Donnerstag: Heute früh gleich Energiemessgerät abgelesen: 15,70 kWh in 6:56 Stunden geladen. Werksangaben stimmen also. Bei meinem Stromversorger kostet eine Kilowattstunde 19,99 Cent. Hab gerechnet: einmal Volltanken macht rund 3,14 Euro. Ab Mittag frei genommen. Die Nordsee ruft, St. Peter-Ording, 140 Kilometer. Wollte sehen, ob das geht. Auf Nummer sicher gegangen: "Eco“-Betrieb, Radio aus, Klima aus. Durch die Stadt und rauf auf die A 23. Mit Tempo 90 auf der rechten Spur. Ganz entspannt. Und das mit 19 kW! Aus jedem dritten Auto, das mich überholt, werd’ ich angeglotzt. Auch fotografiert.

i-MiEV-Tagebuch: Teil 1 • Teil 2

Mitsubishi i-MiEV
Bild: Thomas Ruddies
Erste Pause auf Golfplatz bei Itzehoe. Nach 60 Kilometern noch etwas weniger als die Hälfte an Saft in den Akkus. Eco und Autobahn neutralisieren sich wohl bei der Reichweite. In Hemme sind die Akkus leer. Warnanzeige blinkt, und das auf der Landstraße. Rechts Windkrafträder, rechts Strommasten, ich dazwischen ohne Saft. Erste Schweißperlen. Dann ein Dorf. Autowerkstatt mit Steckdose. Gerettet! Drei Kilowattstunden reichen für 17 Kilometer. Dann wieder leer. 30 Minuten bei einem Gemüsehändler am Straßenrand getankt. Zehn Kilometer später wieder fast leer. Ein Campingplatz. Kein Mensch zu sehen. Unterm Waschbecken auf dem Damenklo eine Steckdose. Liebes Tagebuch: ICH KLAUE STROM FÜR MEIN AUTO AUF EINEM DAMENKLO!!! Wert: 25 Cent. Und flüchte lautlos. Endlich das Meer erreicht! Sitze jetzt im Strandkorb. Vor mir der i-MiEV. Schreibe dies mit einem Lächeln im Gesicht. So viele nette Menschen kennengelernt. Keiner wollte Geld für den Strom. Bin für lau an die Nordsee gefahren. Sauber! Auf dem Weg in die Pension noch mal Schweiß: nachts auf einer Tankstelle eine Kilowattstunde geschnorrt. Wie das Tagebuch weiter geht, lesen Sie morgen auf autobild.de.