Tipps zur Reifenpflege
Diese sieben Reifen-Checks dürfen Sie nicht ignorieren

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Wer seine Reifen regelmäßig und mit einfachen Checks prüft, fährt sicherer, spart Sprit und verlängert ihre Lebensdauer. Hier kommen die wichtigsten Tipps im Überblick.
Bild: Pirelli
Reifen sind die einzige Verbindung zwischen Ihrem Fahrzeug und der Straße – ihre Pflege ist daher entscheidend für Ihre Sicherheit und den optimalen Fahrkomfort. Was sind die wichtigsten Punkte, auf die man achten sollte? AUTO BILD hat darüber mit Thomas Michel, Chief Technical Officer Pirelli Deutschland, gesprochen.
1. Reifendruck regelmäßig prüfen
Warum? "Ein optimaler Reifendruck ist entscheidend für Sicherheit, Reifenlebensdauer und den Energieverbrauch eines Automobils", betont Thomas Michel. "Ein zu niedriger Fülldruck erhöht den Rollwiderstand und den Energieverbrauch, während ein zu hoher Druck den Komfort und die Bodenhaftung beeinträchtigt."
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Wann? Obwohl viele Fahrzeuge über ein Reifendruck-Kontrollsystem (RDKS) verfügen, sollten Autofahrer den Reifendruck mindestens einmal im Monat manuell prüfen, insbesondere vor längeren Fahrten. "Dies gilt besonders für Fahrzeuge, die häufig mit hohen Geschwindigkeiten oder schwerer Beladung gefahren werden", führt Thomas Michel weiter aus. Auch wichtig: "Die Sensoren des RDKS werden durch kleine Batterien betrieben, die nach einigen Jahren schwächer werden können. Achten Sie darauf, dass das System regelmäßig überprüft wird, besonders bei älteren Fahrzeugen." Sensoren können auch durch mechanische Einflüsse beschädigt werden, etwa beim Reifenwechsel.

Regelmäßig kontrollieren: Ein zu niedriger Reifendruck kann sowohl den Verschleiß als auch den Kraftstoffverbrauch erhöhen.
Bild: Christoph Börries
Tipp: "Bei Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden, die aufgrund der Batterie oft schwerer sind als Verbrenner, ist es besonders wichtig, den richtigen Druck einzuhalten, um die Reichweite zu maximieren und den Reifenverschleiß zu minimieren", betont Michel.
2. Tiefe des Reifenprofils kontrollieren
Warum? "Die Profiltiefe beeinflusst direkt die Fahrsicherheit, besonders bei Nässe und Schnee", sagt Thomas Michel. "Ein zu geringes Profil erhöht das Risiko von Aquaplaning und verlängert die Bremswege."
Wann? Überprüfen Sie die Profiltiefe regelmäßig, mindestens alle fünf bis sechs Monate, oder wenn Sie merken, dass der Grip nachlässt.

Mit einem Profil-Messgerät wie diesem lässt sich die Profiltiefe schnell und einfach überprüfen.
Bild: Ralf Timm / Auto Bild
Tipp: Der ADAC empfiehlt mindestens 3 mm Restprofil für Sommerreifen und mindestens 4 mm für Winterreifen. Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt in Deutschland 1,6 mm. Aus Sicherheitsgründen sollten Reifen jedoch deutlich früher ersetzt werden.
3. Reifen auf Schäden untersuchen
Warum? "Schäden an den Reifen, wie Schnitte, Risse oder Beulen, erhöhen das Risiko einer Reifenpanne und sollten daher frühzeitig erkannt werden", erläutert Thomas Michel.
Wann? Überprüfen Sie Ihre Reifen mindestens einmal im Monat und zusätzlich nach längeren Fahrten auf schlechten Straßen oder heftigen Bordsteinkontakten.

Wird oftmals vernachlässigt: Nicht nur die Restprofiltiefe ist entscheidend. Der Reifen sollte auch regelmäßig auf Schäden untersucht werden.
Bild: Ralf Timm / Auto Bild
Tipp: "Machen Sie eine Sichtprüfung und suchen nach Rissen, Beulen, Abnutzungserscheinungen und eingedrungenen Fremdkörpern", empfiehlt der Experte. "Sollten Sie etwas Verdächtiges bemerken oder sich unsicher fühlen, lassen Sie die Reifen bei einer Fachwerkstatt überprüfen. Insbesondere bei Elektrofahrzeugen, die schwerer sind und ein höheres Drehmoment erzeugen, ist es wichtig, auf Anzeichen von ungleichmäßiger Abnutzung oder feinen Rissen zu achten, da diese Reifen stärker beansprucht werden."
4. Räder auswuchten und Achse vermessen lassen
Warum? "Eine Unwucht kann zu ungleichmäßigem Reifenabrieb, höherem Verschleiß und unangenehmen Vibrationen führen und darüber hinaus die Stoßdämpfer und die Radaufhängung übermäßig belasten."
Wann? Lassen Sie die Räder bei jedem Reifenwechsel bzw. Ganzjahresreifen alle sechs Monate auf Unwuchten prüfen und gegebenenfalls auswuchten, um ungleichmäßigen Verschleiß zu vermeiden. Eine Achsvermessung sollte einmal jährlich oder nach einem heftigen Stoß gegen einen Bordstein durchgeführt werden.
5. Reifen richtig lagern
Warum? "Eine unsachgemäße Lagerung kann zu Deformationen und Materialschäden führen, was die Lebensdauer der Reifen erheblich verkürzt."
Tipp: Lagern Sie Reifen ohne Felgen stehend und drehen Sie sie gelegentlich, um Druckstellen zu vermeiden. Reifen auf Felgen sollten liegend gestapelt werden. Zudem sollten die Reifen nicht mit Chemikalien wie Benzin oder Öl in Kontakt kommen, weil diese das Gummi angreifen können.
6. Reifenalter beachten
Warum? Mit zunehmendem Alter verhärtet sich das Gummi der Reifen. Das kann die Haftung und Sicherheit beeinträchtigen.
Tipp: Auch wenn das Profil noch ausreichend ist, sollten Reifen in der Regel nach 6-8 Jahren ausgetauscht werden. Das Produktionsdatum finden Sie auf der Reifenflanke in Form des DOT-Codes (z. B. "DOT 1224" bedeutet: Produktion in der 12. Woche des Jahres 2024).
7. Umweltaspekte beachten
Thomas Michel weist abschließend auf den Zusammenhang zwischen Reifenpflege und Umweltschutz hin: "Ein gut gepflegter Reifen mit korrektem Luftdruck reduziert den Kraftstoff- bzw. Energieverbrauch des Fahrzeugs. Zudem verlängert eine gute Pflege die Lebensdauer der Reifen, was wiederum Ressourcen schont und weniger Reifenabfälle produziert."
Wer diese Tipps beachtet, kann also nicht nur die Lebensdauer seiner Reifen verlängern, sondern trägt auch aktiv zur eigenen Sicherheit und zum Umweltschutz bei.
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