsweg bei 100 km/h um bis zu fünf Meter. Das entscheidet unter Umständen über Leben und Tod. Darüber hinaus haben Winterrreifen im Sommer einen deutlich höheren Verschleiß. Die weichere Gummimischung sorgt für einen erhöhten Spritverbrauch. Ein Kompromiss bietet der Ganzjahresreifen. Dieser sollte aber nur in Betracht gezogen werden, wenn Sie wenig Kilometer (12.000 - 15.000) im Jahr zurücklegen.
AUTO BILD testet: Ganzjahresreifen für die Kompaktklasse
Wie ist die gesetzliche Mindestprofiltiefe und welche empfiehlt AUTO BILD? Die gesetzliche Mindestprofiltiefe liegt bei 1,6 mm. Das ist deutlich zu wenig. AUTO BILD-Tester Dierk Möller-Sonntag: "Wenn der Reifen weniger als drei bis vier Millimeter Profil hat, sollte er ersetzt werden." Ist das Profll des Reifens zu stark abgenutzt, erhöht sich der Bremsweg erheblich. Bei Tempo 100 und einem Profiltiefenunterschied von 2 mm kann sich der Bremsweg um bis zu sechs Meter erhöhen.
In welchem Zeitraum sollte man Sommerreifen fahren? Was ist in den Übergangszeiten zu beachten? Normalerweise gilt die Regel von O bis O – also von Ostern bis Oktober. Ist das Wetter aber entsprechend schlecht, können Sie auch bis Mitte/Ende April mit Winterreifen fahren. Danach auf jeden Fall den Reifenwechsel durchführen. Winterreifen bieten bei erhöhten Temperaturen nur noch sehr schlechte Haftung und Bremswerte. Sparen Sie nicht am falschen Ende. Sommerreifen aus China oder Korea haben häufig schlechten Grip auf nasser Fahrbahn. Markenhersteller wie Pirelli, Continental und Michelin sind teurer, bieten dafür bessere Fahrwerte. Die Tochterfirmen der großen Hersteller wie Falk, BFGoodrich oder Fulda bieten zwar nicht die aktuellste Technik, dafür Qualität und Kompetenz von Markenherstellern.
AUTO BILD Reifenfinder: Welcher ist der Richtige?
Was bedeutet die DOT-Nummer? Die DOT-Nummer auf dem Reifen verrät Ihnen das Herstellungsdatum des Reifens. Die letzten vier Ziffern der DOT-Nummer stehen für die Herstellungswoche und das Herstellungsjahr, zum Beispiel 0616. 06 steht für die Produktionswoche, 16 für das Produktionsjahr 2016.
Wie alt sollten neue Reifen maximal sein? Ungefahrene Reifen dürfen bis zu einem Alter von fünf Jahren als neuwertig verkauft werden. Bei älteren Reifen ist der Weichmacher häufig ausgedünstet. Das Gummi wird hart, unter Umständen spröde. Durch die verhärtete Oberfläche verliert der Reifen merklich an Bodenhaftung. Besondere Vorsicht gilt bei Reifen für Anhänger. Reifen, die älter als sechs Jahre sind, dürfen nicht mehr verwendet werden. Ein fünf Jahre alter Neureifen darf also nur ein Jahr gefahren werden.
Für welche Bedingungen sind Sommerreifen optimal? Sommerreifen bestehen aus einem härterem Gummigemisch als Winterreifen. Der Sommerreifen muss nicht nur Hitze standhalten, sondern auch beim Sommergewittern die Nässen unter dem Reifen fachgerecht abtransportieren. Durch den sogenannten Wischkanteneffekt – das sind Lamellen links und rechts am Rand des Reifenprofils – wird das Wasser nach außen gedrückt.
Sommerreifentest 2016: AUTO BILD vergleicht 50 Modelle
Welche Reifendimensionen gibt es und wie kann ich herausfinden, welche Reifendimensionen für mein Auto zulässig sind? Das steht in den Papieren. Im alten Fahrzeugschein finden Sie die Reifenangaben unter den Ziffern 20, 21, 22 und 23. Haben Sie Ihr Auto nach dem 1. Oktober 2005 an- oder umgemeldet, finden Sie die Zahlen in der Zulassungsbescheinigung Teil I unter 15.1 bis 15.3. In den neuen Papieren stehen aber nicht mehr alle freigegebenen Größen, diese Infos hat der Händler. Auf dem Reifen können Sie aber auch die fachgerechte Größe ablesen. "195/65 R 15 91H TL" liest sich verwirrend, folgt aber einer logischen Reihenfolge. 195 steht für die Breite des Reifens, also 195 mm. Die 65 steht für das Höhen- und Breitenverhälnis des Reifens. Das R gibt Auskunft über die Bauart des Reifens und steht für radial. Klassische Fahrzeuge können teilweise noch auf Reifen mit diagonaler Bauweise unterwegs sein. Die 15 steht für den Felgendurchmesser in Zoll. Wie viel Gewicht der Reifen maximal tragen darf, verrät die 91. In diesem Fall sind es 615 Kilo pro Reifen. Das H gibt an, wie schnell der Reifen gefahren werden darf: 210 km/h beträgt die Höchstgeschwindigkeit. Bleibt noch TL. Das steht für Tubeless und weist darauf hin, dass kein Schlauch im Reifen montiert ist.
Breite oder schmale Reifen? Wo liegen die Unterschiede? Ob Sie sich für breite oder schmale Reifen entscheiden, hängt davon ab, ob Sie eher sportlich oder spritsparend unterwegs sind. Schmale Reifen sind besonders spritsparend. Durch die Rollfläche gibt es einen geringeren Widerstand zur Straße. Im Sommer und auf nasser Fahrbahn bieten breite Reifen aber Vorteile bei der Bremsleistung. Mehr Traktion und ein kürzerer Bremsweg sprechen für breite Pneus. Breite Reifen müssen aber auch deutlich mehr Wasser verdrängen und schwimmen (Aquaplaning) deutlich früher als schmale Reifen. Lautere Abrollgeräusche und ein höherer Rollwiderstand sprechen auch für schmalere Reifen. Im Winter bieten breite Reifen aber auch einen gewissen Vorteil, da sie ein besseres Bremspotenzial als dünne Reifen aufweisen. Lediglich bei frischem Neuschnee sind schmalere Reifen ein wenig besser.

Preisstudie von Idealo.de

Reifen
Preis KW 14
Preis KW 27
Preisverfall
Abzweigung
Michelin Energy Saver 195/65 R15 91H
Abzweigung
Abzweigung
Barum Bravurius 2 225/45 R17 91W
Abzweigung
Abzweigung
Michelin Energy Saver 195/65 R15 91V
Abzweigung
Abzweigung
Michelin Primacy HP 225/45 R17 91W Run Fat
Abzweigung
Abzweigung
Hankook Ventus S1 Evo K 107 225/40 R18 92Y
Abzweigung
Abzweigung
Michelin Energy Saver 205/55 R16 91V
Abzweigung
Abzweigung
Michelin Primacy HP 205/55 R16 91V
Abzweigung
Abzweigung
Pirelli Cinturato P7 205/55 R16 91V
Abzweigung
Abzweigung
Dunlop SP Sport Fast Response 195/65 R15 91H
Abzweigung
Abzweigung
Bridgestone Ecopia EP150 195/65 R15 91H
Abzweigung
63,13 Euro
98,29 Euro
63,59 Euro
130,74 Euro
133,40 Euro
79,77 Euro
80,23 Euro
71,37 Euro
55,41 Euro
58,22 Euro
52,88 Euro
83,45 Euro
54,26 Euro
111,94 Euro
114,23 Euro
69,13 Euro
70,31 Euro
62,91 Euro
48,96 Euro
52,07 Euro
16,23 Prozent
15,10 Prozent
14,68 Prozent
14,38 Prozent
14,37 Prozent
13,34 Prozent
12,35 Prozent
11,85 Prozent
11,63 Prozent
10,56 Prozent

Alle Tests und Ratgeber zum Thema Reifen
Wie lese ich den Energiespar-Aufkleber? Er enthält Information über den Rollwiderstand, die Nässehaftung und das Abrollgeräusch. Wie bei Haushaltsgeräten skalliert der Energiespar-Aufkleber von A (sehr gut) bis G (ungenügend). Die Angaben des Aufklebers sind natürlich nur Richtwerte und werden von den Herstellern selbst gewählt. Ein objektiver Reifentest sollte daher immer zu Rate gezogen werden.
Sind gebrauchte beziehungsweise runderneuerte Reifen zu empehlen? Gebrauchte beziehungsweise runderneuerte Reifen sind nicht zu empfehlen. Gerade bei gebrauchten Reifen gibt es keine Garantie, wie der Vorbesitzer die Reifen behandelt hat. Sollten Sie aber dennoch den Kauf gebrauchter Reifen in Betracht ziehen, achten Sie unbedingt auf die Profiltiefe und die DOT-Nummer. Auch die Seitenwand des Reifens kann Aufschluss über den Zustand geben. Ausgefranste oder abgescheurte Kanten? Finger weg! Runderneuerte Reifen sind eine günstigere Option zu neuen Reifen und sind mit einem "R" oder dem Begriff "runderneuert" beziehungsweise "retreaded" gekennzeichnet. Beachten Sie aber, dass runderneuerte Reifen niemals mit neuen Reifen bei Sicherheit oder Fahreigenschaften mithalten können.
Sommerreifen: 20-Zöller im Test

Sollte ich Sommerreifen im Winter kaufen? Wer Geld sparen will, der kann Sommerreifen auch schon im Winter kaufen. Dann gibt es aber nur das Vorjahresmodell und keine aktuellen Reifen. Neuerscheinungen bringen die Hersteller erst zum Start der Saison auf den Markt. Dafür lassen sich bis zu 16 Prozent beim Kauf eines neuen Satzes Reifen sparen.
Was ist beim Kauf im Internet zu beachten? Die Frage, die sich Kunden stellen sollten, ist, ob sie nur Reifen oder Reifen mit Felgen kaufen wollen. Internetanbieter montiern in den meisten Fällen die Reifen auf die Felge und ersparen dem Kunden den Transport der Reifen in die Werkstatt. reifen.com beispielsweise liefert zum Kunden nach Hause, zu einem reifen.com-Montagepartner oder einer Werkstatt Ihrer Wahl. Beim Kauf von Kompletträdern sind Reifendruckkontollsensoren, die seit dem 1. November 2014 Pflicht sind, meist nicht mit verbaut. Sie müssen gegen Aufpreis dazubestellt werden.

Von

Christoph Richter