VW Bullis, Custom-Bus, Umbau, Camper, Preis
Edle Bullis nach Maß

Edel-Bullis mit ganz eigener Designsprache bauen Craig Kammeyer und sein Team aus. Mit sehr viel Liebe zum Detail.
Bild: Kai-Uwe Knoth / AUTO BILD
- Helene Schmidt
Selbst die Fotos von glücklichen Kunden aus aller Welt, die im Ausstellungsraum hängen, haben in ihrer unregelmäßigen Hängung eine spezielle Ordnung. Nichts geschieht oder steht hier zufällig. Jeder Scheinwerfer, der die fertigen Campingbusse ausleuchtet, ist genau ausgerichtet.
Verliebt bis in letzte Details hat Craig Kammeyer nicht nur seinen Ausstellungsraum in Langenhagen bei Hannover eingerichtet, sondern genau so baut er auch VW Bullis aus. Legt nicht nur auf zeitloses Design und hochwertige Materialien wert, sondern auch auf optimale Funktionalität.
Bevor es an den Ausbau geht, werden die Bullis im Hannoveraner VW-Werk mit dem Designerfahrrad abgeholt – nur wenige Kilometer entfernt von der Custom-Bus-Werkstatt. Das ist gut für die Gesundheit, spart Kraftstoff und passt einfach auch zur Firmenphilosophie.

Dank besonders schmaler Schränke bleibt Platz für ein großes Bett – und variablen Stauraum.
Bild: Custom-Bus
Genauso wie der firmeneigene Garten, in dem die Mitarbeiter ihre Mittagspause und auch mal den ein oder anderen Feierabend genießen. Oder der eigene Teambus, mit dem sie verreisen dürfen.
80 bis 100 Bullis pro Jahr
Craig Kammeyer stärkt so den Teamgeist und den Bezug der Angestellten zum Endprodukt. Insgesamt 15 Mitarbeiter bauen im Jahr 80 bis 100 Bullis aus.
Dass sein Geschäft so erfolgreich werden wird, dachte Kammeyer bestimmt nicht, als er im Keller seiner WG seinen ersten VW T5 zum Surferbus ausbaute. Arbeiten mit Holz lag ihm damals schon, denn nach der Ausbildung machte er ein Studium zum Holzbauingenieur. Seine Diplomarbeit handelt, was Wunder, von Baukastensystemen für Campingbusse.

Der schicke Boden wird schwimmend auf einer Dämmmatte verlegt. Bis zu 40 Kilo trägt der schwebende Tisch.
Bild: Custom-Bus
Nach reiflicher Überlegung entschloss sich Kammeyer danach, komplett auf Campingbusse zu setzen und machte einen Liefervertrag mit VW Nutzfahrzeuge. Über den firmeneigenen Konfigurator können sich seine Kunden nun ihren ganz eigenen Custom-Bus zusammenstellen. Die Auswahlmöglichkeiten sind mannigfaltig, die Materialien immer edel. Aber besonderer Wert wird auf gute Verarbeitung gelegt. So finden sehr stabile Möbelbeschläge Verwendung. Diese und auch die Tatsache, dass Verschlüsse auf Spannung verbaut werden, reduzieren störende Vibrationen während der Fahrt.
Custom-Bus-Team besonders kreativ
Bei den Materialien reicht die Auswahl von Stoff aus Merinowolle über Eichenholz bis hin zu robusten Edelstahloberflächen. Einige Designideen hat man so noch nie bei anderen Ausbauern gesehen. Ein Highlight ist der schwebende Esstisch, der bis zu 40 Kilogramm tragen kann. Eine andere Eigenentwicklung ist das Ausstellfenster mit Panoramafunktion, das von außen nicht auffällt.

Auch ein festes Hochdach mit Bett und Schrank ist im Angebot.
Bild: Custom-Bus
Wenn durch ein Möbelstück Platzverluste entstehen, wird das Custom-Bus-Team besonders kreativ. So kann die Kühlbox zwischen Fahrer- und Beifahrersitz ihren Platz finden, und die Trockentoilette wird nur bei Bedarf in die Innenverkleidung der Schiebetür gehängt. Außen verschandeln weder Steckdosen noch Klappen das Erscheinungsbild der Camping-Bullis.
Kooperation mit dem Möbeldesigner Nils Holger Moormann
Landstrom wird über den Motorraum eingespeist, das Frischwasser über den Stutzen im Heckstauraum. Bis zu 90 Liter fasst der Unterflurtank. Als Wärmequelle haben die Kunden die Wahl zwischen verschiedenen Diesel-Standheizungen, auch mit 15-Liter-Boiler fürs Duschwasser. Auf Kundenwunsch werden bis zu zwei Aufbaubatterien verbaut.

Viele Kunden nutzen ihren Custom-Bus auch im Alltag. Bis zu acht Sitzplätze sind möglich.
Bild: Kai-Uwe Knoth / AUTO BILD
Auf eine Kooperation ist Kammeyer besonders stolz: Mit dem Möbeldesigner Nils Holger Moormann, der selbst gern im Bulli lebt, entwickelte er spezielle Ausbaulinien. Sie tragen Namen wie Zebrakuh, Holzklasse oder Streifenwagen.
Und wer sind typische Custom-Bus-Kunden? Ganz unterschiedlich, meint Kammeyer – vom Manager über Familien und Extremsportler bis hin zu Menschen, die sich eine Auszeit nehmen. Und eine der weitesten Reisen? Die machten Kunden nach Neuseeland. Sie verschifften für eine längere Auszeit ihren Bus bis ans andere Ende der Welt. Auch von ihnen hängt ein Erinnerungsfoto an der perfekt ausgerichteten Bilderwand im Ausstellungsraum von Custom-Bus.
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