Wenn Tesla-Fans den Namen hören, dürfte es sofort "Klick" machen. Denn Hansjörg von Gemmingen-Hornberg ist nicht nur ein deutscher Elektroautofanatiker. Er ist durch einen Tesla-Rekord bekannt und berühmt geworden. Mit seinem Model S P85+ hat er seine Bestmarke an gefahrenen Kilometern seit Jahren immer weiter ausgebaut, inzwischen ist er bereits 1,9 Millionen Kilometer.
Wenn man sich das veranschaulichen möchte, kann man einen Vergleich zu Erdumrundungen nehmen. Aktuell würde er an seiner mittlerweile 48. (!) Erdumrundung arbeiten.

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Seinen Tesla Model S hat er seit August 2014, es ist eine seltene Variante, die nur von 2012 bis November 2014 hergestellt wurde. Irre: Inzwischen hat von Gemmingen-Hornberg den 14. Motor und den vierten Akku in sein Fahrzeug einbauen lassen.

Fahren aus Leidenschaft

Der "Tesla-Mann" spricht nur selten über sein Hobby, zuletzt wurde er aber vom finnischen YouTube-Kanal Watt Energy interviewt. So verrät er zum Beispiel, wie er es zeitlich schafft, auf so eine unglaubliche Anzahl an Kilometern zu kommen. Ganz einfach: Als Rentner fährt er einfach aus Leidenschaft und nimmt sich täglich acht bis zehn Stunden Zeit dafür.
Warum musste er den Motor so oft wechseln? Tesla habe in den Anfängen des Model S mit Antriebsproblemen zu kämpfen gehabt und oft nicht gewusst, wie man diese nachhaltig repariere. Einige Motoren fielen daher schnell wieder aus. Während einige unter Garantie repariert wurden, musste von Gemmingen-Hornberg für andere selbst bezahlen.
Die Batterielebensdauer des Model S scheint hingegen besser zu sein: Der Wagen ist mittlerweile bei seinem vierten Akku, was bedeutet, dass jeder Akku durchschnittlich 475.000 Kilometer hielt.
Von Gemmingen-Hornberg fährt vorsichtig, macht alle 100 Kilometer eine Pause und fährt konstant mit 100 km/h auf der rechten Autobahnspur. Er vermeidet es, die Batterie vollständig zu entladen oder komplett aufzuladen. Erwähnenswert ist auch, dass der Rest des Fahrzeugs nach wie vor in gutem Zustand zu sein scheint. Aber wie schafft ein Stromer, der nach rund 500 Kilometern an die Steckdose muss, eine so unfassbar lange Laufstrecke?

Schonende Fahrweise, bedachtes Laden

Fahrweise: Rund 600 Kilometer pro Tag wurde das Model S im Schnitt bewegt. Für den gelernten Landwirt und jetzigen Privatier von Gemmingen kein Problem: "Früher saß ich den ganzen Tag auf dem Trecker, da war das auch nicht anders." Vor allem aber war die Fahrweise möglichst schonend, das Tempo selten über 120 km/h. Denn ein häufiger Wechsel zwischen Beschleunigung und Rekuperation erzeugt Abwärme und fördert damit die Degeneration der Batteriezellen.
Tesla Model S 1 Million Kilometer
Die letzten Kilometer zur Million legte der Tesla unter den Augen eines Sachverständigen zurück.
Bild: Holger Karkheck / AUTO BILD
Batterie und Antrieb: Der jetzige Akku ist der zweite neue und hielt bisher 476.000 Kilometer. Seine nutzbare Restkapazität beträgt noch 61,9 kWh, weniger als 20 Prozent unter dem Neuzustand. Die Reichweite liegt inzwischen noch bei 330 Kilometern. Der Motor ist der vierte, er ist bereits seit 700.000 Kilometern im Einsatz. Alles wurde auf Garantie von Tesla getauscht.
Laden: Meist hielt von Gemmingen den Ladezustand zwischen 20 und 80 Prozent, wie er dem "Manager Magazin" sagte. Bei unter 20 Prozent und kalter Batterie drohten den ersten Zellen Unterspannung und damit eine verringerte Lebensdauer. Der aktuelle Akku verzeichnete bis zur Millionenmarke 1613 Ladezyklen, zu 40 Prozent an Supercharger-Schnellladern. Der Verbrauch lag zuletzt bei 16,6 kWh pro 100 Kilometer.

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Bremsen kaum benutzt, wenig Verschleiß

Bremsen: "In 99 Prozent der Fälle fahre ich mit Rekuperation und muss gar nicht bremsen", erklärte der Tesla-Besitzer BILD. So mussten nur alle 400.000 Kilometer die Bremsen ausgetauscht werden. Auch das trug zur gleichmäßigen Fahrweise (s.o.) bei. Verschleiß: Der hielt sich in Grenzen. Alle 50.000 Kilometer gab's neue Reifen. Unter anderem wurden einmal die Vorderachse komplett repariert, ein neuer Touchscreen samt Computer verbaut und die hinteren Stoßdämpfer getauscht.
Kosten: Die Reparaturen schlugen mit 13.000 Euro zu Buche. Das Laden kostete fast nichts, denn: Das Laden an den Superchargern war für den Tesla kostenlos, zudem erzeugte von Gemmingen zu Hause günstigen Strom mit einer Photovoltaikanlage und nutzte häufig andere kostenlose öffentliche Ladestationen.
Elektro-Vielfahrer
Rekordfahrer: Hansjörg Freiherr von Gemmingen-Hornberg in seinem Millionen-Tesla.
Bild: Marijan Murat

Ziel: Verständnis für alternative Antriebe

Und warum steckt der 56-Jährige, der sein Vermögen zum Teil mit Devisentrading machte, sein Geld in dieses Hobby? Er will für mehr Verständnis für alternative Antriebe sorgen: "Das Elektroauto ist ein Mosaikstein, es muss viel mehr passieren." 2013 traf der Rekordler übrigens mal Tesla-Chef Musk. Das Gespräch war sehr kurz: "Er konnte nicht viel mit mir anfangen."