VW Golf Variant 2.0 TDI DSG: Test
Nur beim Verbrauch bescheiden: Golf Variant als Diesel im Test

– Die Talente kompakter Kombis sind vielfältig. Und unbestritten. Beim VW Golf Variant 2.0 TDI kommt noch ein sparsamer Diesel dazu. Der Kombi im Test!
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Aber die Wolfsburger waren ja auch mit dem SUV spät dran: Der Tiguan startete erst 14 Jahre später. Trotzdem hat der Hochsitz den Kombi inzwischen fast vollständig verdrängt. Und wir fragen uns: wieso? Vor allem, wenn uns so ein Golf Variant 2.0 TDI vors Garagentor rollt. Im Test muss das sparsame SUV-Opfer zeigen, was es auf dem Kastenheck hat.
Längenzuwachs um 35 Zentimeter
Gegenüber dem Standard-Golf macht sich der Variant immerhin 35 Zentimeter länger, rückt die Achsen sieben Zentimeter weiter auseinander – das merkt man beim Einsteigen und auch beim Einladen. Vorn geht es Golf-typisch luftig zu, hinten finden auch größere Gäste eine sehr vernünftige Sitzposition.

Großer Wagen: Gegenüber dem Standard-Golf ist der Variant 35 Zentimeter länger, der Radstand wächst um 7 Zentimeter.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Die Polster fallen in unserem R-Line ausreichend bequem aus und bieten genügend Unterstützung, allerdings ist die Kopfstütze beim "Top-Sportsitz" integriert und so nicht höhenverstellbar. Der Autor (1,97 Meter) wünscht sich da immer, dass das obere Lehnen-Ende noch ein bisschen höher reichen würde.
Fahrzeugdaten
Modell | VW Golf Variant 2.0 TDI DSG |
|---|---|
Motor Bauart/Zylinder | Vierzylinder, Turbo, vorn quer |
Hubraum | 1968 cm³ |
Leistung | 110 kW (150 PS) |
max. Drehmoment | 360 Nm bei 1600-2750 /min |
Antrieb/Getriebe | Frontantrieb/7-Gang-DSG |
0-100 km/h | 8,4 s |
Vmax | 223 km/h |
Testverbrauch | 5,7 l D/100 km |
Test-CO2 | 151 g/km |
Tankvolumen | 50 l |
Länge/Breite/Höhe | 4631/1789-2073*/1487 mm |
Radstand | 2669 mm |
Sitzhöhe | 515 mm |
Kofferraumvolumen | 611-1642 l |
Leergewicht | 1516 kg |
Zuladung | 544 kg |
Anhängelast (8/12 %) | 1800/1600 kg |
Garantie | 2 Jahre |
Preis | ab 39.880 Euro |
Wo wir gerade beim Wünschen sind: Die sinnvolle Netztrennwand (200 Euro) erwarten wir bei einem Kombi ohne Aufpreis. Immerhin kann der Reise-Golf bis zu 1642 Liter Gepäck einladen, bietet mit geteilter Lehne (auch vom Heck aus zu entriegeln), Durchreiche, doppeltem Boden und stabilen Verzurrösen großes Transport-Talent.
Ordentlich organisiert sind inzwischen auch die Bedienung und das Multimediasystem. Ja, es gibt immer noch die nicht perfekten Slider unten am Bildschirm, aber die Menüstruktur ist durchaus übersichtlich, die Sprachassistenz zeigt sich kooperativ. Und das System arbeitet mit einer akzeptablen Geschwindigkeit.

Cockpit im typischen VW-Stil: großer Monitor, wenig Knöpfe. Verarbeitung und Materialauswahl gehen durchaus in Ordnung.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Auch die Sicherheitscrew erledigt ihren Job souverän, hält den Wagen in der Spur und warnt zuverlässig vor Gefahren. Wir empfehlen zusätzlich das Assistenzpaket inklusive Side Assist für 620 Euro, das unter anderem Tempo und Abstand überwacht, Kurven oder Kreisverkehre erkennt und die Geschwindigkeit anpasst, automatisch stoppt, wenn der Fahrer unpässlich sein sollte.
Der Zweiliter-Diesel tritt kräftig an
Von der Papierform her macht der Zweiliter-TDI alles richtig. Seine an die Vorderräder weitergereichten 150 PS verleihen dem Golf genügend Dynamik, um stets souverän im Verkehr mitzuhalten. Gute 8,4 Sekunden dauert der Standardsprint auf Tempo 100, in der Spitze sind mit ein bisschen Anlauf 223 km/h möglich – da gibt es weder für Familien noch für Vertreter etwas zu meckern.

Geht ganz ordentlich: Bis Tempo 100 braucht der Golf Variant 2.0 TDI nur 8,4 Sekunden. Maximal sind 223 km/h drin.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Das im E-Auto-Zeitalter eher schlanke Grundgewicht von kaum mehr als 1,5 Tonnen lässt den Variant flink und leichtfüßig erscheinen, die 360 Nm Drehmoment schieben auch ohne Kickdown vielversprechend an.
Und wenn man doch mal einen beherzten Tritt rechts benötigt, lässt der aufmerksame Siebenstufen-Doppelkuppler sich nicht zweimal bitten und sortiert schnell, aber unaufgeregt die richtige Fahrstufe heraus. Bei alldem hält sich der TDI akustisch angenehm zurück, brummelt nur bei höheren Drehzahlen vernehmlich.
Trotz des Sportfahrwerks im R-Line gibt es auch beim Komfort nix zu meckern. Dabei hilft die adaptive Fahrwerksregelung DCC (880 Euro), mit der sich die Stoßdämpfer von kommod-komfortabel bis fahraktiv-fest einstellen lassen. Der Testverbrauch von 5,7 Litern nötigt allen Respekt ab. Immerhin sprechen wir hier von einem voll alltagstauglichen Kompaktkombi, der sich auch bei Komfort und Sicherheit keine Blößen gibt.
Testwagen kostet über 40.000 Euro
Die Ausstattung lässt wenig Wünsche offen, von der Klimaautomatik über die kabellose Handy-Kopplung via Apple CarPlay und Android Auto bis hin zur automatischen Distanzregelung ACC und zu LED-Scheinwerfern fährt das meiste ohne Aufpreis mit.

Er muss es einem wert sein: Für den Golf Variant als 2.0 TDI DSG in der R-Line-Ausstattung verlangt VW stolze 42.650 Euro.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Allerdings verlangt VW für den Golf Variant 2.0 TDI als R-Line auch mal eben 42.650 Euro. Oder 425 Euro monatlich im Privatleasing (48 Monate Laufzeit, 10.000 Kilometer pro Jahr). Mehr als zwei Jahre Garantie gibt es dennoch nicht – auch da ist VW wahrlich kein Vorreiter.
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