Toyota Aygo X Hybrid: Test
Das Drei-Liter-Auto ist zurück: Aygo X Hybrid spart richtig Sprit

Auch das Kleinstmobil Toyota Aygo X gibt es jetzt nur noch als Vollhybrid. Passt das ebenso kluge wie knauserige Konzept in den japanischen Knirps? Der AUTO BILD-Test liefert die Antwort.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Hoffentlich platzt der nicht! 3,78 Meter kurz, winzige Überhänge und schmale 175er-Reifen stellen die Verbindung zur Straße her – ein wahrlich zartes Auto.
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In diese kleine Schale hat Toyota einen prallen Hybridtechnik-Kern gestopft, den winzigen Viersitzer dadurch bis zum Bersten voll mit Antriebstricks und Effizienzausrüstung gefüllt. Ob das gut geht?
Nur 3,9 Liter auf 100 Kilometer nach WLTP
Wir gehen fest davon aus! Sowohl Auto als auch Antriebspaket sind bewährte Stücke, die bei uns bereits häufiger getestet und für stimmig befunden wurden. Für den X verspricht Toyota zudem einen WLTP-Verbrauch von 3,9 Liter Super auf 100 Kilometer.

Verbrauchsversprechen: Toyota gibt den Aygo X Hybrid nach WLTP mit 3,9 l/100 km. Das kann der kleine Crossover sogar unterbieten.
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Also: Das Kleinstauto von Toyota und deren HEV-System (Vollhybrid, E-Maschine und 1.5er-Benziner können unabhängig voneinander agieren) unter einem Dach – wir testen diese vielversprechende Mischung. Genauer: erste Einordnung des Aygo X Hybrid GR Sport nach Noten.
Für knapp 30.000 Euro ist alles drin
Das kleine Kürzel GR soll Dynamik in die ganze Kiste bringen. Vorrangig bringt es jedoch Dynamik ins Portemonnaie. Denn aus dem passablen Grundpreis des X Hybrid (ab 19.990 Euro) wird durch die sportliche Ausstattungslinie ein 28.390 Euro teurer Begleiter. Immerhin ist da dann alles drin: Fahrassistenz wie eine selbsttätig agierende Staufolgehilfe, aktive Spurhaltetechnik, sogar ein Pre-Collision-System.

Volle Hütte: In der GR-Ausstattung steckt so ziemlich alles, was nützlich und komfortabel ist. Der Materialeindrück ist leider nur mäßig.
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Dazu gibt es 18 Zoll große Räder, eine sauber darstellende Rückfahrkamera und ein äußerst vollständiges Multimediasystem inklusive Smartphone-Spiegelung, Online-Navigation und 10,5 Zoll großem Berührbildschirm. Hier regelt der Fahrer im Prinzip alles, was den Aygo bewegt.
Fahrzeugdaten
Modell | Toyota Aygo X Hybrid |
|---|---|
Motor Bauart/Zylinder | Dreizylinder, Hybrid |
Einbaulage | vorn quer |
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 |
Nockenwellenantrieb | Kette |
Hubraum | 1490 cm³ |
Systemleistung | 85 kW (116 PS) |
Systemdrehmoment | 120 Nm |
Vmax | 172 km/h |
Getriebe | stufenloses Getriebe |
Antrieb | Vorderradantrieb |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben |
Testwagenbereifung | 175/60 R 18 H |
Reifentyp | Falken Sincera SN 110 A |
Radgröße | 6,5 x 18" |
Abgas CO2 | 89 g/km |
Verbrauch* | 3,9 l/100 km |
Tankinhalt | 30 l |
Kraftstoffsorte | Super |
Partikelfilter | Serie |
Vorbeifahrgeräusch | 66 dB(A) |
Anhängelast gebr./ungebr. | - |
Stützlast | k. A. |
Kofferraumvolumen | 231–829 l |
Länge/Breite/Höhe | 3776/1740–2010**/1525 mm |
Radstand | 2430 mm |
Grundpreis | 21.990 Euro |
Testwagenpreis (wird gewertet) | 28.390 Euro |
Der Klimabedienung hat Toyota dagegen ein eigenes Tastenfeld mit Drehreglern spendiert – gut so. Allerdings muss der Fahrer Einstellungen zur Fahrassistenz umständlich über Lenkradtasten koordinieren, sich dabei über irrwitzige Logik wundern.

Verwirrend und ablenkend: Bei der Bedienung macht der kleine Toyota wenig Freude – die Logik ist mitunter kaum nachvollziehbar.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Manche Pfade öffnen sich über langen Tastendruck, einige Menüs reagieren nur bei Stillstand des Autos, und manche erfordern eine zusätzliche Bestätigung in winzig kleinen Textfeldern. Über allem schwebt, stört und nervt eine viel zu empfindliche Aufmerksamkeitswarnung. Ohne Übertreibung: Hier findet das berühmte Mäusemelken statt!
Im kleinen Toyota steckt sogar Komfort
In allen anderen Belangen hat Toyota seine Hausaufgaben dagegen gemacht. Bei aller Kürze der Karosserie ist das Auto dank vier Türen, leichter Heckklappe und geteilter Fondlehne brauchbar funktional, es ist sehr wendig und angenehm übersichtlich.

Ordentlich abgestimmt: Die Federung des Aygo hält Unebenebenheiten überraschend gut von den Passagieren fern.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Dabei kann es mehr als nur in der City herumflitzen. Die Federung sortiert Unebenheiten unerwartet erwachsen aus, spricht auch auf Querfugen passabel an, und von den großen Rädern (im GR 18 Zoll Durchmesser) hätten wir ein deutlich kantigeres Abrollverhalten erwartet.
Messwerte
Modell | Toyota Aygo X Hybrid |
|---|---|
Beschleunigung | |
0–50 km/h | 3,5 s |
0–100 km/h | 9,8 s |
0–130 km/h | 16,6 s |
0–160 km/h | 30,0 s |
Zwischenspurt | |
60–100 km/h | 5,3 s |
80–120 km/h | 7,0 s |
Leergewicht/Zuladung | 1116/394 kg |
Gewichtsverteilung v./h. | 63/37 % |
Wendekreis links/rechts | 10,0/10,1 m |
Sitzhöhe | 605 mm |
Bremsweg | |
aus 100 km/h kalt | 37,4 m |
aus 100 km/h warm | 38,2 m |
Innengeräusch | |
bei 50 km/h | 59 dB(A) |
bei 100 km/h | 67 dB(A) |
bei 130 km/h | 71 dB(A) |
Verbrauch | |
Sparverbrauch | 3,6 l S/100 km |
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde (Abweichung zur WLTP-Angabe) | 5,5 l S/100 km (+41 %) |
Sportverbrauch | 6,8 l S/100 km |
CO2 (Testverbrauch) | 130 g/km |
Reichweite (Testverbrauch) | 545 km |
Gleichzeitig geht es bis Autobahntempo geräuscharm zu, der Geradeauslauf stimmt, und in Ausweichversuchen beweist der kleine Toyota ein vorbildlich sicheres Fahrverhalten. Allenfalls die in der Lehne schwach führenden Sitze und der mäßige Materialeindruck im Innenraum passen nicht zu dem ansonsten erwachsenen und vollwertigen Fahrgefühl. Nicht vergessen: Wir jagen hier gerade einen Kleinstwagen – A-Segment, unterhalb von Corsa & Co – durch die Testprozedur.
Hybridantrieb arbeitet geschliffen und sparsam
Nun zum wichtigsten Teil unseres Programms: Was kann der Hybridantrieb? Sehr sparsam laufen zum Beispiel. Alles, was unter die Rubriken Landstraße und Stadtverkehr fällt, beherrscht die Kombination aus 1.5er-Benziner und E-Maschine aus dem Effeff. Hier sind Verbräuche knapp über drei Litern möglich.

Intelligent verteilt: Den Kraftfluss der beiden Antriebsquellen hat Toyota stets passend programmiert. Und richtig sparsam ist der Hybrid auch.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Langsam ist man dabei nicht. Immerhin 120/141 Newtonmeter Drehmoment (Benzin/Elektro) stehen zur Verfügung, das sorgt für lässig-kräftige Anfahrmanöver – in Maßen auch vollelektrisch. Beim starken Beschleunigen tritt der Dreizylinder akustisch hervor, doch gequält oder gehetzt wirkt und klingt der Benziner nie.
Wertung Toyota Aygo X Hybrid
Kategorie | Bewertung / Beschreibung | Punkte |
|---|---|---|
Karosserie | Dem Segment entsprechend wenig Platz im Fond, schlichte Materialien, jedoch gut verarbeitet. | 2,5 / 5 |
Antrieb | Intelligente Regelung der Kräfte, Dreizylinder angenehm, kann sanft elektrisch und segeln. | 4 / 5 |
Fahrdynamik | Gutes Beschleunigungsvermögen, gute Fahreigenschaften, Bremsen fehlerfrei. | 3 / 5 |
Connected Car | Fahrhilfen und Multimedia auf gutem Stand – die Bedienstruktur dahinter ist jedoch misslungen. | 3,5 / 5 |
Umwelt | Niedriges Gewicht, kleinste Verkehrsfläche, CO2-Wunder, konzeptionell passende Elektrifizierung. | 3 / 5 |
Komfort | Sitze angenehm gepolstert, Federung erstaunlich universell, in Teillast leise Fahrgeräusche. | 3 / 5 |
Kosten | Kaufpreis (Testwagen: 28.390 Euro) hoch, drei Jahre Garantie, niedrige Kraftstoff- und Unterhaltskosten. | 2,5 / 5 |
AUTO BILD-Testnote | 2,9 |
Beeindruckend geschliffen und intelligent hat Toyota die Verteilung der Kräfte programmiert. Sachte E-Unterstützung beim Gasgeben aus tiefen Drehzahlen heraus, Schwung halten ohne Last, im Schieben Energie über den Generator in die Batterien leiten – für jede Fahrsituation passt der Kräftepfad. Dazu gibt's Fahrprogramme wie Eco oder Sport sowie einen B-Modus des Automatikgetriebes. Ganz schön viel drin – bitte nicht platzen!
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