Vergleich Audi R8/Corvette C6
Audi, hab Acht!

Mehr Hubraum, mehr Leistung, mehr Fahrspaß: Die geliftete Corvette C6 brüllt zum Angriff auf die etablierte Konkurrenz. Einer ihrer ersten Gegner ist der Audi R8. AUTO BILD SPORTSCARS bittet zum Vollgas-Vergleich.
- Lars Zühlke
Der Ampelstopp als Kniggetest: Jetzt bloß nicht die Manieren vergessen. Wer im Audi R8 sitzt und versonnen in der Nase pult, hat verloren. Alle würden es mitbekommen. Denn auch knapp zwei Jahre nach seiner Einführung ist der Sportwagen aus Ingolstadt noch immer eine in Alu und Carbon gepresste Angelegenheit des öffentlichen Interesses. Trotz eines neuen V8 mit 6,2 Liter Hubraum und 437 PS, einer überarbeiteten Lenkung und einem aufgewerteten Innenraum ist der frisch gelifteten Corvette ein derartiger Hype fremd. Im Vergleich zum von Anfang an gepriesenen Audi hatte sie eine schwere Kindheit. Seit 1953 stellt General Motors die Corvette als adäquaten Konkurrenten zur europäischen Sportlerriege auf – immer mit dem Vorsatz, den besten Sportwagen der Welt zu bauen. Immer mit bescheidenem Erfolg. Zwar erfüllte das Design stets klassische Sportwagenmerkmale, das Fahrverhalten hielt jedoch nie, was der verheißungsvolle Klang der voluminösen Achtzylinder versprach.
Ein echter Gegner für die etablierte europäische Sportwagen-Elite

Bild: Lena Barthelmeß
Man sollte die Corvette unter keinen Umständen unterschätzen

Bild: Lena Barthelmeß
Kommen wir zum Audi. Trotz seiner klassisch anmutenden, herrlich klackenden, aber etwas hakeligen Schaltung mit offener Kulisse wirkt er im Vergleich zur 60er-Jahre-Technik der Corvette wie ein Forschungslabor auf Rädern. Alukarosserie, Benzin-Direkteinspritzung, adaptives Fahrwerk, permanenter Allradantrieb – der R8 verfügt über fast alle Zutaten eines modernen Sportwagens. Und so fährt er sich auch. Dank der gewichtausgleichenden Mittelmotorbauweise und des variablen, aber stets hecklastigen Allradantriebs (Kraftverteilung: 10:90 bis 35:65) wischt der Audi schneller ums Eck, als es dem Beifahrer lieb sein kann. Voll durchbeschleunigt, wird Tempo 100 unter Nascar-verdächtigem V8-Gebrüll nach nur 4,7 Sekunden erreicht; 12,9 Sekunden später ist der Zweisitzer schon 200 km/h schnell. Währenddessen beschleicht einen das merkwürdige Gefühl, dass der Audi mindestens 100 PS mehr vertragen könnte. Die hervorragende Traktion und die exzellente Straßenlage lassen den R8 langsamer erscheinen, als er in Wirklichkeit ist. Die Lenkung wirkt dabei auf den ersten Metern zu leichtgängig und gefühllos, kurbelt sich aber schon wenig später durch ihre direkte Art und die treffliche Rückmeldung ins Herz des Piloten.
Der Allradler Audi R8 muss in den Drift gezwungen werden

Bild: Lena Barthelmeß
Weitere Details des Vollgas-Vergleichs finden Sie oben in der Bildergalerie. Hier der komplette Test mit allen Tabellen als pdf.
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