Toyota Corolla (2023): Facelift für den Weltbestseller
Neuer Power-Corolla im Test
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Neuer Look, modernes Cockpit, stärkere Motoren – beim Facelift des Corolla hat sich Toyota nicht lumpen lassen. Überzeugt die Kombiversion im Einzeltest?
Bild: AUTO BILD
Änderungen an Fahrwerk und Antrieb
Die wohl überraschendste Erkenntnis zuerst: Der Corolla ist wie getestet, also mit großem Zweiliter-Hybrid und als GR Sport, tatsächlich ein fahraktives Auto geworden. Antriebsseitig trägt die verbesserte Gasannahme des um 16 Pferdchen auf 196 PS erstarkten Hybridantriebs dazu bei, zerrt den Kombi in 8,2 Sekunden auf Tempo 100. Auf der Autobahn hat man die Drehzahl des Verbrenners etwas abgesenkt, bei Richtgeschwindigkeit ist er nun kaum noch zu hören. Topspeed ist zügig erreicht, dabei schlägt man die angegebenen 180 Sachen sogar um etwa 10 km/h.

Als GR Sport ziert ein angedeuteter Diffusor das Heck des Corolla.
Bild: Olaf Itrich/AUTO BILD
Das CVT-Getriebe? Klar, auf der Autobahnauffahrt wird’s einmal kurz etwas lauter, wenn die digitale Nadel in den Power-Bereich klettert. Der Saugbenziner, noch immer mit Saugrohreinspritzung, dürfte gerne noch besser gedämmt sein. Aber ein Aufjaulen wie früher, das ist beim drehmomentstarken Zweiliter nur noch selten der Fall, zumindest bei moderater Beladung. Im Alltag gleitet man erstaunlich oft rein elektrisch dahin, selbst bei über 100 km/h macht der 113 PS starke E-Motor das möglich.
Alle diese Maßnahmen resultieren am Ende in 5,9 Liter Testverbrauch auf 100 Kilometer. In der Stadt sind auch Verbräuche mit einer Vier vorm Komma locker möglich, bei Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn genehmigt sich der Corolla rund 5,5 Liter. Einzig allein bei Vollgas geht beinahe jegliches Sparpotenzial verloren, dazu sind die Hybridantriebe aber auch einfach nicht konzipiert.
Apropos Strom: Den speichert jetzt ein Lithium-Ionen-Akku (vorher Nickel-Metallhydrid), der 14 Prozent weniger wiegen soll, bei 14 Prozent mehr Leistung. Das Adaptivfahrwerk, früher Serie beim GR Sport, hat Toyota ganz aus dem Programm genommen. So fährt es sich nun stets verbindlich-straff, ohne unkomfortabel zu sein. Allenfalls über Gullydeckel und Ähnliches rollen die 18-Zoll-Räder etwas kantig ab.
Mehr Digitales im Innenraum
Im Innenraum zog mit dem Facelift mehr digitaler Zeitgeist ein. Das 10,5-Zoll-Infotainment navigiert jetzt cloudbasiert, vier Jahre ist dieser Dienst inklusive. Alternativ lassen sich auch Offline-Karten ordern – für saftige 890 Euro. Und das ganze System ist over-the-air- updatefähig.

Der Bildschirm des neuen 10,5-Zoll-Infotainments ragt ein gutes Stück aus dem Armaturenbrett heraus.
Bild: Olaf Itrich/AUTO BILD
Die Daten vor dem Fahrer präsentiert nun ein 12,3 Zoll großer Bildschirm. Welche Daten dargestellt werden, lässt sich für links, rechts und Mitte recht frei konfigurieren. Die Navi-Karte mittig zu platzieren, sorgt aber für Verdruss, weil die Darstellung viel zu klein ist und ablenkt.

Die Infos links, rechts und in der Mitte lassen sich getrennt voneinander verstellen. Die Navi-Karte bleibt allerdings immer zu klein, was die Ablesbarkeit erschwert.
Bild: Olaf Itrich/AUTO BILD
Blöd: Toyota hat mit der Überarbeitung die Nachtbeleuchtung der Fensterheber weggespart, nur das Fahrerfenster hat sie noch. Dachten wohl, wir merken das nicht. Ha!

581 bis 1591 Liter Laderaum, im Boden gibt es noch ein großes Fach.
Bild: Olaf Itrich/AUTO BILD
In puncto Praktikabilität ist der Touring Sports der Limousine deutlich überlegen. Nicht nur, dass er bei Bedarf eine von der Ladekante bis zu den Vordersitzen plane Fläche bietet. Auch auf der Rückbank herrscht für die Knie deutlich mehr Platz, sechs Zentimeter mehr Radstand sei Dank. Ein paar äußerliche Retuschen gab’s zum Facelift übrigens auch, geänderte Leuchtgrafiken, neue Stoßfänger und Felgen, das Übliche eben.
Teurer an der Kasse
39640 Euro werden für den Testwagen fällig – das ist nicht geschenkt, aber angesichts der beinahe vollständigen Ausstattung in Ordnung. Zur Überarbeitung hat Toyota allerdings GR Sport und Lounge getauscht, sodass Letztere nun die neue Top-Linie darstellt. Feinheiten wie Head-up-Display, das Matrix-LED-Licht und JBL-Soundsystem gibt es nur dort.
Auch nicht zu vergessen: Wer regelmäßig bei Toyota in die Wartung fährt, profitiert von zehn Jahren Garantie.
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