Toyota: neue Brennstoffzelle so haltbar wie ein Dieselmotor?
Bringt Toyota das Wasserstoffauto jetzt in Fahrt?

Bild: Toyota
Der Wasserstoffantrieb geht in die nächste Runde: Toyota hat jetzt in Japan die dritte Generation der Brennstoffzelle für mobile Anwendungen vorgestellt. Wie bei dem größten Autobauer der Welt üblich, werden bisher aber nur wenige Details verraten. Auch keine technischen Daten. Nicht einmal ein Prototyp der neuen Fuel Cell ist vorab zu sehen – nur eine Illustration.
Doch offenbar hat Toyota bereits ausgiebige Testreihen mit der neuen Brennstoffzelle durchgeführt. Denn der Hersteller weist nachdrücklich auf die lange Haltbarkeit der neuen Konstruktion hin. Im Verhältnis zur vorherigen Generation sei die Lebensdauer verdoppelt. "Es wird eine mit Dieselmotoren vergleichbare Haltbarkeit und Wartungsfreiheit erreicht", teilt Toyota mit.
2014 brachte Toyota das Mirai-Brennstoffzellen-Elektrofahrzeug (FCEV) der ersten Generation auf den Markt, 2020 folgte die zweite. Seitdem wurden laut dem Hersteller rund 28.000 Exemplare in mehr als 30 Ländern verkauft.

Der Toyota Mirai der 2. Generation wird seit 2020 gebaut, seine Brennstoffzelle leistet 174 PS. Ein Drucktank kann 5,6 Kilogramm Wasserstoff aufnehmen, das erlaubt rein rechnerisch 650 km Reichweite (nach WLTP).
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Darüber hinaus bietet Toyota seit 2019 auch Brennstoffzellensysteme für andere Anwendungen wie Busse, Eisenbahnen und stationäre Stromgeneratoren an. Davon wurden bisher weltweit mehr als 2700 Einheiten an über 100 Kunden geliefert.
Ist das der Durchbruch zur Großserie von Brennstoffzellen-Pkw? Toyota nennt die Entwicklung einen "bedeutenden Schritt", hält sich aber mit Superlativen zurück. Die Konstruktion ist auf kommerzielle Anwendungen, also auf hohe Nutzungsintensität, ausgelegt. Erstmals hat man auch schwere Nutzfahrzeuge in das Anwendungsspektrum aufgenommen.

Toyota zeigt lediglich einige Grafiken. Somit wird zumindest der äußerliche Unterschied zwischen neuer (links) und alter Brennstoffzellen-Konstruktion erkennbar.
Bild: Toyota
20 Prozent sparsamer als der Vorgänger
Aber vor allem hat sich die Effizienz stark erhöht: Der Verbrauch wurde laut Toyota um etwa 20 Prozent reduziert. Legt man den Testverbrauch von 1,08 Kilogramm Wasserstoff auf 100 km zugrunde, den AUTO BILD beim Test des Toyota Mirai ermittelte, käme dasselbe Auto mit der neuen Brennstoffzelle auf einen Verbrauch von 0,86 Kilo/100 km. Das entspricht bei einem Wasserstoff-Tankstellenpreis von aktuell durchschnittlich 15 Euro pro Kilo Fahrtkosten von rund 12,90 Euro. Damit würden sich die Energiekosten von Wasserstoffautos etwa auf dem Preisniveau von Elektroauto und Verbrenner bewegen.
Rein hypothetisch, zugegeben. Denn noch verrät Toyota nicht, wann die neue Fuel Cell auf den Markt kommt, vor 2026 jedenfalls nicht. Auch zum voraussichtlichen Preis bleibt der Hersteller auch auf Nachfrage schweigsam. Lediglich soll die neue Brennstoffzelle eine Standardlösung darstellen, die für Lastwagen, Busse, Traktoren und Schiffe geeignet ist. Als weiteren Fortschritt nennen die Japaner "erhebliche Kostenreduzierung durch Innovationen im Zelldesign und in den Herstellungsprozessen".
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