Die einen lieben ihn, die anderen irritiert seine Spartechnik und verstört sein Design. Der Hybrid-Pionier Toyota Prius polarisiert. So auch während des 100.000-Kilometer-Dauertests der dritten Generation Prius bei AUTO BILD. Doch unter dem Strich gab es an der Performance des Prius 3 nichts zu kritteln. Er lief sorgenfrei.

Keine Beanstandung im Dauertest

Toyota Prius III: Gebrauchtwagen
Den Dauertest über 100.000 Kilometer absolvierte dieser Prius sorgenfrei. Der Test wurde verlängert.
Auch Dauertest-Prius, es war schon der zweite Prius, den die Redaktion auf ganz langer Strecke testet, erwies sich als Muster an Zuverlässigkeit. Die komplexe Technik funktionierte reibungslos, der Hybrid-Vorreiter gewann im Vergleich mit seinem Vorgänger an Kraft und an Komfort. Gleichzeitig konnte er seinen Verbrauch weiter reduzieren. Mit 6,3 Litern Kraftstoff, die er durchschnittlich brauchte, bewegte er sich auf dem Niveau zeitgenössischer Diesel. Die Velours-Sitze erhielten im Testtagebuch ähnlich viel Lob wie der 445 Liter große Kofferraum mit dem doppelten Boden. Die AUTO BILD-Redakteure stellten die vielen Ablagen im Cockpit heraus und freuten sich über das stufenlose, schaltruckfreie Beschleunigen und Abbremsen im Stadtverkehr. Selbst im Winter zeigte sich der Toyota dank seiner sanft einsetzenden Leistung und des sauber regelnden ESP als angenehmer Begleiter. Abstriche müssen potenzielle Interessenten dagegen beim straff abgestimmten Fahrwerk, dem verwirrenden Navi und der durch den 45-Liter-Tank eingeschränkten Reichweite machen. Der jenseits der 160 km/h vernehmbar plärrende Benziner nervt und die 1,5 Kilometer elektrische Reichweite sind ein Wunschgedanke. Aber egal. Während der 100.000 Kilometer Dauertest gingen gerade mal zwei Glühlampen (!) kaputt. Das müssen dem Prius andere erstmal nachmachen.

Auch im Gebrauchtwagentest macht der Prius eine gute Figur

Toyota Prius III: Gebrauchtwagen
Dieser weiße Prius 3 bekam im Gebrauchtwagentest nur für ein paar optische Details Punkte abgezogen.
2014 fühlte AUTO BILD einem gebrauchten Toyota Prius 3 in Weiß auf den Zahn. Experte Lars Busemann stellte damals fest, es gebe nicht viele Gebrauchtwagen wie den Prius, die man in der Regel blind kaufen könne. Der Testwagen war ein Basismodell ohne Extras, das lückenlos bei Toyota scheckheftgepflegt worden war und bis auf ein paar optische Details einen makellosen Eindruck hinterließ. Ein Problem mit der Regelelektronik behob Toyota 2014 durch ein Software-Update. Seitdem schaltet der Prius auch bei starker Belastung beim Beschleunigen nicht mehr in den Notlaufbetrieb. Die Bremsen sollten vor einem möglichen Kauf trotzdem gecheckt werden. Durch die Rekuperationstechnik des Prius und die meist defensive Fahrweise seiner Eigner können sich Rückstände einnisten und dafür sorgen, dass die Bremsen quietschen. Die gute Nachricht: In vielen Fällen ist es mit Zerlegen und Reinigen getan! Ein Auto, das nach dem Facelift im April 2012 vom Band gelaufen ist, ist eher angeraten. Da haben die Japaner bei Materialien und Verarbeitungsqualität noch einmal nachgelegt und beispielsweise nervendes Karosserieklappern abgestellt.

Roter Toyota Prius mit wenig Kilometern

Genau solch ein Auto steht in Rotenburg an der Fulda (Hessen) zum Verkauf. Der rote Prius 3 wurde im November 2012 zum ersten Mal zugelassen, ist bisher 40.040 Kilometer gelaufen und kostet 14.880 Euro. Der TÜV ist frisch gemacht und auch eine Gebrauchtwagengarantie ist im Preis mit drin.