(Reuters/dpa/cj) VDA-Präsident Matthias Wissmann steht einem Medienbericht zufolge nach über zehn Jahren an der Spitze des Verbandes der Automobilindustrie vor der Ablösung. Der Wechsel solle nach der Bundestagswahl am 24. September 2017 erfolgen, berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am 31. August 2017 unter Berufung auf Industriekreise. Die Suche nach einer neuen Verbandsspitze koordiniere Daimler-Chef Dieter Zetsche, mit dem es in der Vergangenheit Unstimmigkeiten gegeben habe. Nach der Wahl und der IAA in Frankfurt (14. bis 24. September 2017) wollten die Führungen von Daimler, BMW und VW einen personellen und inhaltlichen Neuanfang für die weitere Debatte über Verbrennungsmotoren und mögliche Fahrverbote, heißt es.

Unstimmigkeiten im Krisenmanagement

Der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG Dieter Zetsche spricht am 07.05.2013 auf der Internetkonferenz re:publica in Berlin über die Vernetzung von Autos
Daimler-Chef Zetsche soll die treibende Kraft bei der geplanten Ablösung Wissmanns sein.
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Die Autobauer BMW, Daimler und Volkswagen wiesen den Bericht zurück. "Wir haben volles Vertrauen in Herrn Wissmann. Alles Weitere ist für uns kein Thema", erklärte BMW-Vorstandschef Harald Krüger auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters. "Aus unserer Sicht dazu ein ganz klares Dementi", sagte VW-Konzernsprecher Hans-Gerd Bode. Auch Daimler-Sprecher Jörg Howe erklärte, von einer Ablösung könne keine Rede sein. Der ehemalige CDU-Verkehrsminister Wissmann ist seit 2007 VDA-Präsident. Zuvor war er Vorsitzender des Europaausschusses im Bundestag. Wissmanns Vertrag war erst im November 2016 um zwei weitere Jahre verlängert worden. Die gesamte Branche ist durch die Dieselaffäre und die Kartellvorwürfe gegen die großen deutschen Autobauer beträchtlich unter Druck geraten. Bei der Aufarbeitung dieser Krisen hatte Wissmann eine "Null-Fehler-Toleranz" in der Branche gefordert, was bei Daimler-Chef Zetsche auf Unverständnis gestoßen sein soll.