VW T6: Wohnmobil-Test
Drei Bullis vom Designer

Bulli geht auch anders. Wie, das zeigen drei unkonventionelle Ausbauer mit komplett verschiedenen Lösungen: Ob Outdoor-Küche, Kunststoffboxen oder schlichte Schönheit – der T6 macht alles mit.
- Thomas Wirth
- Christian Steiger
Der VW Bus ist ein Klassiker, der sich prima zum Querdenken eignet: Das beweisen drei unkonventionelle Ausbauer, die ihren Stil abseits des üblichen Geschränks gefunden haben: Das Ausbausystem Skippy etwa beherzigt die Erkenntnis, dass wahre Unabhängigkeit unterwegs nur mit einfachen, soliden Lösungen klappt. Die Moormann Holzklasse wiederum macht eindrucksvoll deutlich, was dabei herauskommt, wenn ein bekannter Möbeldesigner am liebsten im Bulli schläft. Und der Tonke-Van vom Kleinserienhersteller aus Holland setzt auf eine drehbare Küche und geniale Reduktion.
Skippy Multi Pro: Der Trick mit den Kisten

Luxus ist so einfach: Wer Wert nicht an Glamour misst, ist hier richtig: Erhard Rau (links) hat ein ziemlich cleveres Campingsystem entwickelt.
Bild: Götz von Sternenfels
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Ein riesiger Vorteil des Konzepts: Die Campingausstattung ist in wenigen Minuten ein- und ausgebaut, und der Bus bleibt zu 100 Prozent so alltagstauglich und variabel, wie er es von Haus aus ist. Günstig ist Skippy dazu: Das Einsteiger-Set Basic gibt es ab 699 Euro, wobei sich Ergänzungen wie ein Küchenmodul, Kühlbox, Toilette und Heckzelt anbieten. Doch für rund 1700 Euro ist dann alles an Bord, was es zum Reisen braucht. In Kürze, so Rau, wird ein System für den Vorgänger-Bus T4 folgen. Neben diesem simplen Basic-Ausbau gibt es die komfortableren Varianten Multi und Multi Pro (ab 1790 Euro). Hier hausen sechs Boxen in einem Korpus, wo sie sich wie Schubladen öffnen lassen und wahlweise durch Iso- oder Alu-Boxen ersetzt werden können – auch sie gibt es heute in Euronorm-Maßen. Der Auszug für eine Kompressor-Kühlbox ist bereits serienmäßig montiert, ein Kinderbett kostet 159 Euro Aufpreis. Auch fein geschreinerte Holzboxen gibt es auf Wunsch (plus 100 Euro), doch damit entwickelt sich Skippy schon weg von seiner radikalen Einfachheit, die zudem zu Hause wie auf Reisen wesentlich praktikabler ist: Kunststoff ist viel günstiger, viel leichter, viel besser zu reinigen. Richtig clever eben.
Tonke-Van: Bei ihm klappt alles

Eine Sache von Sekunden: Statt umzubauen, genügen beim Tonke Van ein paar Handgriffe. Dann ist die Küche im Freien.
Bild: Steven Haberland
Moormann-T6: Was heißt hier Holzklasse?

Einfach und funktional, aber edel im Detail: Moormann liefert den Gegenentwurf zum Wohnzimmerstil vieler Mobile.
Bild: Werk
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Die Holzklasse ist nicht Moormanns erstes Reisemobil, aber zum ersten Mal denkt er über eine Serienfertigung nach. Sein VW Bus ist kein California, denn auch der ist dem Gestalter nicht konsequent genug. Er findet ihn durchaus vernünftig, aber atmosphärisch zu kühl. Seinen eigenen Wohnbus entwickelte Moormann nachts, wenn er nicht schlafen konnte. Ziel: Die Optimierung des kleinen Wohnraums. Speziell die Küche beschäftigte ihn dabei, wo es ihm auf möglichst große Abstell- und Arbeitsfläche ankam. Und auf Details wie den Wasserhahn, der im Verhältnis am meisten Arbeit machte: Weil der Zentimeter zählt, darf er nicht zu groß sein. Aber auch nicht aus Kunststoff mit falschem Chromglanz, weil Moormann keine Materialien akzeptiert, die den Betrachter täuschen. "Bei den Campingzulieferern gab’s so was nicht", sagt der Designer. "Doch dann fand ich die Haushaltsarmatur, die eine kleine italienische Firma für Gäste-WCs herstellt." Und kleine Firmen mag Moormann besonders. Custom-Bus in Langenhagen gehört dazu, seit ihm das Unternehmen seinen ersten Bulli ausgebaut hat. Jetzt würden sie die Holzklasse auch anderen Kunden verkaufen, Preis auf Anfrage. Der günstigste Custom-Bus kostet rund 35.000 Euro, das Moormann-Modell ist deutlich teurer.
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