Von Teilzeit auf Vollzeit wechseln – das kennt man sonst aus der Arbeitswelt. Und es betrifft auch Toyota. Denn während so gut wie alle Modelle der Japaner zeitweilig leise dahinsummen – rein elektrisch fährt bislang nur einer: der bZ4X. Nach dessen Allradversion muss sich nun der Fronttriebler im Test beweisen.

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Was wir gleich am Anfang attestieren können: Die im letzten Test des Allrad-bZ4X von uns festgestellte Ladeleistung von nur rund 60 Kilowatt ist offensichtlich Geschichte. Der frontgetriebene Testwagen lud jetzt – wie von Toyota angegeben – maximal mit rund 150 kW, schafft es damit in 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent Batterie-Ladestand.
Toyota BZ4X
Jetzt passt es: Als Fronttriebler lädt der bZ4X mit 150 kW. Von 10 auf 80 Prozent Akkuladung geht es so in 30 Minuten.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD

Toyota bZ4X mit verbesserter Ladeleistung

Auch die Zeiten des einphasigen 6-kW-Onboard-Laders sind vorbei – der war dem Teilemangel im vergangenen Jahr geschuldet. Neu bestellte Modelle sind alle mit der dreiphasigen Variante ausgerüstet, die zum Beispiel an der heimischen Wallbox bis zu 11 kW möglich macht.
Ganz optimal lief das Laden im Test trotzdem nicht immer: Zweimal brach der Toyota den Ladevorgang einfach bei 95 Prozent ab. Auch kam es vor, dass der Ladestecker nicht sauber in der Buchse am Auto verriegelte. Dabei saß er eigentlich korrekt drin.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart/Zylinder 
Synchronelektromotor 
Einbaulage 
vorn 
Spitzenleistung 
150 kW (204 PS) 
Dauerleistung 
73 kW 
maximales Drehmoment 
265 Nm 
Vmax
160 km/h 
Getriebe 
Einganggetriebe 
Antrieb 
Vorderradantrieb 
Bremsen vorn/hinten 
Scheiben/Scheiben 
Testwagenbereifung 
235/50 R 20 V 
Reifentyp 
Dunlop SP Sport Maxx 060 
Radgröße 
7,5 x 20" 
Reichweite 
513 km 
Verbrauch 
14,4 kWh/100 km 
Batterieart 
Lithium-Ionen 
Batteriekapazität (brutto) 
71,4 kWh 
Ladeleistung AC/DC 
11/150 kW 
Ladezeit (DC-Ladung) 
30 Minuten (10-80 %) 
Ladeanschluss 
vorn links 
Vorbeifahrgeräusch 
64 dB(A) 
Anhängelast gebr./ungebr. 
750/750 kg 
Stützlast 
75 kg 
Kofferraumvolumen 
452 l - k. A. 
Länge/Breite/Höhe 
4690/1860–2180**/1600 mm 
Radstand 
2850 mm 
Grundpreis
47.490 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
58.090 Euro
Ist man dann erst einmal unterwegs, gibt sich auch der einmotorige, frontgetriebene bZ4X mit seinen 204 PS mehr als ausreichend flott. Würde der Toyota nicht elektronisch eingebremst, wäre spürbar deutlich mehr drin als die angegebenen 160 Sachen.
Toyota BZ4X
In 7,3 Sekunden sprintet der Toyota auf Tempo 100 und erreicht maximal 160 km/h. Dabei stört ein leichtes Zerren in der Lenkung.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Störend fällt ab und zu ein Zerren in der Lenkung auf – etwa wenn man den bZ4X bittet, in 7,3 Sekunden auf Tempo 100 zu sprinten. Und die Zugtier-Qualitäten des Japaners waren vorher mit maximal 750 Kilo auch schon relativ bescheiden, haben nicht noch weiter gelitten.

Mit Frontantrieb sind 370 Kilometer drin

Gesteigert hat sich mit dem Wegfall des zweiten Motors die Effizienz. Die 19,1 Kilowattstunden Testverbrauch (So viel Strom verbrauchen E-Autos auf 100 km) sind deutlich weniger als beim Allradler. Allerdings, notwendige Ergänzung, den haben wir im Winter bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt gemessen. Beim aktuellen Test jetzt war es mit 23 Grad viel wärmer.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
2,8 s 
0–100 km/h 
7,3 s 
0–130 km/h 
12,1 s 
Zwischenspurt
60–100 km/h
3,5 s 
80–120 km/h 
4,9 s 
Leergewicht/Zuladung 
1926/539 kg 
Gewichtsverteilung v./h. 
57/43 % 
Wendekreis links/rechts 
11,8/11,9 m 
Sitzhöhe 
685 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
36,3 m 
aus 100 km/h warm 
35,9 m 
Innengeräusch
bei 50 km/h
55 dB(A) 
bei 100 km/h 
65 dB(A) 
bei 130 km/h 
69 dB(A) 
Verbrauch
Sparverbrauch 
15,9 kWh/100 km 
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
19,1 kWh/100 km
(+33 %)
Sportverbrauch 
22,9 kWh/100 km 
CO2 (lokal) 
0 g/km 
Reichweite (Testverbrauch) 
370 km 
Die 118 Kilo weniger Gewicht lassen den bZ4X auch im Vergleich zur Konkurrenz mit noch größeren Batterien recht leichtfüßig wirken, die direkt abgestimmte Lenkung passt gut dazu. Und die 71,4 Kilowattstunden Akkukapazität (brutto) langten im Test für eine Reichweite von 370 Kilometern.
Toyota BZ4X
Etwas unglücklich: Das Kombiinstrument muss über das Lenkrad erspäht werden. Dazu muss man den Sitz ziemlich hoch einstellen.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD

Ungewöhnliches Innenraumdesign

Eher ungewöhnliche Wege geht Toyotas erstes E-Auto nach wie vor im Innenraum. Das Kombiinstrument sitzt obenauf, muss über das Lenkrad erspäht werden. Manch einer würde wohl gern tiefer sitzen – muss den Sitz aber hoch einstellen, um alle Daten ablesen zu können.

Wertung

Wertung
Karosserie
Viel Platz hinten, Kofferraum durchschnittlich groß. Übersicht nach vorn und hinten nur mäßig.
3,5/5 Punkten
Antrieb
Ausreichende Fahrleistungen, niedrige Spitze. Geringerer Verbrauch als bei der Allradversion.
3,5/5 Punkten
Fahrdynamik
Direkte Lenkung und standfeste Bremsen. Fährt handlich – im Vergleich niedriges Gewicht.
3,5/5 Punkten
Connected Car
Die Sprachsteuerung kann viel, wenn sie online ist. Klima per Knopf am Schlüssel steuerbar.
4/5 Punkten
Umwelt
Ziemlich groß, moderates Gewicht. Testverbrauch in Ordnung, keine lokalen CO2-Emissionen.
3,5/5 Punkten
Komfort
Sitze und Einstieg gehen voll in Ordnung, die Bank hinten ist tief montiert. Windgeräusche eher laut.
4/5 Punkten
Kosten
Selbstbewusster Preis, teure Kasko, kurzes Wartungsintervall – Schnäppchen sehen anders aus.
2,5/5 Punkten
AUTO BILD-Testnote
2-
Großzügig bedacht hat Toyota den bZ4X ansonsten vor allem mit zwei Dingen. Erstens: Beinraum hinten, allerdings ist die Bank etwas tief montiert. Zweitens: Hartplastik. Was beim Kleinwagen Yaris in Ordnung gehen mag, wirkt bei Preisen ab 47.490 Euro für den bZ4X doch etwas hemdsärmelig. Im Testtrimm werden gut 58.000 Euro fällig – ein Vollzeitstromer für Vollverdiener.

Bildergalerie

Toyota BZ4X
Toyota bZ4X
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Toyota bZ4X im Test

Fazit

von

AUTO BILD
Gut, dass das Ladetempo beim bZ4X jetzt stimmt. Der Toyota fährt manierlich und bietet gerade hinten viel Platz. Verbesserungswürdig sind die Materialauswahl und die bescheidene Reichweite von 370 Kilometern. AUTO BILD-Testnote: 2-