Ein Drittel von E-Auto-Besitzern wechselt zum Verbrenner zurück
Jeder dritte E-Auto-Fahrer kehrt zum Verbrenner zurück

Bild: Hersteller / Opel
Der größte Autoversicherer Deutschlands HUK Coburg hat erstmals sein "E-Barometer" veröffentlicht – eine vierteljährliche Marktuntersuchung mit besonderem Fokus auf Elektromobilität. Dazu gehört die Auswertung von rund 14 Millionen Versicherungsverträgen. Außerdem wurden 4200 Menschen zu ihrer Haltung gegenüber Elektroautos befragt.
Die Statistik offenbart, dass im laufenden Jahr 2024 rund ein Drittel (34 Prozent) der HUK-Versicherungsnehmer von einem Elektroauto wieder zurück zu einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor wechselten. "Das lässt aufhorchen", so die HUK. Denn bis Ende 2022 galt nach den Erfahrungen des Versicherers die Devise "Einmal Elektroauto – immer Elektroauto".
Die HUK registrierte bis dato eine "Treuequote" von rund 80 Prozent. Von denjenigen E-Fahrern, die auf einen Neuwagen umstiegen, blieben vor 2023 sogar durchgehend mehr als 90 Prozent dem Elektroantrieb treu. Es waren also bereits viel mehr Menschen, die E-Autos für sich entdeckt hatten und auch dabei blieben.

Ein erheblicher Anteil der Deutschen hat gegen Elektroautos offenbar wenig einzuwenden, möchte aber keinen Cent mehr bezahlen als für Verbrenner.
Bild: HUK Coburg
Ein Drittel möchte fürs E-Auto nicht mehr zahlen
Und plötzlich werden deutlich mehr E-Autofahrer wieder untreu – kann es an der Elektromobilität liegen? Wohl kaum, zeigt die Umstiegsquote von Verbrennern auf E-Autos – von der HUK ebenfalls auf Basis ihres Kundenstamms berechnet. Demnach hängt sehr viel am Geld: Nach Wegfall der staatlichen Förderprämie im Herbst 2023 sank die Umstiegsquote von 6,2 auf 3,9 Prozent der Halter insgesamt. Sie liegt damit auf dem Niveau des Jahres 2021.
Ein weiteres Indiz liefert die Umfrage, die YouGov im Auftrag von HUK durchführte. Sie ergab unter anderem, dass ein volles Drittel (33 Prozent) der befragten Menschen nicht bereit ist, einen Aufpreis für ein Elektroauto zu bezahlen. Weitere 33 Prozent könnten sich vorstellen, zehn Prozent mehr für ein E-Auto zu bezahlen. Derzeit sind neue Elektroautos zwischen 20 und 40 Prozent teurer als vergleichbare Neuwagen mit Verbrennungsmotor.
Elektroauto-Skepsis offenbar auch altersbedingt
Dass viele Menschen die neue Technologie wertschätzen, spiegelt übrigens auch ein anderer Aspekt der Umfrage wider: 18 Prozent der Teilnehmer stimmten der Aussage zu, dass künftig für sie als Fahrzeug nur ein Elektroauto infrage käme. Bei der grundsätzlichen Einstellung zu Elektroautos bleibt Deutschland jedoch gespalten: Während 46 Prozent die neue Mobilität "sehr gut" oder "gut" finden, halten 47 Prozent sie für "weniger gut" oder "gar nicht gut". Angesichts des EU-weiten Verbrennerverbots ab 2035 ist diese andauernd große Skepsis gar nicht gut.

Gespaltenes Auto-Land: Die eine Hälfte der Deutschen findet E-Autos gut, die andere doof. Da ist noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten.
Bild: HUK Coburg
Allerdings handelt es sich wohl auch um einen Generationenkonflikt. In der Umfrage wurden die Menschen mit dem Satz "Grundsätzlich kommt für mich zukünftig nur noch ein Elektroauto infrage" konfrontiert. Während mehr als ein Viertel (28 Prozent) der unter 40-Jährigen sich damit vereinbaren konnten, waren es nur zwölf Prozent der über 40-Jährigen. Es ist also zu erwarten, dass die altersbedingten Vorbehalte im Laufe der Jahre sinken werden.
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