Die zehn beliebtesten Kleinstwagen im Check

Fiat 500, Hyundai i10, VW Up und Co.: Kleinstwagen im Vergleich

Die beliebtesten Kleinstwagen im Test

Ka+, Mii, Picanto, Aygo, i10, Twingo, fortwo, Adam, 500, Up: die beliebtesten Kleinstwagen im großen AUTO BILD-Vergleich!
Sie wollen nicht laufen, fahren ungern mit Bus oder Bahn und sind auf ein Dach ĂŒber dem Kopf angewiesen? Dann erfĂŒllen Sie die nötigen GrundbedĂŒrfnisse fĂŒr den Erwerb eines Automobils – bis hierhin sind wir als Kaufberater voll und ganz in unserem Element und könnten Sie nun ĂŒber sinnvolle Extras, feine Materialien und starke Motoren informieren. Und was, wenn Ihnen letztgenannte Aspekte gĂ€nzlich egal sind? Welche Autos bieten heute noch die MinimalumfĂ€nge fĂŒr das praxistaugliche Fahren im Alltag? Das soll dieser Megatest zeigen. Sie werden ĂŒberrascht sein, wie luxuriös mancher Kleinstwagen daherkommt, wie gut durchdacht der eine ist, wie reduziert der andere. Diese zehn Stadtzwerge bieten eine bunte Mischung verschiedenster Charakteristika. Gut und gĂŒnstig oder lieb und teuer – Sie haben die Wahl!
AUTO BILD zeigt, ob die zehn meistverkauften Kleinstwagen (Neuzulassungen Januar bis November 2018) halten, was sie versprechen!

VW Up: Der MusterschĂŒler

Schon seit 2011 auf dem Markt und immer noch topfit: der VW Up. Mit Turbomotor und vier TĂŒren wird er zum Vollwertauto.

Video: VW Up

VWs Kleinster im Dauertest

Viele Kleinstwagen verraten schon auf den ersten Metern Fahrt, dass sie vor allem eines sein sollen: preisgĂŒnstig. Da quĂ€len sich plĂ€rrende kleine Saugmotoren, ohne dabei ernst zu nehmende Fahrleistungen zu erzeugen, hier hĂŒpfen Karosserien unterdĂ€mpft ĂŒber Bodenwellen, dort maltrĂ€tieren Sitze in CampingstuhlqualitĂ€t den RĂŒcken. Nicht so bei VW. Schon der kleinste Wolfsburger zeigt im Grunde alle QualitĂ€ten eines Polo oder Golf – nur eben auf innenstadtfreundlichen, sehr wendigen und ĂŒbersichtlichen 3,6 Metern. Das schluckfreudige Fahrwerk bietet einen fĂŒr diese Klasse bemerkenswerten Federungskomfort, die elektrisch unterstĂŒtzte Lenkung arbeitet prĂ€zise, die Schaltung flutscht leicht durch die Gassen, und die Sitze bieten Bequemlichkeit und Halt auch auf langen Strecken.
Das Platzangebot ist angesichts der geringen Außenmaße erstaunlich und reicht fĂŒr vier Erwachsene mit etwas GepĂ€ck. Wirklich nutzen lĂ€sst sich der Fond aber nur mit vier TĂŒren (480 Euro Aufpreis). Neben den FondtĂŒren entscheidet auch der Motor darĂŒber, ob der Up schlichtes EinkaufswĂ€gelchen oder Vollwertauto ist: Erst mit Turboaufladung steht ein ansprechendes Drehmoment zur VerfĂŒgung, das den Up TSI auch fĂŒr lĂ€ngere Autobahnetappen mit voller Beladung wappnet. Die Saugversionen des Einliter-Dreizylinders inklusive des Erdgasmodells Eco Up sind hingegen sehr zĂ€h, wodurch sich der Up unter Wert verkauft. Sehr spritzig ist das Elektromodell E-Up – empfehlenswert fĂŒr alle, die eine Lademöglichkeit haben.  

Fiat 500: Der Gigolo

Als kleiner Charmeur mit Kulleraugen zielt der Cinquecento seit 2007 auf die Herzen der KĂ€ufer – leider ist er eine teure Liebschaft.

Video: Fiat 500C Mirror (2017)

So funktioniert Uconnect

Der 500 ist Stammgast und alter Hase in unseren Megatests. Seit zwölf Jahren kullert er im polnischen Tychy vom Band und hat sich seitdem nur in Details verĂ€ndert. So hechelt sich von Beginn an der 1,2-Liter-Basismotor halbwegs quirlige 69 PS aus seinen vier Zylindern, klingt dabei etwas gequĂ€lt, bleibt aber stets sparsam. Wir kritisieren den Charakter des Basismotors bewusst nicht, weil der optionale Zweizylinder-Turbo absurd teurer ist, mehr verbraucht und spĂ€testens ab Tempo 100 nicht nennenswert flinker zur Sache geht. Kauftipp: Sparen Sie sich den 4000 (!) Euro teureren 85-PSMotor, und gewinnen Sie so Spielraum fĂŒr die mannigfaltigen Individualisierungsmöglichkeiten.
Sein kultiger Retrostil wĂ€rmt sogar unsere kĂŒhlen Testerherzen. Zum GlĂŒck wird diese Liaison von der hochwertigen Machart seiner Details untermauert. Im Vergleich gehört er definitiv zu den besser verarbeiteten Kandidaten. Sein Fahrwerk bietet akzeptablen Komfort und eine saubere Abstimmung, er filtert FahrgerĂ€usche ĂŒberraschend gut weg, und auch die Haptik wirkt in allen wichtigen Belangen ĂŒberdurchschnittlich. Die Sonderausstattungen sind fair bepreist, und auch das 2600 Euro teure Elektrofaltdach, welches die Typbezeichnung 500 um ein C erweitert, ist eine SĂŒnde wert. Es birgt nur geringe rĂ€umliche Einbußen, weil die umklappbaren RĂŒcksitze zur Not einfach von oben beladen werden können. Allgemein ist das Ladeabteil aber winzig, genau wie der Fond. Die Vordersitze sind viel zu hoch eingebaut. Hier wĂ€re Gelegenheit fĂŒr ein sinnvolles Update. 

Opel Adam: Kleiner Schlingel

Opel und der Adam, fĂŒr viele Liebe auf den ersten Blick. Doch im verflixten siebten Jahr gehen die beiden getrennte Wege

Video: Opel Adam

Der Mini von Opel

Sie brauchen vor dem Adam-Kauf noch Bedenkzeit? Lassen Sie sich nicht allzu lange Zeit, der kleine Lifestyle-Opel lĂ€uft noch bis Ende des Jahres vom Band, dann ist Schluss. Mit dem bereits geschrumpften Angebot an Motoren und Ausstattungslinien empfehlen wir, beim 87-PS-Benziner und der Linie "120 Jahre" (ab 15.075 Euro) einzusteigen. Einparkhilfe hinten, Sitz- und Lenkradheizung, Bluetooth-Radio sowie Teilledersitze sind bereits serienmĂ€ĂŸig. Je nach Bedarf empfehlen wir den automatischen Einparkassistenten fĂŒr 225 Euro, der zusĂ€tzlich Einparkhilfe vorn und Totwinkelassistent mitbringt.
Die 490 Euro fĂŒr Onstar (Notfallservice, Fahrzeugdiagnose) können Sie auf die hohe Kante legen, 2020 stellt Opel den Dienst ein. Weitere 850 Euro können Sie beim Navi einsparen. Apple CarPlay und Android Auto sind ab der zweiten Linie ĂŒber das 7-Zoll-Touchdisplay bedienbar. So stĂŒnden in unserem Kaufvertrag die Klimaautomatik (300 Euro), das Panorama- Sonnendach fĂŒr 500 Euro, die Infinity- Soundanlage fĂŒr 400 Euro sowie Tagfahrlicht und RĂŒckleuchten in LED-Technik. Was die Individualisierung des Adam betrifft, ist das Angebot reichhaltig, aber nicht gĂŒnstig. Überlegen Sie sich gut, wie viel Geld Sie hier reinstecken wollen. GrundsĂ€tzlich kritisieren wir am Adam nur drei Dinge: die verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig hohen Preise, die ungĂŒnstig tiefe Positionierung des Mitteldisplays und der Klimabedienung sowie das unterdurchschnittliche Platzangebot in Fond und Kofferraum.

Smart fortwo: Das Spielkind

Bei der Entwicklung des i10 hat Hyundai nüchtern das 1x1 des Autobaus abgearbeitet. Funktional gut, im Detail mit leichten SchwĂ€chen.

Die Front in Kindchenschema-Optik stimmt auf das freundliche Wesen des Smart fortwo ein.

Der kleine Smart fortwo findet in unserer Redaktion keinen Familienanschluss. Deshalb können wir an dieser Stelle ganz streng mit dem ĂŒberteuerten HalbwĂŒchsigen ins Gericht gehen, ohne ein verschĂ€mtes "das macht er zu Hause aber nicht" vorhalten zu mĂŒssen. Die Fahrzeugfront in Kindchenschema-Optik – Kulleraugen, hohe Stirn, unauffĂ€lliges Kinn – stimmt auf das freundliche Wesen des fortwo ein. Und wenn im schlecht zugĂ€nglichen Heck erst mal einer der beiden Dreizylinder lĂ€uft, dann stĂŒrmt das ModepĂŒppchen durch den Stadtverkehr wie ein Knirps, der endlich allein laufen kann. Im urbanen VerkehrsgewĂŒhl haben wir gar nichts gegen die spitz ansprechende Lenkung, unterstreicht sie beim Abbiegen oder Spurwechseln doch den quirligen Charakter; aber außerorts, bei höheren Geschwindigkeiten, fĂŒhlten wir uns damit unwohl.
Die Kinderstube, sprich Cockpit, bietet auch stattlichen Erwachsenen ĂŒberraschend viel Platz, aber wer hoch im Auto sitzt, sieht aufgrund der begrenzten Einstellmöglichkeiten des RĂŒckspiegels nur wenig von der Tiefe des Verkehrsraums. Die verspielte Instrumentenlandschaft ist mit Humor zu nehmen, genauso wie der Mangel an gescheiten Ablagen – ein mĂ€ĂŸiges Ablage-Paket (85 Euro) gibt’s erst in Verbindung mit einer Ausstattungslinie (ab 1390 Euro). Keine Wahl haben Sie bei Verbandstasche und Warndreieck – die kosten beim HĂ€ndler zusammen 33 Euro extra. Aber die meisten Eltern haben ja auch VerstĂ€ndnis, wenn der Nachwuchs mal das Sportzeug oder gar die Hausaufgaben vergisst. 

Renault Twingo: Das Spielkind

Der Twingo ist verspielt, wendig und quirlig, doch handfeste Vorteile bietet er wenige. Er lohnt sich am ehesten in der Basisversion.

Der Twingo weiß optisch zu gefallen, bringt mit seinen quirligen Motoren frischen Wind in die Kleinstwagenklasse.

Zu Beginn ein Lob: Der empfehlenswerte 90-PS-Turbobenziner ist seit seiner letzten Megatest-Teilnahme vor knapp einem Jahr keinen Cent teurer geworden. Allgemein zeigt sich der Twingo als gĂŒnstigere, unterm Strich bessere Alternative zu Smart fortwo und forfour. So bietet er fĂŒr weniger Geld stets fĂŒnf TĂŒren und gibt sich dennoch Ă€hnlich individualisierbar wie der Smart. Der unkonventionelle Eindruck, den der Twingo macht, ist sein Kapital. Er weiß optisch zu gefallen, bringt mit seinen quirligen Motoren frischen Wind in die Kleinstwagenklasse, kann aber ansonsten kaum etwas besonders gut. Sein Konzept – Motor und Antrieb hinten – bietet außer dem kleinen Wendekreis kaum Vorteile – aber einen klaren Nachteil, da unter der Fronthaube keinerlei Stauraum liegt und der flache Kofferraum arg knapp ist.
In VerarbeitungsqualitĂ€t und MaterialgĂŒte hinkt er hinterher, nervt zudem mit seiner teils unpraktischen Bedienbarkeit. Ein harsches Urteil? Nicht ganz. Wenn Sie sich fĂŒr einen Kleinstwagen als simples Transportmittel ohne Firlefanz interessieren, bleibt er durchaus interessant. Er ist recht sparsam, zum gĂŒnstigen Basispreis von unter 10 000 Euro bietet er eine serienmĂ€ĂŸige RadiovorrĂŒstung mit Lautsprechern. Bei Renault ist das ein Pluspunkt, denn Sie können jedes erdenkliche NachrĂŒstradio einbauen, und es wird nicht schlechter funktionieren als die WerksgerĂ€te. FĂŒr etwas höhere AnsprĂŒche empfehlen wir die 90-PS-Version, die zum Facelift dieser Tage 95 PS erhĂ€lt; dafĂŒr fĂ€llt das 110 PS starke Topmodell GT weg. 

Hyundai i10: Der FrĂŒhreife

WÀhrend manche Kandidaten dieses Tests ganz schön verspielt daherkommen, wirkt der Hyundai wohlerzogen, beinahe erwachsen.

Video: Hyundai i10 vs. Nissan Micra

Micra nur noch mickrig

Schauen wir aus dem Hyundai- Cockpit auf die neun anderen Kandidaten dieses Megatests, dann lassen sie sich drei Gruppierungen zuordnen. Da ist zum einen die verspielte, konzeptionell teils unkonventionelle Krabbelgruppe aus Aygo, Smart und Twingo; dann kommen die modischen Kids Fiat 500, Adam, Mii sowie Up und der Picanto auf halbem Wege zwischen Letztgenannten und den beiden VernĂŒnftigen Ka+ und i10. Aber vernĂŒnftig heißt auf keinen Fall langweilig, denn der kleine Koreaner fĂ€hrt quirlig, und auch die angestaubten Saugmotoren tun dem keinen Abbruch. Aber die eigentliche StĂ€rke des i10 steckt in seiner GrĂ¶ĂŸe – seine Innenraummaße liegen fast schon auf Polo-Niveau.
Ausstattungsseitig hĂ€lt der i10 ohnehin problemlos mit den anderen Spielkindern mit, wobei die Basis ihrem Namen Pure alle Ehre macht – hier gibt es nicht einmal gegen Aufpreis ein Radio. Diese Option eröffnet sich erst ab Select (1620 Euro), aber dann hĂ€ngen Sie immer noch beim schwĂ€cheren der beiden Motoren fest. Wer sich fĂŒr den von uns empfohlenen 1,2-Liter mit 87 PS entscheidet, kommt automatisch in den Genuss der Linie Trend (2870 Euro). Und damit ist der i10 ganz solide ausgestattet: vier E-Fensterheber, FunkschlĂŒssel, Klimaanlage, beheizbares Lenkrad, Tempomat. Das von Hyundai bekannte Infotainmentsystem mit Siebenzoll- Touchscreen gibt’s fĂŒr 850 Euro, dazu dann noch das Sicherheitspaket (720 Euro) mit Kollisionswarner, Parkpiepsern am Heck sowie Spurverlassenswarner, und Sie fahren ein richtig erwachsenes kleines Auto. 

Toyota Aygo: Das Pubertier

Toyotas Kleinster kommt zum attraktiven Preis, lĂ€sst sich individuell stylen, ist aber nicht gerade der GrĂ¶ĂŸte in der kleinsten Klasse.

Der Toyota Aygo ist einer der gĂŒnstigsten Kleinen auf dem Markt.

Der stylish gezeichnete Toyota Aygo bleibt auch in zweiter Generation seinem knuffig-verspielten Äußeren treu. Erstmals vorgestellt wurde der Japan-Mini 2005 in Rom, der Smart-Hauptstadt der Welt. Kein Zufall, denn auch dem Mini aus Deutschland sollte der Aygo mĂ€chtig einheizen. Mittlerweile in die PubertĂ€t gekommen, zeigt der Toyota-Floh zweierlei: Er hat sich zwar in den Top Ten der City-Flitzer etabliert, schafft es aber gerade an die Spitze des unteren Drittels. Gegen den Smart kann er bis heute nicht so richtig anstinken. Dabei ist der Aygo mit 9990 Euro einer der gĂŒnstigsten Kleinen auf dem Markt und lĂ€sst sich fĂŒr seine Klasse individuell stylen. Die mit hartem, hochglĂ€nzendem Kunststoff recht ansehnlich geratene Armaturenlandschaft lĂ€sst sich mit diversen farbigen Umrandungen etwa fĂŒr die LĂŒftungsdĂŒsen oder das ArmaturentrĂ€ger-Cover aufhĂŒbschen.
Abseits optischer Reize punktet der Aygo mit einem akzeptablen Platzangebot vorn inklusive einer vernĂŒnftigen Lehneneinstellung ohne Raster. Im Fond ist das Platzangebot eingeschrĂ€nkt und fĂŒr Erwachsene nur auf kĂŒrzeren Strecken nutzbar; der Kofferraum ist ein kleines, nur 168 Liter fassendes Loch. Antriebsseitig gibt es nur einen Motor, der seine Dreizylindrigkeit nicht verleugnen kann und sich bei mittleren Drehzahlen am wohlsten fĂŒhlt. FĂŒr den Stadtverkehr dĂŒrfte die Federung durchaus etwas softer ausgelegt sein, dafĂŒr spurt der Aygo auch bei Highspeed, das sind 160 km/h, ruhig und erwachsen. Optional gibt es jetzt Apple CarPlay und Android Auto. 

Kia Picanto: Der Streber

Kias kleinster Vertreter zeigt dem einen oder anderen Mitspieler in diesem Vergleich, wie ein richtig guter Kleinstwagen gemacht ist.

Video: Kia Picanto (Genf 2017)

Mehr Power fĂŒr den Picanto

Mit dem Adjektiv pikant verbinden die meisten von uns SchĂ€rfe in der Speise. Hier geht's aber nichts ums Essen. Wir addieren ein O, ersetzen das K durch ein C und landen so beim Kia Picanto. 9990 Euro bilden mit der Linie Attract den Einstieg, wobei wir Ihnen gleich die Dream-Team-Edition (ab 12 790 Euro) empfehlen. Neben der ausgesprochen akkuraten Verarbeitung schĂ€tzen wir folgende Annehmlichkeiten: Lederlenkrad und Außenspiegel mit Beheizung, die Sitzheizung, Freisprecheinrichtung und elektrische Fensterheber in der zweiten Reihe. Sind Sie vorwiegend in der Stadt unterwegs, greifen Sie zum 590 Euro teuren Connectivity-Paket.
Neben der RĂŒckfahrkamera und dem Sieben-Zoll-Touchdisplay sind Apple CarPlay und Android Auto die entscheidenden Extras. Das Navi von Kia kostet exakt 300 Euro mehr. Parksensoren hinten, sofern Sie darauf bestehen, stehen erst mit den höheren Linien (ab 14.550 Euro) zur Wahl. Kein echtes Problem: Orientieren Sie sich am unteren Ende der Heckscheibe, die nahezu den Karosserieabschluss bildet. DarĂŒber hinaus empfehlen wir in jedem Fall den automatischen Notbremsassistenten – er sollte serienmĂ€ĂŸig sein – im Paket mit hochauflösenden Instrumenten fĂŒr 590 Euro. In puncto Platzangebot fĂ€llt der Picanto positiv auf, stellt sowohl vorn als auch im Kofferraum ĂŒberraschend viel Platz zur VerfĂŒgung. Fahrdynamisch zeigt sich der kleine Koreaner mit straffer Fahrwerksabstimmung, prĂ€ziser Lenkung und sauberem Geradeauslauf von einer eher sportlichen Seite.

Seat Mii: Das Findelkind

So ganz gleich liebt Konzernmutter VW ihre Drillinge Up, Mii und Citigo nicht. Die schönsten Extras sind dem Up! vorbehalten.

Der Seat Mii ist nur etwas fĂŒr Pfennigfuchser und BasiskĂ€ufer.

Können wir Ihnen den Seat Mii in diesem Vergleich zum Kauf empfehlen? Ja, falls Ihnen seine Nase besser gefĂ€llt als die des VW Up. Zudem bietet der Spanier reizvolle Preisvorteile. So hat er serienmĂ€ĂŸig ein Bluetooth-Radio, Klimaanlage und Fensterheber und kommt stets als FĂŒnftĂŒrer daher – auch wenn Letzteres nicht unbedingt jedem nutzt. So bringt er es auf einen Basispreis von 11.460 Euro – zunĂ€chst knapp einen Tausender mehr als der Up. Wird der wiederum auf die Grundausstattung des Mii gehoben, liegt der kleinste VW bereits bei 12.315 Euro – also wiederum knapp 1000 Euro ĂŒber dem Mii. Ein SchnĂ€ppchen, der Seat! Oder?
Ehe Sie nun euphorisch zum HĂ€ndler eilen, beachten Sie bitte Folgendes: Wir sprechen hier ĂŒber Listenpreise. Im echten Leben finden Sie außerhalb von Flottenfuhrparks kaum solche Basismodelle im Schauraum. Sonderangebote sorgen zudem dafĂŒr, dass eine gehobenere Ausstattung kaum ins Gewicht fĂ€llt und die zweieiigen Zwillinge auf diese Weise preislich angeglichen werden. Geht aber sein Preisvorteil verloren, gerĂ€t der Spanier ins Hintertreffen, da er nicht die AusstattungsumfĂ€nge des Up bietet. Annehmlichkeiten wie Klimaautomatik, Multifunktionslenkrad und der modernere Bordcomputer fehlen, und auch sonst gibt’s fĂŒr den Mii fast keine Einzeloptionen. Den feinen Einliter-Turbo, den wir im Up jedem, der regelmĂ€ĂŸig unterwegs ist, dringend anraten, gibt es fĂŒr den Mii nicht. Was macht also die Kaufempfehlung aus? Sie bleibt bestehen, aber nur wenn Sie ein Pfennigfuchser und BasiskĂ€ufer sind.

Ford K+: Der Kleinsparer

Das Plus am Ka+ steht klar fĂŒr hohen Nutzwert zum kleinen Preis. Der kleinste Ford macht vieles gut und nur wenig schlecht.

Der Ka+ wirkt sehr ausgewogen. Verspielte Designsperenzchen liegen ihm fern.

ZulassungsmĂ€ĂŸig hier der letzte Platz zeigt es: In Deutschland ist der Ford Ka+ nicht der beliebteste Kleinstwagen – zu Unrecht, wie wir finden. Er liegt preislich da, wo er soll, nĂ€mlich in der Basis unter 10.000 Euro, er hat ein verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig ĂŒppiges Platzangebot und fĂ€hrt auf der Plattform, die auch die grĂ¶ĂŸeren Ford-Modelle B-Max und EcoSport trĂ€gt. Das macht sich beim Fahren bemerkbar: Lenkung und Fahrwerk wirken Ă€hnlich wie beim VW Up insgesamt deutlich souverĂ€ner, als man es von einem Kleinstwagen erwarten wĂŒrde. Überhaupt wirkt der Ka+ sehr ausgewogen. Verspielte Designsperenzchen wie bei den meisten Konkurrenten liegen ihm fern; er könnte auch als kleinerer Fiesta fĂŒr kĂŒhle Rechner durchgehen. Seine Form schafft viel Raum auf wenig FlĂ€che und wirkt mit dem SUV-artigen "Active"-Anputz wie ein unwilliges Kind, dem die Wanderschuhe aufgenötigt wurden. Diese 1500 Euro teure Linie können Sie sich ruhig sparen.
Völlig makellos ist der Ka+ freilich nicht. Es hapert wie bei manchen Ford an der Raumökonomie. Der tiefe ArmaturentrĂ€ger sorgt fĂŒr eine stark nach hinten gerĂŒckte Sitzposition, was wertvollen Platz kostet. Dem Benzinmotor mit 70 oder 86 PS verpasste Ford zudem eine spitze Gaspedalabstimmung, die ihn niedrigtourig wie einen Turbomotor wirken lĂ€sst. Bis 2000 Umdrehungen nervt diese Fassade mit einem gierigen Gummibandeffekt, darĂŒber wirkt die Leistung dann mager. Der 1.2 verlangt nach viel Gas und macht den Ka+ dadurch weniger sparsam als die Konkurrenz. Verbrauchskönig ist aber der Diesel. 

Die zehn beliebtesten Kleinstwagen im Check

VW UpFord Ka+Toyota Aygo
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