Tesla Model Y im Test
So schneidet das E-SUV Tesla Model Y im Alltagstest ab

Deutschlands aktuell beliebtestes Elektroauto im Alltagstest: Der Tesla Model Y überzeugt mit Leistung, Reichweite und praktischem Nutzen.
Bild: Dennis Petermann / AUTO BILD
Den Autoschlüssel langsam ins Zündschloss stecken, drehen und dann warten, bis der Motor nach zwei bis drei Versuchen anspringt. Das war das analoge Zeitalter des Autos. Bei Tesla reicht die Anwesenheit einer Chipkarte oder sogar nur ein Telefon mit Tesla-App und Bluetooth-Verbindung – und schon ist der Motor aktiviert und startbereit.
Überhaupt scheint hier alles automatisiert zu sein. Ich gucke auf einen einzigen Monitor in der Größe eines 15-Zoll-Tablet-PCs in der Mitte und zwei Dreh-Drück-Knöpfe im Lenkrad – mehr gibt es im Cockpit nicht zu sehen. Von hier aus muss man fast alle Autofunktionen bedienen – vom Scheibenwischer übers Handschuhfach bis hin zur Ladekabel-Entriegelung.

Das Cockpit des Model Y ist sehr reduziert, hat Knöpfe nur noch auf dem Lenkrad – das ist typisch Tesla.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Für Tesla-Fahrer nichts Ungewöhnliches. Für alle anderen Autofahrer ein gewöhnungsbedürftiger Anblick. Nicht einmal ein Tacho oder ein Display hinterm Lenkrad ist noch da. Ich habe in einem Tesla immer das Gefühl von "Zukunft jetzt!".
534 PS sorgen für den typischen Elektro-Kick
Das Islandpferd guckt nicht mal hoch, wenn ich losfahre. Das künstliche Surren scheint die Original-Pferdestärke nicht besonders zu interessieren. Dass ich über 500 neuzeitliche Pferde an Bord habe, quittiert der Vierbeiner nur mit einem Kopfschütteln. Dass der Tesla im Sport-Modus in 3,7 Sekunden auf 100 fliegt und ich das natürlich ausprobieren muss, quittiert meine Frau wiederum mit einem Kopfschütteln.

Sportwagen: Wenn er gefordert wird, geht der große Tesla in 3,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 – dank 534 Elektro-PS.
Bild: Dennis Petermann / AUTO BILD
Tesla hat sich mittlerweile etabliert, das Model Y ist das meistverkaufte E-Auto in Deutschland im ersten Halbjahr 2023 und der Anblick auf deutschen Straßen Normalität. Trotzdem ist es noch immer etwas Besonderes, damit zu fahren, auch wenn mich nicht alles am Elektro-Ami überzeugt.
Fahrzeugdaten
Modell | Tesla Model Y Performance |
|---|---|
Leistung | 393 kW (534 PS) |
Akkukapazität | ca. 80 kWh |
Länge/Breite/Höhe | 4751/1921/1624 mm |
Kofferraum | 854–2158 l |
0–100 km/h | 3,7 s |
Vmax | 250 km/h |
Verbrauch (WLTP) | 17,3 kWh/100 km |
Preis | ab 60.990 Euro |
Reichweite über 400 Kilometer
Als ich einsteige, stehen 475 km Reichweite (die E-Autos mit der größten Reichweite) auf dem Display, voll geladen sollen es laut WLTP 514 km sein. Ich habe mit einer Ladung rund 390 km geschafft und hatte sogar noch 20 km Restreichweite, um mir eine Ladesäule zu suchen. Damit komme ich sehr gut über das Wochenende, selbst die An- und Abfahrt zum 100 Kilometer entfernten Ponyhof sind kein Problem. Und dass, obwohl ich auf der Autobahn auch mal über 200 km/h gefahren bin.
Im Fahrwerk steckt einige Härte
Weniger überzeugend waren für mich Lenkung und Federung auf dem Trip. Denn der Tesla ist weit weg vom einstmals gemütlichen amerikanischen Straßenkreuzer. Es geht durchaus straff zur Sache, und Querfugen oder kleinere Straßenschäden werden auch mal humorlos durchgereicht.

Die Federung geht ziemlich straff zur Sache, Querfugen und kleinere Straßenschäden werden auch schon mal durchgereicht.
Bild: Dennis Petermann / AUTO BILD
Liegt sicherlich auch an den 21-Zoll-Rädern, die sind in der Performance-Variante serienmäßig und leider ziemlich anfällig für Bordstein-Kratzer. Dazu hat das Lenkrad leicht digitale Züge – entweder 0 oder 1 –, beim Lenkeinschlag kommt die Reaktion schnell und spitz. Immerhin: Man kann die Lenkung auch auf einen weniger sportlichen Modus einstellen, aber das Highlight des Tesla wird sie dennoch nicht.
Die größten Stärken sind eigentlich Platz und Preis. Das Model Y bietet enorm viel Stauraum. Wie bei Tesla üblich gibt es einen sogenannten Frunk unter der vorderen Haube (zum Beispiel für das Ladekabel) und im Model Y dazu noch einen riesigen Kofferraum mit einem tiefen doppelten Boden.

Nicht nur für Golf-Spieler: Der Kofferraum schluckt schon 854 Liter – und dann lässt sich ja auch noch die Rückbank umklappen.
Bild: Dennis Petermann / AUTO BILD
Auch die Rücklehne ist natürlich umklappbar. Wer es darauf anlegt, kann über 2000 Liter Ladevolumen befüllen. Eine Menge Futter für die Pferde. Vielleicht interessieren sich die Ur-PS dann ja für die Neuzeit-Elektro-Pferdchen?
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