Seit dem VW Golf 4 gibt's bei Volkswagen in der Kompaktklasse durchweg Scheibenbremsen. Bis auf eine nagelneue Ausnahme: Das kompakte Elektroauto VW ID.3 verzögert hinten wieder mit Trommelbremsen! Das hat allerdings einen guten Grund. Wegen der Rekuperation werden die mechanischen Bremsen bei E- und Hybridautos erfahrungsgemäß weniger genutzt als bei Verbrennern. Einen Teil der Verzögerung übernimmt der Elektromotor, der in diesem Fall als Generator zum Einsatz kommt und, vereinfacht gesagt, Bremsenergie in die Batterie zurückspeist. Das wiederum entlastet die Scheibenbremse, die bei wenig Nutzung gerne Rost ansetzt. Auf lange Sicht kann das dazu führen, dass die mechanischen Bremsen wegen zu tiefer Roststellen auf den Bremsscheiben nicht mehr gleichmäßig wirken – das Auto zieht beim Bremsen zur Seite. Damit es nicht so weit kommt, müssen die Bremsscheiben der meisten Elektroautos häufiger getauscht werden. Das geht natürlich ins Geld.

Die Trommelbremse ist robuster

Die Trommelbremse ist da genügsamer. Ihre Bauteile sind vor Schmutz und Wasser geschützt. Selbst wenn man sie wenig nutzt, gibt es kaum Probleme durch Rost. Ein weiterer Vorteil, gerade bei einem Elektroauto wie dem ID.3, ist das Gewicht der Trommelbremse. Im Vergleich zur Scheibenbremse ist die Trommelbremse deutlich leichter, was der elektrischen Reichweite zugutekommt.