Tracktest Audi S3 gegen A3 24h
Familien-Zwist

- Lars Zühlke
Die guten Ergebnisse bei Testläufen und Qualifying hatten es vermuten lassen, das Rennen bestätigte die Vorschusslorbeeren. Der vom Team Jörg van Ommen eingesetzte Pirelli Audi A3 24h mit AUTO BILD-Cheftestfahrer Dierk Möller-Sonntag belegte beim 24-Stunden-Rennen vom Nürburgring (7. bis 10. Juni) zwischenzeitlich den 14. Gesamtrang. Und das bei 228 Teilnehmern. Doch ein Unfall und Probleme mit der Elektronik bereiteten der Hoffnung auf den Klassensieg ein jähes Ende. Am Ende kam "nur" der 82. Gesamtplatz heraus. Rückblende. Der Nürburgring zwei Wochen vor der 24-Stunden-Hatz. AUTO BILD SPORTSCARS bittet den A3 24h zum Duell mit seinem zivilen Organspender, dem Audi S3 . Obwohl gleicher Motor und gleiche Karosserie, sind die Unterschiede größer als gedacht. Hier das sportlich-luxuriöse Topmodell der A3-Baureihe mit 265 PS und permanentem Allradantrieb, dort der aufs minimale Gewicht gestrippte und auf 310 PS aufgeblasene A3 24h. Der – man lese und staune – "nur" einen Frontantrieb besitzt und deshalb auf das S in seinem Namen verzichten muss. Grund: Anstatt sich mit dem gewichtigen quattro-Antrieb zusätzliche Pfunde aufzuhalsen, setzt man auf der Nordschleife lieber auf den leichteren Frontantrieb. Für ausreichende Traktion kümmert sich hier eine mechanische Differenzialsperre. Überhaupt spielte die Gewichtsreduktion bei der Entwicklung des 24-Stunden-Renners eine der wichtigsten Rollen.
Komfort verkommt zur Nebensache

Ein Hoch auf die Turboaufladung

Als der Scheitelpunkt erreicht ist, geht es voll aufs Gas, der Frontantrieb soll ein bisschen provoziert werden. Blitzartig wird einem klar, warum Audi auf den Allradantrieb verzichten konnte. Die Differenzialsperre lässt den A3 wie auf Schienen aus der Kurve schießen. Durchdrehende Räder? Fehlanzeige. Grip? Ohne Ende. Runde für Runde wird man selbstbewusster im Umgang mit dem grün-weißen Renner, bremst später, gibt früher Gas. Vollbremsungen aus hohen Geschwindigkeiten quittiert das Heck mit einem leichten Tänzeln, mehr nicht. Und wenn man doch einmal zu schnell in eine Kurve hineinsticht, ist ein sanftes Untersteuern das Einzige, was man befürchten muss. Dann hat der Spaß ein Ende, der Tank ist leer.
Unbeirrbarer quattro-Antrieb im S3

Rennstrecken - nicht jedermanns Sache
Apropos dünner. Die Bremsanlage des S3 ist zwar ordentlich dimensioniert, nach drei Runden am Limit braucht aber nahezu jede Serienbremse eine Pause. Und auch die Straßenreifen verlieren jetzt an Grip. Es wird Zeit, dem S3 den wohlverdienten Feierabend zu gönnen. Eine langsame Runde zum Abkühlen und dann geht es in die Boxengasse. Dort erholt sich der weiße Audi erschöpft und knisternd von den Strapazen. Rennstrecken sind nicht seine Sache, ihm liegen eher Autobahnen und reizvolle Landstraßen. Das mit dem Motorsport überlässt er dann doch lieber seinem Bruder.
Fazit von AUTO BILD SPORSCARS-Redakteur Lars Zühlke
Klar, der Vergleich zwischen einem Renn- und einem Straßenfahrzeug hinkt fast immer. Diesmal verliert der Audi S3 gegen den A3 24h. Aber nur, weil wir die beiden auf der Rennstrecke miteinander verglichen haben. Bei einem Alltagstest wäre der S3 der klare Sieger. Wer will schon jedesmal in sein Auto klettern. Und erst der Kofferraum. Doch Spaß beiseite, es ist schon ziemlich beeindruckend, wie simpel und problemlos sich der A3 24h fahren lässt.
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