VW macht Verbrenner fit fürs teilautonome Fahren
Reagiert VW auf BYD-Offensive?

Bild: VW
Volkswagen zündet die nächste Stufe beim automatisierten Fahren – und das nicht etwa bei E-Autos, sondern bei den klassischen Verbrennern und Hybriden. Künftig sollen Modelle auf Basis des Modularen Querbaukastens (MQB) mit Technik ausgestattet werden, die teilautonomes Fahren auf Level 2+ ermöglicht. Die Hände weg vom Lenkrad – zumindest zeitweise auf der Autobahn – rückt damit auch für Golf, Tiguan & Co. in greifbare Nähe.
Volkswagen-Konzern: Angriff auf BYDs "God's Eye"?
Der Zeitpunkt der Ankündigung wirkt nicht zufällig. Nur wenige Wochen zuvor sorgte der chinesische Hersteller BYD mit seinem "God's Eye"-Projekt für Aufsehen: teilautonomes Fahren in jedem Modell – serienmäßig und ohne Aufpreis. Ein Schock für die Konkurrenz, die solche Systeme bislang gerne als teures Extra verkauft.
BYD-Chef Wang Chuanfu erklärte sogar, dass Fahrsysteme wie ADAS (Advanced Driver Assistance Systems) bald so selbstverständlich sein werden wie Sicherheitsgurte oder Airbags. Zwar ist noch unklar, wann BYD diese Technik auch in Europa bringt. Doch bei VW nimmt man die Ansage offenbar ernst – und zieht nach.
VW setzt auf Mobileye und Valeo
Für die technische Aufrüstung der MQB-Flotte holt sich Volkswagen starke Partner an Bord: Mobileye, eine Intel-Tochter aus Israel und Spezialist für autonomes Fahren, sowie der französische Zulieferer Valeo liefern Kameras, Radar, Software und die nötige Rechenpower.

Durch die Kooperation mit Mobileye und Valeo will der Konzern gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen.
Bild: Valeo
Das neue System vereint 360-Grad-Kameras, Radarsensoren und zentrale Steuergeräte. Im Gegensatz zu bisherigen Lösungen, bei denen Sensoren eigene Recheneinheiten besitzen, soll künftig ein einziges zentrales Steuergerät ausreichen. Das spart Platz, Gewicht – und Kosten. Ziel: die Technik auch in volumenstarken Modellen wirtschaftlich anbieten zu können.
Level 2+ für Millionen VW-Modelle?
Mit der neuen Technik sind unter anderem Funktionen wie Stau- und Autobahnassistent, Fahrerüberwachung, Gefahrenerkennung und Parkassistent möglich – also automatisiertes Fahren auf Level 2+. Der Fahrer darf die Hände in bestimmten Situationen vom Lenkrad nehmen, muss aber stets eingriffsbereit bleiben.
Ein VW-Sprecher erklärt, dass je nach Marke und Modell nicht alle Funktionen zwingend verbaut werden – sie sollen aber grundsätzlich möglich sein. Die Entscheidung darüber liegt bei den jeweiligen Marken.
Cleverer Schachzug statt Technik-Spielerei
Was heute noch teures Extra ist, könnte morgen zum Serienstandard werden. Wenn BYD den Markt mit assistenzreichen Kompaktwagen aufmischt, müssen Hersteller wie VW liefern – und zwar zu konkurrenzfähigen Preisen.
Durch die Kooperation mit Mobileye und Valeo will der Konzern gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: besserer Komfort, mehr Sicherheit – und eine technologische Antwort auf die wachsende Bedrohung aus China.
Service-Links
