Erst vor Kurzem stellte Cupra das Facelift des Born vor. Prompt folgte mit dem Raval das neue Elektro‑Einstiegsmodell des spanischen Autobauers: Mit einem Basispreis von gut 26.000 Euro ist er für viele potenzielle E‑Neulinge sicher ein verlockendes Angebot. Der aufgefrischte Born positioniert sich hingegen eine Klasse darüber und startet derzeit bei rund 36.000 Euro. Damit ist er spürbar teurer – muss im Gegenzug aber auch mehr bieten.
Da stellt sich für viele die Frage: Womit fahre ich besser, wo bekomme ich mehr Auto für mein Geld? Aus diesem Grund hat sich AUTO BILD beide Baureihen einmal etwas näher angeschaut.

Cupra Raval Dynamic

Zum Marktstart kündigte Cupra drei sogenannte "Launch Editions" für den Raval an. Das angekündigte Basismodell für unter 30.000 Euro können wir für diesen Vergleich allerdings nicht heranziehen, da es aktuell noch nicht verfügbar ist. Zur Wahl stehen also die Varianten "Dynamic", "Dynamic Plus" und "VZ Extreme". Wir ziehen das günstigste der drei Modelle – den Dynamic – heran.
Dieser startet bei 34.250 Euro, abzüglich des derzeit angebotenen "CupraTribe Bonus" von 3000 Euro. Damit ist der Raval momentan der günstigere Einstieg in die Cupra‑Elektrowelt – zumindest solange das frei konfigurierbare Basismodell noch auf sich warten lässt.
Auf dem Datenblatt stehen ein 211 PS starker Elektromotor, eine 52‑kWh‑Batterie und eine Reichweite von bis zu 444 Kilometern nach WLTP. Eine solide Basis für einen kompakten Stromer, der primär im städtischen Gebiet unterwegs ist, aber auch gelegentlich längere Strecken zurücklegen muss. Sportschalensitze mit Mikrofaserbezug, eine Einparkhilfe vorne und hinten inklusive Rückfahrkamera sowie ein Sportfahrwerk sind bereits serienmäßig an Bord.
Cupra Raval
Der kleine Raval punktet mit seiner muskulösen Optik und einer guten Grundausstattung.
Bild: Cupra Seat Deutschland GmbH
Das Einzige, was sich individualisieren lässt, ist die Lackierung. Hier kommen 550 Euro für eine alternative Wunschfarbe hinzu. Alle weiteren Fahrzeugmerkmale sind fest vorgegeben, was recht typisch für eine Launch Edition ist.

Cupra Born Basis

Für das Facelift des Born bietet Cupra zunächst drei Varianten an: "Born", "Born Endurance" und das Topmodell "Born VZ". Der Born ohne Namenszusatz ist die aktuelle Basis mit 190 PS. Das eigentliche Einstiegsmodell mit 170 PS wird – ähnlich wie beim Raval – erst zu einem späteren Zeitpunkt eingeführt.
Der Born startet bei 35.990 Euro, wirkt auf den ersten Blick damit nur wenig teurer als der Raval Dynamic. Der Schein trügt jedoch etwas, denn in der Basisversion bietet der Born zunächst weniger Serienausstattung als der kleinere Raval in seiner Launch‑Konfiguration.
Im Born kommt eine 58‑kWh‑Batterie zum Einsatz, die für eine Reichweite von bis zu 484 Kilometern sorgen soll. Man bekommt also etwas weniger Leistung, dafür aber einen Tick mehr Reichweite. Bei der Ladegeschwindigkeit von 10 auf 80 Prozent nehmen sich beide Modelle mit 24 bzw. 26 Minuten kaum etwas.
Mit Features wie Lenkradheizung, doppeltem Ladeboden und sämtlichen Assistenzsystemen kostet der Born rund 38.600 Euro, abzüglich des aktuell höheren "Cupra Tribe Bonus" von 4000 Euro. Trotz des höheren Nachlasses bleibt der Born damit 4350 Euro teurer als der Raval Dynamic. Zusätzlich erhält man durch das optionale Sitzpaket "Cupra Dinamica Pack" elektrisch einstellbare Sportsitze mit Mikrofaserbezug, Memory‑ und Massagefunktion sowie Sitzheizung.
Beim Raval hingegen ist lediglich der Fahrersitz elektrisch verstellbar, und er muss ohne Massagefunktion auskommen. Natürlich ist das kein ausschlaggebendes Argument. Doch wer Wert auf Komfort legt oder häufig längere Strecken fährt, bekommt hier eben etwas mehr geboten.
Cupra Born FL
Mit dem Facelift des Cupra Born erhält der kompakte Stromer eine geschärfte Optik und neue Leistungsvarianten.
Bild: Cupra Seat Deutschland GmbH
Ein weiterer Pluspunkt: Den Born kann man deutlich individueller konfigurieren. Kunden haben die Wahl zwischen sechs Lackierungen und vier Felgendesigns und können das Auto mit weiteren Features wie einem optionalen Panoramadach, einer Wärmepumpe und dem Sennheiser‑Soundsystem ausstatten – was den Preis allerdings weiter in die Höhe treibt.

Leasing statt Kauf

Wer nicht so viel Kapital binden und dennoch ein neues Auto fahren möchte, sollte sich gezielt nach passenden Leasingangeboten umsehen. Weitere Vorteile des Leasings sind kalkulierbare Kosten und kein etwaiger Wertverlust, der speziell bei Elektroautos mitunter heftig ausfällt.
Gerade Cupra ist dafür bekannt, seine Modelle zu attraktiven Leasingpreisen anzubieten. So gibt es den Born aktuell ab 339 Euro brutto monatlich direkt vom Hersteller. Ein Leasingangebot für den kleineren Raval direkt im Konfigurator gibt es momentan noch nicht, doch das wird sicherlich zeitnah folgen.
Bei freien Leasinganbietern sind allerdings beide Modelle zu teilweise wirklich günstigen Preisen bereits zu haben. Das liegt unter anderem auch an der aktuellen Umweltprämie, die oft bereits mit einberechnet wird. Ein konkretes Beispiel: Erst kürzlich wurde der Cupra Raval für 169 Euro brutto im Privatleasing angeboten. Fast zeitgleich war der Born für ebenfalls preiswerte 229 Euro brutto monatlich zu haben. Je nach Laufzeit und Freikilometern können die monatlichen Raten natürlich variieren. Raten zwischen 169 und 339 Euro sind allerdings dauerhaft zu bekommen.
Generell lässt sich sagen, dass sich Interessenten genau überlegen sollten, ob der Kauf wirklich die beste Option ist. Speziell bei Modellen wie dem Raval oder dem Born kann das Leasing den risikolosen Einstieg in die Elektromobilität bieten.

Fazit

Für viele dürfte der Raval vor allem dann die richtige Wahl sein, wenn das günstigere Basismodell für rund 26.000 Euro frei konfigurierbar ist – sowohl im Leasing als auch beim Kauf. Aktuell punktet er zwar mit einer üppigen Serienausstattung, in der Launch Edition müssen jedoch Abstriche bei der Individualisierung gemacht werden.
Der Born ist spürbar teurer. Der Aufpreis von gut 4000 Euro will gerechtfertigt sein. Das gelingt ihm jedoch dank des größeren Raumangebots, der höheren Reichweite und der deutlich besseren Komfort‑ und Konfigurationsmöglichkeiten. Wer regelmäßig längere Strecken fährt oder Wert auf Variabilität legt, erhält hier das insgesamt rundere Gesamtpaket.
Unterm Strich gilt: Der Raval punktet beim Preis, der Born beim Gesamtauftritt. Welche Wahl die bessere ist, hängt weniger vom reinen Kaufpreis als vom persönlichen Einsatzzweck ab. Für meine Anforderungen fiel die Wahl am Ende auf den Born.