ViveLaCar One: Preise, Fahrzeuge, Infos
Neues Pilotprojekt: Auto-Abo und Carsharing zum Flatrate-Tarif

ViveLaCar startet neues Angebot und verspricht nicht nur drastisch sinkende Autokosten, sondern auch mehr Platz in den Städten. Start ist in Köln und Bergisch Gladbach.
Bild: ViveLaCar
- Jörg Maltzan
Auto-Abo und Carsharing, passt das zusammen? Ja, sogar ganz hervorragend, meint das Start-Up ViveLaCar, das seit 2018 Autos im Abo anbietet und dazu anders als die meisten Mitbewerber mit lokalen Autohändlern kooperiert. Nun startet das Unternehmen aus Stuttgart ein neues Angebotsformat namens "ViveLaCar One". Das Pilotprojekt soll die Vorteile des Auto-Abos mit denen des Carsharings verbinden: "Autos einfach nutzen statt besitzen", so formuliert es Mathias Albert, Gründer und Chef von ViveLaCar. Mit One könne man künftig abonnierte Autos in einer geschlossenen Gruppe teilen und so einen wertvollen Beitrag für die Gemeinschaft leisten. Und dabei natürlich erheblich sparen. "Da alle Kosten inklusive Tanken oder Laden der Batterie inkludiert sind, genießen One-Nutzer eine bisher einzigartige Transparenz", so Albert.
ViveLaCar One startet in Köln und Bergisch Gladbach
Zunächst ist das Angebot nur in Köln und Bergisch Gladbach erhältlich, später soll es nach und nach in Deutschland und Europa ausgerollt werden. ViveLaCar One richtet sich bevorzugt an Menschen, die immer wieder mal ein Auto brauchen und dabei flexibel sind. Ob unter Nachbarn, Wohn- oder Bürogemeinschaften oder als Zweitwagen – wer seine Kosten reduzieren möchte und nur gelegentlich auf ein Auto angewiesen ist, findet hier eine interessante Mobilitätslösung. In der Tat steigen die Autokosten rasant – nicht nur durch die deutlichen Aufschläge bei Energie, Treib- und Rohstoffen, sondern auch durch höhere Parkgebühren. Und: Anfallende Unterhaltungs- und Wartungskosten, das zeigen Studien, werden vielfach unterschätzt.
Bei ViveLaCar One werde die Kosten je Abonnent transparent und kilometergenau abgerechnet. Zugang zum Abo-Auto und die Verwaltung der Nutzung erfolgen digital mittels einer App. Einen Komfortverlust müsste dabei niemand befürchten, denn die One-Autos würden zu vertrauten Auto, genutzt von vertrauten Personen. Ein Kindersitz etwa könne problemlos im Wagen verbleiben, wenn ein anderer One-Nutzer damit unterwegs ist. Neben den Kostenvorteile betont ViveLaCar ganz besonders auch den Nachhaltigkeits-Aspekt: "Wer das Auto mit anderen teilt, leistet einen wertvollen Beitrag für alle. Weniger Fahrzeuge heißt mehr Raum zum Leben und deutlich weniger Belastungen für die Umwelt sowie die Schonung von Ressourcen."
Nutzer zahlen je nach Fahrleistung
Als Beispiel nennt der Auto-Abo-Anbieter die Metropole Köln. Hier seien mehr als 500.000 Auto zugelassen. Würden nur zehn Prozent das neue Abo-Sharing-Modell nutzen, reduziere sich der Fahrzeugbestand in der Domstadt um bis zu 38.000 Autos. Das sei eine spürbare Entlastung und verringere den Platzbedarf für Parkraum um rund 60 Fußballfelder.
Zum Pilotstart stehen vier unterschiedliche Modelle und Antriebe zur Verfügung. Etwa der elektrische Hyundai Kona. Ein Rechenbeispiel: Fährt Abonnent A mit dem Stromer 500 Kilometer im Monat, kostet ihn das rund 260 Euro. Anders Abonnent B. Er fährt nur 200 Kilometer monatlich und zahlt dafür nur 138 Euro. Und Vielfahrer Abonnent C ist 800 Kilometer unterwegs und trägt Kosten von 354 Euro. Und das zu einer echten Flatrate. Denn nicht nur alle Nebenkosten wie Versicherung und Wartung sind enthalten, sondern auch die Stromkosten fürs Aufladen. Für die Nutzer in Köln ist sogar der Anwohnerparkausweis inkludiert.

Der Hyundai Kona Elektro ist eines von vier Modellen, die zum Start des Pilotprojekts zur Verfügung stehen sollen.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Abgerechnet wird kilometergenau, transparent und nach Abonnenten getrennt auf Basis des jeweils gebuchten Kilometerpakets, welches monatlich gewechselt werden kann – wer weniger fährt, zahlt auch weniger! Die Abonnenten genießen dabei den vollen Service beim Markenhändler, erhalten einen Schutzbrief durch die Zurich Versicherung und bleiben jederzeit flexibel. Eine Kündigung des gemeinsamen Abos ist monatlich möglich mit einer Frist von drei Monaten, die Mindestlaufzeit beträgt ein halbes Jahr.
Teilnehmen können in dem Pilotprojekt zunächst Abo-Gemeinschaften aus zwei oder drei Haushalten mit jeweils maximal zwei Nutzern. Das Pilotprojekt ist auf eine Dauer von sechs Monaten angesetzt und auf 30 Haushalte limitiert.
Abo-Sharing via App bei Lync & Co
Die Idee, ein Auto-Abo mit Carsharing zu verbinden, verfolgt auch Lync & Co. Bei dem chinesischen Autohersteller kostet die monatliche Mitgliedschaft 550 Euro, als Gegenleistung gibt es den SUV 01 (Neupreis 46.000 Euro) im Abo mit einem Paket von 1250 Freikilometern. Über eine App können Nutzer ihren 01 zum Verleih anbieten und den Preis dafür selbst festlegen, um so ihre Kosten zu reduzieren. Ausleiher müssen bei Lync & Co registriert sein und können in der App freie Autos zu ihrem Wunschzeitpunkt buchen.

Auch Lync & Co bietet mit dem SUV 01 ein Fahrzeug zum Abo an, das gleichzeitig auch verliehen werden kann.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Auch das Öffnen und Schließen des Autos soll per Smartphone-App möglich sein. Noch jedoch scheint die Abo-Sharing-Kombination wenig bekannt zu sein. Bei einer AUTO BILD-Stichprobe Anfang September gab es in Berlin nur drei Fahrzeuge zu buchen für Tagespreise ab 45 Euro. In Hamburg wurden gar keine Lync & Co 01 zum Ausleihen in der App angezeigt. Da ist offenbar noch viel Luft nach oben.
Service-Links