Jeder, der schon mal in einer kleinen Wohnung oder in einem winzigen Zimmer gehaust hat, weiß, wie essenziell jeder noch so kleine Zentimeter ist. Man muss quasi Tetris spielen und sich so manch kreative Lösung zur bestmöglichen Platznutzung einfallen lassen. Genau nach diesem Prinzip scheint auch dieser umgebaute Toyota HiAce entstanden zu sein.
Denn obwohl der Transporter auf den ersten Blick kaum größer wirkt als ein gewöhnlicher Kastenwagen, steckt in ihm praktisch alles, was man für ein echtes Offroad-Abenteuer braucht – inklusive 300 Millimeter Bodenfreiheit.

Vom Van zum Offroad-Wohnmobil

Verantwortlich für den Umbau ist das australische Unternehmen Headspace Campers. Das Team verpasst dem Japaner einen Schnorchel, robuste Stahlstoßfänger, Unterfahrschutz, Seilwinde, Dachträger und gleich zwei Reserveräder am Heck.
Toyota HiAce 4x4 von Headspace Campers
Am Heck bietet der Camper Platz für zwei Reserveräder.
Bild: Headspace Campers
Auch technisch wurde ebenfalls kräftig aufgerüstet. Der ursprünglich heckgetriebene Transporter erhielt einen Allradumbau mit Geländeuntersetzung und gleich mehreren Differenzialsperren. Zusammen mit 35-Zoll-Toyo-Terrain-Reifen und einem speziell abgestimmten Fahrwerk wächst die Bodenfreiheit auf stattliche 300 Millimeter. Damit übertrifft der Camper laut Hersteller sogar serienmäßige Land-Cruiser-Modelle, die eigentlich als DIE Geländewagen aus dem Hause Toyota gelten.

Der wahre "Luxus" steckt im Innenraum

Noch beeindruckender als die Geländetechnik ist allerdings das Raumkonzept, denn hier nutzt der HiAce seine Transporter-Gene konsequent aus. Das Ergebnis ist ein Innenraum, in dem nahezu alles untergebracht wurde, was man von einem deutlich größeren Reisemobil erwarten würde – wenn auch nicht ganz so edel.
Toyota HiAce 4x4 von Headspace Campers
Sogar eine Pop-up-Dusche gibt es in dem umgebauten Toyota HiAce.
Bild: Headspace Campers
An Bord befindet sich eine ausziehbare Küche mit Induktionskochfeld, Spüle und Kühlschrank. Dazu kommt eine vollwertige Innendusche mit Warmwasserversorgung. Wer mehrere Tage oder sogar Wochen unterwegs ist, dürfte außerdem die großen Vorräte zu schätzen wissen: Bis zu 270 Liter Kraftstoff und 150 Liter Frischwasser werden in Tanks unter dem Fahrzeug untergebracht.
Toyota HiAce 4x4 von Headspace Campers
Zwar ist der Camper-Umbau nicht so luxuriös, aber er bietet viel Raum dank des aufstellbaren Dachs.
Bild: Headspace Campers
Auch beim Schlafkomfort haben die Australier nicht gespart. Das Aufstelldach (sogar auf Wunsch mit Holz verkleidet) schafft bis zu 2,30 Meter Stehhöhe, während die Liegefläche mit 1450 mm x 2700 mm für einen großzügigen Schlafplatz sorgt. Selbst große Personen dürften hier keine Platzprobleme bekommen.
Toyota HiAce 4x4 von Headspace Campers
Im Dachzelt dient eine 1450 mm x 2700 mm große Memoryschaum-Matratze als Schlafplatz.
Bild: Headspace Campers
Optional bietet Headspace auch noch eine 48-Volt-Elektrik für den Umbau an. Sie versorgt nicht nur Beleuchtung und Küchengeräte, sondern kann auch Klimaanlage und Warmwassersystem betreiben. Dadurch wird der HiAce weitgehend unabhängig von Campingplätzen oder externen Stromanschlüssen.
Toyota HiAce 4x4 von Headspace Campers
Besonders praktisch ist die ausziehbare Küchenzeile mit integriertem Spülbecken und kleinem Kochfeld.
Bild: Headspace Campers

Was kostet der Traum-Camper?

Wer jetzt schon vom eigenen HiAce-Abenteuer träumt, sollte allerdings etwas Budget einplanen. Für den Ausbau verlangt Headspace Campers mindestens 18.950 australische Dollar (rund 10.700 Euro). Die umfangreichere Premium-Variante startet bei 27.590 australischen Dollar (etwa 15.600 Euro).

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Allerdings sind das lediglich die Kosten für den Camper-Ausbau. Basisfahrzeug, Allradtechnik und weitere Umbauten schlagen zusätzlich zu Buche. Am Ende dürfte der fertige Offroad-Camper also deutlich teurer werden. Extrem cool ist das Konzept dennoch.