TCR Germany: ABMS-Gaststart

TCR Germany: ABMS-Gaststart

Vornedrin statt nur dabei

Beim Auftakt der ADAC TCR Germany war AUTO BILD MOTORSPORT mit einem Gaststarter mittendrin statt nur dabei – und auch vornedrin.
Noch sechs Minuten in Qualifying eins des TCR-Germany-Saisonstarts in Oschersleben. Die Schlagschrauber rattern, frische Yokohamas werden montiert, und ab geht‘s. „Zwei schnelle Runden“, schreit Renningenieur Johannes durch den Funk. Das Ziel: die Top 12. Die erste Runde vergeige ich in der Schikane. Die zweite sitzt, 1:32,9 Minuten, Platz 11. Aufatmen. Kurzer Check des Hyundai i30 N TCR (ca. 350 PS), die Räder von vorne nach hinten und ab ins Shootout.
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Johannes witzelt im Funk: Wenn ich Platz zehn schaffe, stehe ich in Rennen zwei auf Pole. Ich gebe alles. Auto und Pilot sind eine Einheit, der Vierzylinder schreit sich die Seele aus dem Leib, die roten Schaltlampen blinken im Disco-Style, Kurve elf wage ich im vierten statt im dritten Gang, in der Schikane hebelt es den Koreaner heftig aus, ohne Untersteuern auf Start-Ziel, im Display sehe ich 1:32,4. Im Funk ist es ruhig, keiner sagt was. Erst im Parc fermé sehe ich das breite Grinsen von Johannes. Platz zehn, Poleposition in Rennen zwei. Mir fehlen die Worte.

Beim Auftakt der ADAC TCR Germany war Guido Naumann als Gaststarter dabei.

Fortan wird im Fahrerlager getuschelt, wer der Journalist sei, und ob man ihn als Helfer für die Engstler-Stammpiloten Hesse und Coicaud einsetzen würde. Nichts da, mein Plan: die TCR-Germany hautnah erleben und mein eigenes Rennen fahren. Klar: Wenn jemand schneller ist, wird Platz gemacht, egal ob Honda, Opel, Seat, Hyundai oder VW.
Renntag eins, der Puls schon eine Stunde vor Rennstart auf Anschlag. Ich bin noch nie einen Start gefahren. Und nun soll ich mich im Mittelfeld mit der Konkurrenz balgen. Doch alles halb so schlimm, es wird oft eng und einmal wackelt sogar der Außenspiegel, doch die TCR-Meute fährt fair, Platz elf am Ende.
Dann der Sonntag. Und freie Sicht in der Startaufstellung. Die Grid Girls umzingeln meinen Hyundai. Ein paar Freudentränen kann ich mir nicht verkneifen. Der Streckenreporter adelt mich in höchsten Tönen, jetzt bloß nicht den Start vergeigen.
Launch Control am Lenkrad drücken, den i30 mit der Handbremse festhalten und warten bis die Ampel ausgeht. Der Start klappt wie am Schnürchen, nur der spätere Sieger Antti Buri zieht an mir vorbei. Ich bleibe dran, Windschatten nutzen, die Linie des Finnen studieren. Erst fünf Runden später kommt der große Pulk von hinten, alle Stoßstange an Stoßstange. Ich mische mich nicht ein, lasse die Jungs ziehen.
Im Parc fermé umarme ich die Engstler-Truppe, dieses Rennen werde ich nie vergessen. Der elfte Platz fühlt sich wie ein Sieg an. Mein Fazit: Die TCR-Germany ist eine der letzten Tourenwagenserien mit Charakter und waschechtem Motorsport. Das nächste Mal vom 17. bis 19.5. in Most (CZ).

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Fotos: Hyundai

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