Subaru Forester IV (Typ SJ): Gebrauchtwagen-Test
Den Forester IV lieber nicht als Diesel nehmen

Bild: Toni Bader / AUTO BILD
- Martin Braun
Subaru hatte es gut gemeint. Die Autoabteilung des Fuji-Heavy-Industriekonzerns aus Japan wollte den Wünschen der mitteleuropäischen Subaru-Fahrer nachkommen und präsentierte 2008 erstmals einen Turbodieselmotor – selbst entwickelt, 147 PS stark und selbstverständlich in Subaru-typischer Boxermotor-Bauweise, also mit einander gegenüberliegenden Zylindern; beim Vierzylinder demzufolge also mit zwei Zylindern links und zwei Zylindern rechts, die jeweils abwechselnd auf die längs im Motorraum positionierte Kurbelwelle einwirken. Die Älteren von uns kennen das Prinzip aus VW Käfer und VW Bus, den Jüngeren ist es von Porsche 911 und Boxster vertraut – bis heute.
Große Empfindlichkeit gegenüber Kurzstreckenbetrieb

Der vom Vorgänger bekannte und dort gefürchtete Diesel-Boxer benimmt sich nach Weiterentwicklung hier viel besser, aber nicht gut.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Subaru baut Boxermotoren bereits seit 1966, Allradautos seit 1972 und Turboboxer als Benziner seit 1983. Genug Erfahrung für die Entwicklung eines Turbodiesel-Boxers – sollte man meinen. Doch vom Diesel-Start im Jahr 2008 an gab es schwerwiegende Probleme, vor allem mit Kurbelwellenbrüchen aufgrund von Biegetendenzen der Wellenlagerungen. Verzweifelt besserten die Japaner in der laufenden Fertigung nach. Doch erst im hier besprochenen Forester der vierten Generation von 2013 hatte der Diesel-Boxer seine endgültige Entwicklungsstufe erreicht. Motorschäden gibt es hier – im Gegensatz zum Vorgänger – kaum mehr. Und doch muss vor dem Boxer-Diesel immer noch gewarnt werden. Kaum wegen Motorschäden, sondern wegen seiner Empfindlichkeit gegenüber Kurzstreckenbetrieb. Den nimmt er wegen des Dieselrußfilters und seiner elektronischen Regelung häufig übel: verstopfte Filter, Motorlauf im Notprogramm, Leistungsverlust, Mehrverbrauch – das sind die typischen Symptome. Es gibt aber auch Subaru-Fahrer, die mit dem Boxer-Diesel unbehelligt 200.000 Kilometer abgespult haben. Das persönliche Fahrprofil muss eben passen.
Automatik-Forester dürfen mehr ziehen als Schaltwagen

Bei den Schaltgetriebe-Forester leidet die Kupplung beim Anfahren mit schwereren Anhängern stark und verschleißt dann vorzeitig.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Dagegen sind die Benziner-Forester ein Ausbund an Problemarmut. Man muss gegenüber dem Diesel eben mit 2,5 Liter/100 km Mehrverbrauch rechnen, beim 240 PS starken Turbo mit 3,5 bis 4 Liter/100 km. Dafür laufen die Benziner ohne Murren. Die ebenfalls sehr spezielle Automatik hält auch. Sie kombiniert eine stufenlose Übersetzungsanpassung per Keilrädern und metallener Laschenkette mit einem durablen Drehmomentwandler zum Anfahren. Das ist auch der Grund, warum Subaru beim Automatik-Forester mehr Anhängelast freigibt als beim Schaltwagen. Dessen Kupplung zeigt sich bei Anhängerbetrieb früh überlastet. Typisch für Subaru-Fahrer ist, dass sie ihre Werkstatt loben. Die Vertragshändler sind meist Familienbetriebe auf dem Land. Die haben in der Dieselzeit viel mitgemacht – und trotzdem durchgehalten.
Fazit: Einen gebrauchten Diesel-Forester der vierten Generation kaufen? Ja, wenn man nie Kurzstrecken fährt. Ansonsten sind die Benziner so problemlos wie eh und je und deshalb ein Kauftipp, auch wenn sie nicht sparsam sind.
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