Volvo XC60 Facelift: Test, Infotainment, Google, Preis, Verbrauch
So schneidet Googles Android Automotive im Volvo XC60 im Test ab
Alter neuer Schwede: Volvo XC60 B5 Facelift
Das Schweden-SUV XC60 bekommt ein Update und fährt jetzt mit Android Automotive. Jetzt sitzt also Google mit an Bord, aber funktioniert das? AUTO BILD hat's getestet!
Bild: Ronald Sassen / AUTO BILD
Ungefähr alle fünf Sekunden, schätzt Ikea, kauft jemand ein Billy-Regal. Und was hat das mit dem Volvo XC60 B5 R-Design (hier zum ausführlichen Test) zu tun? Design als Kaufgrund beispielsweise eint die beiden trotz eher konservativer Farbpaletten. Und wie das Regal im blau-gelben Möbelhaus, so ist auch das Mittelklasse-SUV für die Schweden hierzulande der Bestseller.
Unterschiede gab es schon immer in der Bedienbarkeit. Kinderleichter Aufbau auf der einen, eher verstörende Touch-und-wisch-Bedienung auf der anderen Seite.
Doch das soll jetzt besser werden. Klar, ein paar optische Retuschen an Schürzen, Felgen und Polstern zum Beispiel haben sich die Schweden nach viereinhalb Jahren am Markt nicht nehmen lassen. Dass die Assistenzsysteme jetzt besser miteinander vernetzt und der Fußsensor für die Heckklappe aufmerksamer sein sollen, geschenkt. Bei den Motoren? Alles gleich geblieben. Die hatte Volvo aber auch in den letzten Jahren schon vollständig auf Mildhybrid umgestellt.
Polestar 2 (2021): Test - Connectivity-Check - Infotainment - Elektro - Bedienung - Info
Android Automotive im Polestar 2
Bild: Ronald Sassen / AUTO BILD
Die eigentliche Neuerung findet sich auf den zwei großen Bildschirmen im Innenraum, besser gesagt unter deren Verkleidung: Dort hält zum neuen Modelljahr Android Automotiv Einzug – nicht zu verwechseln mit Android Auto. Während Letzteres lediglich eine Kopplung mit Android-Smartphones ermöglicht, stellt Automotive ein komplettes Betriebssystem dar.
Google Maps übernimmt also die Navigation, der Play Store stellt eine Auswahl an Apps für den Volvo bereit, und "Okay Google" spielt den neuen Sprachassistenten. Funktioniert das alles besser als zuvor und wertet den XC60 auf?
APP-gefahren: Volvo mit Googles Play Store
Beim Navi geben wir grünes Licht: Maps funktioniert auch hier so gut wie auf eben jedem Mobilgerät, nimmt zuverlässig Rücksicht auf aktuelle Verkehrsdaten. Dabei weist die Google-Karte auch im Kombiinstrument den Weg. Gut! Die App-Auswahl präsentiert sich aktuell noch etwas eingeschränkt, aber man bemüht sich um Besserung.
So hat Volvo beispielsweise die Anwendung "EasyPark" mitentwickelt, mit der sich Parkplätze vom Auto aus buchen lassen. Auch Spotify spielt nun direkt im Fahrzeug, ganz ohne Smartphone. Und wer selbst eine App für Automotive programmieren möchte, den unterstützen die Schweden bei der Umsetzung – zumindest bewirbt das deren Tochtermarke Polestar online.
Die Google-Sprachsteuerung arbeitet gut, weist hier und da aber noch ein paar Funktionslücken auf. So ist die Klimabedienung zwar möglich, jedoch muss der Befehl direkt erfolgen. Also zum Beispiel: "Stell die Temperatur auf 22 Grad." Wer einfach sagt, ihm sei kalt, erntet den klugen Ratschlag: "Hol dir keine Erkältung. Ich empfehle Zwiebel-Look!"
In den Fahrzeugeinstellungen blitzt derweil die alte Volvo-Welt durch. Deren Touchflächen für Schnellzugriffe haben die Schweden allerdings eingespart, sodass man bestimmte Funktionen nun sogar noch länger suchen muss.

Neu im XC60: Android Automotive mit Google Maps und Spotify. Alt: die umständliche Bedienung.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Durstiger Nobel-Schwede: Hoher Preis, dafür mit Allrad
Ansonsten bleibt der XC60, wie er war: ein nordisch-nobler Begleiter, bequem für vier der bis zu fünf möglichen Passagiere und teuer. Der Preis für den Volvo beträgt 54.050 Euro in Serie (Stand 11/2021). Dafür ist er eben nicht billig, sondern hochwertig, gerade im Innenraum. Und als Benziner durstig: 9,2 Liter trotz Mildhybrid sind zu viel.
Unseren Testwagen, den B5 R-Design mit Frontantrieb, können Händler nun ohnehin nicht mehr ordern. Anfang Dezember hat Volvo die Preisliste noch mal umgestellt, der Motor ist künftig an Allrad gekoppelt. Clevere Käufer greifen ein bereits bestelltes Fahrzeug ab, denn der XC60 wurde zeitgleich rund 1000 Euro teurer. Dafür gibt's 25 Billy-Regale …
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