VW Jetta, Mazda3, Skoda Octavia: Test
Erster Härtetest für den VW Jetta

Nur Spießer stehen auf Stufenhecks? Ein Vorurteil, mit dem VW Jetta, Mazda3 und Skoda Octavia aufräumen möchten. AUTO BILD hat die drei Limousinen zum Vergleich gebeten.
Partnerlook, Panzerkette, Poppertolle – wer in sein will, sollte diese Dinge meiden. Rein trendtechnisch gehören sie nämlich zu den sogenannten No-gos. Geht gar nicht! Im Prinzip gilt das Gleiche auch für Stufenheck-Limousinen – zumindest bei uns in Deutschland und unterhalb der Oberklasse genießt der klassische Viertürer nur bedingt Ansehen. Dennoch startet VW jetzt einen neuen Anlauf. Der Jetta ist zurück – und sieht dabei besser aus als je zuvor. Warum also nicht doch mal eine Stufe wagen? Viele unserer Chefredakteurskollegen aus ganz Europa haben damit sowieso kein Problem, gehört der Viertürer bei ihnen doch oft so selbstverständlich zum Straßenbild wie AUTO BILD zum Wochenende.
Überblick: Alle News und Tests zum VW Jetta
Im Rahmen von "Test the Best" in Rom stellten wir dem neuen Jetta also die gestufte Variante des Mazda3 und den Konzernbruder Skoda Octavia gegenüber. Wobei der tschechische Golf-Ableger bekanntlich als Fließheck vorfährt – auch das eine irgendwie aus der Mode gekommene Karosserieform. Doch wie etwa die gute alte Wärmflasche glänzen auch unsere formal etwas altmodischen Testkandidaten mit praktischen Vorzügen. Schauen Sie nur mal unter den Heckdeckel des Jetta – ein schwarzes Loch, in dem tatsächlich ein Koffer nach dem anderen verschwindet. Insgesamt 510 Liter schluckt das Kofferabteil – fast schon Passat-Niveau (565 l). Wem das nicht reicht, der legt die geteilte Fondlehne um und nutzt zusätzlich die Rückbank. Umzug? Kein Problem. Oder wie Sergio Veiga aus Portugal es formulierte: "Der Jetta macht dem Passat den Platz streitig." Mit dem nur sechs Zentimeter kürzeren Mazda 3 wird ein Wohnungswechsel jedenfalls deutlich schwieriger. Bei 430 Litern bekommt die Lade-Laune einen Dämpfer – der letzte Koffer aus dem Jetta muss draußen bleiben. Außerdem fällt die Ladeluke kleiner aus, sodass beim Gepäckstapeln mehr Geschick gefordert ist.
Überblick: Alle News und Tests zum Skoda Octavia

Bild: Angelika Emmerling
Für die Anreise empfehlen die AUTO BILD-Bosse dann allerdings doch den Jetta. Denn hier fühlen sich Mama, Papa, Oma, Opa, Kind und Hund bestens aufgehoben. Tadellose Bedienung, hervorragende Sitze, ordentliche Verarbeitung – Jetta-Piloten finden nur mit Mühe etwas zu meckern. Vielleicht die mäßige Übersichtlichkeit nach hinten oder einfach, dass der Jetta insgesamt zu brav wirkt. Spätestens bei der Sitzprobe hinten verlieren sich solche Gedanken aber in der Weite des Fonds. Erstaunlich, was sich aus einem Golf so alles zaubern lässt – der Jetta geht glatt als Mini-Passat durch. Selbst unsere längsten Chefredakteurs-Kollegen reisen hier ohne Knoten in den Beinen und erhobenen Hauptes, erst zu dritt wird es kuschelig eng. Doch der flotte Dreier stößt in Octavia und Mazda3 noch viel früher an Grenzen. Besonders im Japaner kneift es gewaltig an den Knien – wenn vorn mein kräftiger litauischer Kollege einsteigt, heißt es hinten Füße einziehen.
Überblick: Alle News und Tests zum Mazda3

Bild: Angelika Emmerling
Der Fairness halber sei an dieser Stelle aber verraten, dass der Tscheche erst als Ambiente ein vergleichbares Ausstattungsniveau erreicht, sein Preisvorteil dann auf 1510 Euro schrumpft. Der Mazda3 1.6 bringt es auf 105 PS und sortiert sich mit 20.190 Euro brav in die Mitte zwischen Skoda und VW ein. In der Gunst der versammelten Chef-Clique muss sich der 3er aber hinten anstellen. Octavia und vor allem Jetta hinterließen einen stärkeren Eindruck.
Technische Daten VW Jetta: Vierzylinder, Turbo, vorn quer • vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 1197 cm³ • Leistung 77 kW (105 PS) bei 5000/min • max. Drehmoment 175 Nm bei 1550/min • Vorderradantrieb • Sechsganggetriebe • Reifen 205/55 R 16 T • L/B/H 4644/1778/1482 mm • Radstand 2651 mm • Tank 55 l • Kofferraum 510 l • Leergewicht 1230 kg • Spitze 190 km/h • 0–100 km/h in 10,9 s • Verbrauch (EU-Mix) 5,3 l Super • CO2 123 g/km • Preis: ab 20.900 Euro.
Technische Daten Mazda3: Vierzylinder, vorn quer • vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 1598 cm³ • Leistung 77 kW (105 PS) bei 6000/min • max. Drehmoment 145 Nm bei 4000/min • Vorderradantrieb • Fünfganggetriebe • Reifen 205/50 R 17 W • L/B/H 4580/1755/1470 mm • Radstand 2640 mm • Tank 55 l • Kofferraum 430 l • Leergewicht 1250 kg • Spitze 188 km/h • 0–100 km/h in 12,2 s • Verbrauch (EU-Mix) 6,5 l Super • CO2 149 g/km • Preis: ab 20.190 Euro.
Technische Daten Mazda3: Vierzylinder, vorn quer • vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 1598 cm³ • Leistung 77 kW (105 PS) bei 6000/min • max. Drehmoment 145 Nm bei 4000/min • Vorderradantrieb • Fünfganggetriebe • Reifen 205/50 R 17 W • L/B/H 4580/1755/1470 mm • Radstand 2640 mm • Tank 55 l • Kofferraum 430 l • Leergewicht 1250 kg • Spitze 188 km/h • 0–100 km/h in 12,2 s • Verbrauch (EU-Mix) 6,5 l Super • CO2 149 g/km • Preis: ab 20.190 Euro.
Technische Daten Skoda Octavia: Vierzylinder, Turbo, vorn quer • vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 1197 cm³ • Leistung 77 kW (105 PS) bei 5000/min • max. Drehmoment 175 Nm bei 1550/min • Vorderradantrieb • Sechsganggetriebe • Reifen 205/55 R 16 V • L/B/H 4569/1769/1449 mm • Radstand 2575 mm • Tank 55 l • Kofferraum 560 l • Leergewicht 1270 kg • Spitze 192 km/h • 0–100 km/h in 10,8 s • Verbrauch (EU-Mix) 5,7 l Super • CO2 134 g/km • Preis: ab 16.940 Euro.
Fazit
Schon beeindruckend, wie praktisch sich die nicht gerade angesagten Kompakt-Limousinen hier präsentieren. Besonders der neue VW Jetta glänzt mit viel Platz – und verpackt diesen sehr ansehnlich. Der Skoda Octavia bietet ebenfalls solide VW-Technik, nur günstiger. Der Mazda 3 stellt die solide Alternative aus Fernost.
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