Spritspar-Spezial, Teil 4
Wege aus der Benzinpreisspirale

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Nie war Tanken so teuer wie heute. Und die Preise steigen weiter. Wer in Zukunft sparen will, muss umsteigen: auf E85, Erd- und Autogas oder Pflanzenöl.
Es ist ja nicht so, dass Tanken jemals unser Hobby gewesen wäre. Aber zurzeit könnte man vor Wut einfach in den Benzinschlauch beißen. Die Kraftstoffpreise kennen nur noch eine Richtung: steil nach oben. Was bleibt? Der Ausstieg aus der Preisspirale. Und zwar mit alternativen Kraftstoffen. Und die gibt es durchaus: E85, Pflanzenöl, Erd- und Autogas. Eine Übersicht mit den wichtigsten Vor- und Nachteilen zeigt Ihnen diese Seite. Doch bevor Sie zum Alternativ-Sprit greifen gilt unbedingt: Erst vom Fachmann prüfen lassen, ob der Wagen den neuen Kraftstoff überhaupt verträgt. Und nachrechnen, ob sich die anfallenden Umbauarbeiten auch wirklich lohnen. Denn nicht immer stehen die Umrüstkosten auch in wünschenswertem Verhältnis zu den möglichen Einsparungen.
E85 (Ethanol): Fahren mit Alkohol
E85 ist ein Gemisch aus 15 Prozent Benzin und 85 Prozent Ethanol (Alkohol). Einige Öko-Typen von Ford, Saab oder Volvo vertragen es ab Werk. Da der Umrüstaufwand gering ist – das Material vom Kraftstoffsystem und die Motorsteuerung werden angepasst –, liegt der Aufpreis bei 250 bis 1000 Euro. Nachrüstsätze gibt es für wenige Modelle, sie kosten circa 600 Euro. Bitterer Nachgeschmack beim Gebrauch von E85: Der Ethanolanteil könnte fast CO2-neutral verbrennen – Geschäftemacher stehen aber im Verdacht, Urwaldflächen für den Anbau von Ethanolpflanzen zu roden. Motorverträglichkeit: Die Materialverträglichkeit des Kraftstoffsystems und die Motorsteuerung sind auf Ethanol anzupassen. Umwelt: Die Verbrennung ist fast C02-neutral, allerdings fällt CO2 bei der Produktion an. Preis pro Liter: 90 Cent, effektiver Literpreis 1,17 Euro durch Mehrverbrauch. Perspektive: Das Tankstellennetz ist noch sehr dünn, wird aber kontinuierlich enger geknüpft. Der Preis folgt den konventionellen Kraftstoffpreisen, schwankt aber nicht so stark. Fazit: Besteht die Möglichkeit, ab Werk Alkoholverträglichkeit mitzubestellen, zum Beispiel beim Ford C-Max für 250 Euro, sollte diese Option gewählt werden.
Erdgas: Alternative ab Werk

Bild: AUTO BILD - Bader
Autogas: Kraftstoff für Umrüster
Wer seinen Benziner auf Gas umrüsten möchte, entscheidet sich fast immer für Autogas, auch LPG oder Flüssiggas genannt. Aufgrund der flüssigen Speicherung des Gases bei rund acht Bar ist das benötigte Tankvolumen viel kleiner und die Reichweite größer als bei Fahrzeugen mit Erdgas. Die Umrüstung kostet zwischen 1800 und 3000 Euro. Wichtig: Nicht alle Autos sind gleich gut für die Verwendung von Flüssiggas geeignet. Hier ist eine gründliche Beratung durch den Umrüst- oder Anlagenanbieter erforderlich. Kommt es zum Motorschaden, ist der Sparvorteil sofort dahin. Motorverträglichkeit: Es gibt Motoren mit zu weichen Auslassventilsitzen, was zu Motorschäden führen kann. Hier hilft der Tausch der Ventilsitzringe. Umwelt: Autogas verbrennt sauberer als Benzin oder Diesel. Preis pro Liter: 67 Cent, effektiver Literpreis rund 80 Cent durch Mehrverbrauch gegenüber Benzinbetrieb. Perspektive: Autogas ist bis 2018 steuerbegünstigt, grundsätzlich wird der Preis aber dem Ölpreis folgen. Fazit: Soll ein Benziner auf Gas umgerüstet werden, ist LPG erste Wahl. Die Umrüstung lohnt jedoch nur bei hoher Kilometerleistung. Nur dann werden die Umrüstkosten wieder eingefahren. Wichtig: 15 bis 20 Prozent Mehrverbrauch einrechnen.
Pflanzenöl: Alternative für Diesel

Bild: AUTO BILD - Krieger
Weitere Kraftstoff-Alternativen
Biodiesel: Durch neue Steuersätze schwindet der Preisvorteil, das Tanken lohnt zurzeit kaum noch. Elektroantrieb: Bisher waren die Batterien zu schwach das Problem scheint gelöst, erste Serienfahrzeuge kommen. Sunfuel (BtL): Biokraftstoffe der zweiten Generation. Anders als in der ersten wird die komplette Pflanze genutzt. Am Ende entsteht synthetischer Kraftstoff. Bisher nur geringe Produktionskapazitäten. Wasserstoff: verbrennt supersauber, muss aber künstlich hergestellt werden. Und die Herstellung ist sehr teuer. Fehlende Fahrzeuge und Infrastruktur für die Betankung. Wasserstoff könnte die Autos in der Zukunft antreiben.
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