VWs elektrischer Kleinwagen heißt ID.Polo. Doch keine Sorge, den Verbrenner gibt es weiterhin. Zeit für den direkten Vergleich – wie viel Polo steckt im kleinen Elektroauto?

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Ähnliche Form, anderes Format

Starten wir mit der Form. VW bleibt der bekannten Linie treu. Kurze Frontpartie, leicht abfallende Dachlinie mit Spoiler an der Kante und eine markante Schürze unter der Kofferraumklappe – ein gewohntes Bild. Trotzdem wirkt der ID.Polo kompakter.
Der Eindruck täuscht jedoch. Mit 4,05 Meter ist das Elektroauto nur zwei Zentimeter kürzer als der Verbrenner, dafür aber mit 1,53 Meter acht Zentimeter höher und mit 1,82 Metern ganze sieben Zentimeter breiter. Auch mehr Kofferraumvolumen bietet das Elektroauto: 441 bis 1249 Liter passen rein. Im klassische Polo sind es 351 bis 1125 Liter.
VW Polo und VW ID.Polo
Beim ID.Polo sind die hinteren Türgriffe direkt hinter den Seitenscheiben angebracht. Der Verbrenner hat vier Bügelgriffe.
Bild: Volkswagen, Montage: AUTO BILD

Vorn sehen sie sich ähnlicher als hinten

Optisch präsentiert sich der ID. Polo insgesamt deutlich reduzierter, als der Verbrenner – unter anderem mit kleineren Lufteinlässen. Dennoch ist die Verwandtschaft klar erkennbar – nicht nur am (beim ID beleuchteten) VW-Logo. Auch die durchgehende Lichtsignatur unter den Hauptscheinwerfern, die nach außen leicht ansteigt, wurde übernommen – beim Elektroauto allerdings deutlich markanter umgesetzt.
Am Heck endet die optische Nähe weitgehend. Zwar greift der ID. Polo einige Linien des Verbrenners auf, interpretiert sie jedoch anders. Vor allem die völlig unterschiedliche Lichtsignatur sorgt für einen eigenständigen Auftritt.

Unterschiedliche Rücklichtkonzepte

Beim Elektroauto setzt VW auf eine klare, horizontale Lichtgrafik. Eine durchgehende Signatur wird durch je zwei leuchtende Rechtecke pro Seite ergänzt, die an klassische Scheinwerfer erinnern. Beim Verbrenner hingegen besteht die Lichtsignatur aus mehreren geometrischen Formen, klassisch auf zwei Rückleuchten verteilt, die nach innen zulaufen.
VW Polo und VW ID.Polo
Der dunkel abgesetzte Bereich der Heckschürze reicht beim E-Auto weit nach oben. Ein klarer Unterschied zum klassischen Polo.
Bild: Volkswagen, Montage: AUTO BILD

Zwei Welten im Innenraum

Im Innenraum ist dann endgültig Schluss mit den Gemeinsamkeiten. Der Polo wirkt deutlich konservativer gestaltet als das Elektroauto. Das zeigt sich schon beim Lenkrad: klassisch rund im Verbrenner, stark abgeflacht und kantiger im ID.Polo – inklusive eckigem Pralltopf und klar strukturierten Tastenflächen.
Auch bei den Displays gehen die Konzepte auseinander: Tacho und Zentraldisplay sitzen im ID.Polo aufgesetzt, im Verbrenner sind sie ins Armaturenbrett integriert. Bei der Klimabedienung könnte der Stromer die Nase vorn haben: Hier gibt es wieder echte Tasten, während der klassische Polo noch auf die oft kritisierten Touchflächen und Slider setzt. Insgesamt wirkt der Innenraum des E-Kleinwagens weniger "automäßig" – eher wie eine moderne Lounge.
VW Polo und VW ID.Polo Innenraum
Das Infotainmentdisplay ist beim Polo 9,2 Zoll groß, beim ID misst es 12,9 Zoll.
Bild: Volkswagen, Montage: AUTO BILD

Basis-Stromer so stark wie der Top-Verbrenner

VW spendiert dem ID.Polo mehr Leistung als dem Verbrenner. Schon die Basis leistet 116 PS – so viel wie der stärkste Verbrenner unterhalb des GTI. Darüber hinaus stehen 135 oder 211 PS zur Wahl. Beim Verbrenner bleiben die weiteren Varianten mit 80 und 95 PS deutlich darunter. Allerdings ist der reguläre Polo je nach Ausstattung und Motor mehr als 500 Kilo leichter als sein Elektro-Bruder.

Benziner kostete deutlich weniger

Beim Preis punktet schließlich der klassische Polo: Er startet bei 20.135 Euro, die Preisliste des ID.Polo beginnt hingegen bei 24.995 Euro.
Interessanterweise haben der ID. Polo und sein Verbrenner-Pendant mehr Gemeinsamkeiten als gedacht. Am Ende müssen Käufer entscheiden, welches Antriebs- und Designkonzept besser zu ihnen passt.