Dürfen wir präsentieren: ein VW-Porsche! Aber nicht der bekannte und rund 120.000 Mal gebaute 914, sondern ein VW T3 mit Porsche-Innereien. Nichts Neues, sagen Sie? Stimmt, doch dieses optisch unscheinbare Exemplar hat es faustdick im Heck!
VW Busse verschiedener Generationen mit Porsche-Technik existieren einige. In den 80er-Jahren gab es sogar den halb offiziellen VW T3 B32 mit Porsche-Fahrgestellnummer und Motor aus dem 911. Angeblich wurden 18 Stück gebaut, 15 mit Porsche- und drei mit VW-Fahrgestellnummer. Die Leistung? 231 PS. Der Preis? 145.000 DM – und damit mehr als doppelt so viel wie ein Carrera 3.2 aus dem Jahr 1984.

So teuer war der Umbau

Beeindruckende Zahlen, die das hier gezeigte Exemplar in der Farbe "Wolkensteingrau Metallic" jedoch locker pulverisiert. Beim Händler "Klassische Automobile Wesel" wird aktuell ein VW T3 Caravelle angeboten, der von der Firma Claer umgebaut wurde.
Auf Basis des damaligen Topmodells T3 Caravelle Carat (Preis des Basisfahrzeugs 67.848 DM) entstand ein Bus, der es mit Sportwagen der damaligen Zeit aufnehmen konnte und heute eine absolute Rarität ist. Insgesamt stattete die Firma Claer 46 T3 mit Porsche-Technik aus. Verbaut wurde der 3,6-Liter-Boxer des 964 mit 250 PS. Die Umbaukosten lagen laut des Händlers bei astronomischen 200.000 DM, was dem Dreifachen eines T3 Carat entsprach.
Doch damit nicht genug: Das hier angebotene Fahrzeug wurde von seinem Vorbesitzer weiter verfeinert, indem der Motor auf 3,8-Liter Hubraum aufgebohrt wurde. So sollen im Heck unglaubliche 320 PS schlummern. Die Kraftübertragung übernimmt eine Tiptronic, die den Fahrspaß laut Aussage des Händlers jedoch nicht schmälern soll. Weitere Zutaten sind eine Bremsanlage vom 930 Turbo sowie ein Eibach-Fahrwerk, damit der T3 die Leistung auch entsprechend auf die Straße bringt.

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Besonders reizvoll an diesem Umbau: die unscheinbare Optik! Bis auf die Fuchs-Felgen, das auffällige Endrohr und kleine Porsche-Wappen hier und da ist der T3 optisch sehr dezent.

Der Fahrer guckt auf Porsche-Instrumente

Im Innenraum herrscht hingegen Porsche-Flair. Zwar ist das Zündschloss weiterhin rechts an der Lenksäule, dafür blickt der Fahrer auf Porsche-Instrumente, steuert mit einem Porsche-Lenkrad und wählt die Fahrstufe über einen Porsche-Gangwahlhebel, der auf einer eigens angefertigten Mittelkonsole thront.
Einen Tacho bis 300 km/h gibt es im T3 normalerweise nicht. Auch Lenkrad und Gangwahlhebel sind verräterisch.
Bild: Klassische Automobile Wesel
Fahrer und Beifahrer nehmen auf zeitgenössischen Recaro-Stoffsportsitzen Platz, während es im Fond vier Einzelsitze für die Passagiere gibt. Und auch an Ausstattung mangelt es dem Bus nicht. Neben elektrischen Fensterhebern und elektrisch einstellbaren Außenspiegeln sind natürlich auch eine Klimaanlage und sogar eine Standheizung an Bord.

Der T3 soll 129.000 Euro kosten

Der VW T3 aus dem Baujahr 1989 stammt aus dritter Hand und hat gerade mal 67.100 Kilometer auf dem Tacho. Auf den Inseratsfotos macht er einen extrem gepflegten Eindruck. Kein Wunder also, dass der aufgerufene Preis mit 129.000 Euro alles andere als ein Schnäppchen ist.
Auf den ersten Blick ist der T3 unscheinbar. Mit Ausnahme der Felgen und des Auspuffs weist nichts darauf hin, was im Heck schlummert.
Bild: Klassische Automobile Wesel
Umgekehrt dürfte es nahezu unmöglich sein, aktuell ein zweites Exemplar, erst recht nicht mit 3,8-Liter-Motor, zu finden. In Hinblick auf den Preis ist sich der T3 also treu geblieben: damals wie heute astronomisch.

Fazit

Braucht man einen VW T3 mit 320 PS? Ganz sicher nicht! Ist es dennoch reizvoll, einen kantigen Bus mit Porsche-Technik zu besitzen? Ganz sicher! Auch wenn ich einen Porsche 964 bevorzugen würde, ist das Fahrerlebnis sicherlich beeindruckend. Genauso wie der Preis.