Umfrage: Mehr als die Hälfte der Autofahrer will aufs E-Auto umsteigen
Fast 60 Prozent der Autofahrer erwägen den Kauf eines Elektroautos

Bild: Getty
Das Interesse am Elektroauto steigt: In einer aktuellen Umfrage unter europäischen Autofahrern haben 57 Prozent der Befragten angekündigt, sich auf Sicht ein E-Auto kaufen zu wollen. Mittelfristig, nämlich in maximal fünf Jahren, plant das exakt ein Drittel der Studienteilnehmer. Befragt wurden mehr als 17.000 Personen aus zwölf EU-Staaten mittels Online-Panel für den "Verbraucher Monitor" der Europäischen Beobachtungsstelle für alternative Kraftstoffe (EAFO).
Die Deutschen sind gemäß der Erhebung der EU-Behörde etwas weniger begeistert als der Gesamtschnitt der Befragten: Immerhin 55 Prozent wollen sich in absehbarer Zeit ein Batteriefahrzeug zulegen. Doch innerhalb der Fünf-Jahres-Frist sind es deutlich mehr als im europäischen Mittel: Hierzulande sind es 37 Prozent, die dem Elektroauto mittelfristig zuneigen.
Einige lehnen die E-Technologie allerdings weiterhin ab: 29 Prozent der Deutschen schließen die Anschaffung eines E-Autos generell aus. Das sind etwas mehr als im europäischen Durchschnitt (25 Prozent).
Große Mehrheit hat kein Reichweiten-Problem
Parallel zu der Befragung von Menschen, die noch kein Elektroauto besitzen, wurde auch Marktforschung unter 2000 E-Auto-Fahrern betrieben. Demnach ist der durchschnittliche Elektroauto-Besitzer eher männlich und lebt in einem Eigenheim. Das Durchschnittsalter liegt zwischen 35 und 55 Jahren, das Einkommen ist mit 2000 bis 3999 Euro überdurchschnittlich. Auch das Bildungsniveau liegt über dem Schnitt – eine interessante Parallele zu einer aktuellen Umfrage über die Haltung der Deutschen zum EU-Verbrenner-Verbot ab 2035.

Fast zwei Drittel der Elektroautos in Deutschland befinden sich in Privatbesitz. Mehr als ein Viertel sind Leasing-Fahrzeuge.
Bild: EAFO
Die Studie der EAFO entkräftet auch die sogenannte Reichweiten-Angst: In der Gruppe der E-Auto-Fahrer teilten 84 Prozent mit, die Reichweite der Elektroautos genüge meistens oder immer. In Deutschland sind es sogar 93 Prozent. Der aktuelle Bestand erlaubt nach Angaben der Befragten Reichweiten bis 200 km (6 Prozent), 201 bis 400 km (41 Prozent) oder mehr als 401 km (53 Prozent). Natürlich kann es im Prinzip nicht genug sein: Auf die Frage nach ihrer favorisierten Reichweite, gaben 47 aller Befragten 500 km an – 34 Prozent würden sich mit 300 bis 500 km zufriedengeben.
Auch den gewünschten Kaufpreis für ein neues Elektroauto brachte die EU-Marktforschung in Erfahrung. Dabei wurde kein Unterschied zwischen Neu- oder Gebrauchtwagen gemacht. Laut Umfrage sind die Menschen bereit, im Schnitt 20.000 Euro für ein E-Auto zu zahlen. Zum Vergleich: Laut DAT-Report 2024 lag der Durchschnittspreis für einen Neuwagen in Deutschland 2023 bei 44.630 Euro, für einen Gebrauchtwagen zahlte man in demselben Jahr durchschnittlich 18.620 Euro. Gerade der letztere Wert liegt nur knapp unter den 20.000 Euro für E-Autos.

Knapp die Hälfte der E-Auto-Besitzer lädt zumeist an der eigenen Wallbox. Auch die 220-Volt-Steckdose ist beliebt.
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An der eigenen Wallbox lädt mehr als die Hälfte
Weit weg sind übrigens die meisten Elektroauto-Besitzer auch nicht von der Ladestation: Die Mehrheit (55 Prozent) nutzt eine eigene Wallbox. Die Zahl stimmt ungefähr mit der von Eigenheimbesitzern überein. Interessant auch, dass ein weiteres Viertel der aktiven E-Auto-Fahrer das langsame Schuko-Laden an der Haushaltssteckdose praktiziert. Dagegen vermeiden die Nutzer nach Möglichkeit das teure öffentliche Laden: Nur 18 Prozent nutzen täglich bis wöchentlich öffentliche AC-Ladestationen. An Schnellladestationen zapfen noch weniger: zehn Prozent.
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