Vier starke Diesel-SUVs: Vergleich
Dampf-Maschinen

Mit satten 700 Nm fordert der Range Rover TDV8 auf die deutsche Konkurrenz. Aber auch Audi Q7, BMW X5 und VW Touareg haben mächtig Dampf unter der Haube.
- Martin Braun
Was hat das Holzkohle-Grillen mit dem Fahren großvolumiger Autos zu tun? Viel, denn beides gilt als ausgesprochene Männerdomäne. Und deren Liebhaber wollen in beiden Fällen nicht so einfach klein beigeben. Dabei gibt es mit dem Elektrogrill eine praktische Alternative. Und künftig mit dem Elektroauto wohl auch eine fahrende Alternative. Doch E-Grill und E-Auto wird für immer etwas fehlen, wofür Männer sehr jeher besonders empfänglich sind: die seelenwärmende Anziehungskraft des kontrollierten Feuers. Das gibt es nur beim Kohlen- oder Gasgrill. Und nur beim Auto mit Verbrennungsmotor. Und meist empfinden nur Männer diese Anziehungskraft der Flamme, des Feuers, der Explosion. Nur höchst selten engagieren sich Frauen in Clubs für historische Dampflokomotiven oder alte Dieselrösser, vor denen man Schuljungs genauso wie Weltkriegsteilnehmer mit offenen Mündern anzutreffen pflegt. Diese Maschinen schnaufen, keuchen, puffen, rauchen, und zuweilen stinken sie auch.
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Bild: Sven Krieger
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Bild: Sven Krieger
Weder Audi noch Range Rover können dem BMW davonfahren. Eine Komfortmotorisierung ist der 40d allerdings nicht. Der heftig aufgeblasene Sechszylinder tönt nie zu aufdringlich, aber stets präsent grollend. In jedem Tempobereich hört man ihn heraus, was offenbar von BMW auch so gewollt ist. Dafür begeistert er mit spontanem Ansprechen auf Bewegungen des Gaspedals und nur kleiner Turbopause. Zudem arbeitet er gekonnt mit der Automatik zusammen, was allerdings auch für alle anderen Kandidaten gilt. Lohn des Verzichts ist beim BMW der geringere Verbrauch. Er liegt im Test bei 9,8 Liter/100 km und damit einem ganzen Liter unter dem des kolossalen Audi. Dabei muss man im Innenraum des BMW nicht auf Platz verzichten. Im Gegenteil, der X5 ist innen sehr großzügig geschnitten, besonders im Fond, wo er mit geradezu verschwenderischer Kniefreiheit verwöhnt. Auch die Größe des Gepäckraums befriedigt. Allerdings zwingt die eigenwillige Horizontalteilung der Heckklappe kleinere Personen zum Klettern in den Laderaum, wenn die Einkäufe zuvor während der Fahrt wieder mal nach vorn gerutscht sind.
Überblick: Alle News und Tests zum Range Rover

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Weitere Details zu den vier starken SUVs mit Diesel-Herz gibt es in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel finden Sie in AUTO BILD ALLRAD 3/2011 oder als Download im Heftarchiv.
Fazit
Der Range Rover gewinnt. Überrascht? Nun, er verbindet gekonnt Straßenkomfort mit bester Eignung fürs Gelände. Er ist teuer, aber üppig ausgestattet. Nachteil: lächerliche 410 kg Zuladung. Der Flotteste und Komfortabelste ist der sehr diskrete VW. Der Audi dagegen wirkt wie ein Schlachtschiff, hat dafür den größten Laderaum. Der BMW hält trotz kleinem Motor gut mit. Nachteile: Versicherung, Bodenfreiheit und Komfort.
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