Wallbox-Installation: Kosten, Voraussetzungen, Informationen
Das müssen Sie über die Installation einer Wallbox wissen
ADAC-Test: Wallboxen
Bild: AUTO BILD / Conny Poltersdorf
Inhaltsverzeichnis
Wer sein Elektroauto oder ein Plug-in-Hybridmodell zu Hause laden möchte, ist mit einer Wallbox gut bedient. Denn so eine Wandladestation füllt die Batterie des E-Autos bequem und sicher. Wichtig ist dabei eine fachgerechte Installation. AUTO BILD klärt die wichtigsten Fragen rund um die Installation einer Wallbox!
Das Wichtigste in Kürze
- Für die sichere Ladung zu Hause brauchen Sie eine Wallbox. Dauerhaftes Laden über die Haushaltssteckdose ist ohnehin zu langsam.
- Die Installation einer Wallbox nimmt zwingend eine Elektrofachkraft vor.
- Die Kosten für die Installation können in den vierstelligen Bereich gehen.
- Der Aufwand unterscheidet sich je nach den Gegebenheiten vor Ort und hängt auch von der Leistung der Wallbox ab. Bis 11 Kilowatt (kW) geht es oft einfacher, bei 22-kW-Modellen ist es aufwendiger.
Auf die Leistung kommt es an
Eine Wallbox lädt die Batterie von Elektroautos nicht nur schneller als eine Haushaltssteckdose mit 230 Volt, sondern auch sicherer, denn normale Steckdosen und Hausleitungen sind auf den Strombedarf eines E-Autos nicht ausgelegt. Wallboxen gibt es ab 3,7 Kilowatt Ladeleistung, die stärksten Modelle bieten 22 kW.
Für den Hausgebrauch empfiehlt sich die goldene Mitte: 11-kW-Wallboxen. Warum? Die meisten E-Autos unterstützen ohnehin keine höhere Wechselstrom-Ladeleistung (AC). Hinzu kommt, dass für eine 22-kW-Wallbox oft eine umfangreichere Umrüstung der Elektroinstallation nötig wird. Außerdem muss der Netzbetreiber eine Wallbox dieser Leistung genehmigen, während Sie eine 11-kW-Wallbox bei ihm nur anmelden müssen. Wer aber ein 22-kW-fähiges Auto mit einer großen Fahrzeugbatterie besitzt, für den kann sich die Investition in eine leistungsstärkere 22-kW-Wallbox lohnen.
AUTO BILD hat 2023 bereits Wallboxen getestet. In unserer Bestenliste finden Sie die Ergebnisse.
Die Anschaffung einer Wallbox ist schon eine größere Investition. Das Gerät allein schlägt – je nach Modell – grob geschätzt mit 500 bis 2000 Euro zu Buche. Dazu kommt die Installation, die unbedingt von einem Fachbetrieb durchgeführt werden sollte. Da lassen sich die Kosten nur schwer beziffern, weil die häuslichen Gegebenheiten bei jedem anders sind. Beispiel: Ist der Weg vom Stellplatz zum nächsten Sicherungskasten weit, treibt das die Kosten in die Höhe. Müssen Wände durchbrochen werden, wird die Installation teurer. Ist die Elektroinstallation im Haus schon älter, muss sie möglicherweise aufgerüstet werden. Auch das hat Auswirkungen auf die Rechnung des Elektrikers. Wer mit mindestens 1000 bis 2000 Euro für die Installation rechnet, der hat einen groben Richtwert.
Der Name Wallbox deutet zwar darauf hin, dass die Ladestation an einer Wand angebracht werden sollte. Eine Stele eignet sich aber auch. Die Wallbox sollte möglichst nah am Stellplatz angebracht werden. Ob der sich in einer Einzelgarage, in einer Tiefgarage, unter einem Carport oder neben dem Haus befindet, ist zweitrangig. Wallboxen sind wasserdicht und vertragen daher Regenwasser. Wie gut geschützt sie sind, verrät die IP-Schutzklasse. Allerdings empfiehlt sich stets eine Anbringung unter Dach, damit die Wallbox vor Witterung geschützt ist.

Bild: E.ON/Malte Braun
Grundsätzlich dürfen Hausbesitzer genauso wie Wohnungseigentümer und Mieter an ihrem Fahrzeugstellplatz eine Wallbox einrichten.
Das sollten Hausbesitzerinnen und -besitzer beachten
Im Eigenheim dürfen Sie eine Wallbox installieren. Allerdings sollten Hausbesitzer mit ihrer jeweiligen Versicherungsgesellschaft Kontakt aufnehmen und sie über die Installation der Wallbox informieren. Der Versicherer sieht in der Wallbox vermutlich eine zusätzliche Gefahrenquelle. Die zieht möglicherweise einen erhöhten Beitrag nach sich. Doch der ist weniger nervig und kraftraubend als der Streit, der nach einem Schaden entstehen könnte.
Was ist mit WEGs oder wenn ich zur Miete wohne?
Wohnungseigentümer und Mieter haben seit 1. Dezember 2020 grundsätzlich das Recht, auf dem Grundstück oder in der Tiefgarage eine Wallbox zu installieren. Eine Zustimmung der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) ist dafür nicht mehr nötig, ein Antrag aber schon, denn die Gemeinschaft hat ein Mitbestimmungsrecht bei der Ausführung. Mieter müssen den Antrag über den Wohnungseigentümer stellen lassen und grundsätzlich selbst für die Kosten aufkommen.
Die Installation der Wallbox sollte unbedingt eine zertifizierte Elektrofachkraft vornehmen. Die Strom-Profis prüfen vorab, ob die Leitungen für den Betrieb der Box ausgelegt sind. Zudem sichern sie ihre Installation entsprechend ab, verlegen die nötigen Kabel und rüsten notwendige Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter) und Leitungsschutzschalter (LS-Schalter) nach. Das Internet oder die örtliche Handwerkskammer können bei der Suche nach so einem Elektriker helfen. Einige Stromanbieter haben Komplettlösungen im Angebot, bei denen sich der Anbieter um Anmeldung, Beauftragung eines Elektrikers und um alles andere kümmert. Dazu kommen Start-ups, die ebenfalls alle Leistungen rund um die Wallbox-Installation aus einer Hand anbieten.
Fazit
Wer über die Anschaffung einer Wallbox nachdenkt, muss sich auch mit dem Thema Installation befassen. Einbauen darf die Wallbox nur eine Elektrofachkraft. Wie kompliziert (und teuer) die Installation gerät, hängt von den Gegebenheiten vor Ort und der Wahl des Wallbox-Modells ab. Ratsam ist oft ein Wallbox-Modell mit maximal 11 kW, weil für dieses meist weniger Umbauten nötig sind und keine Genehmigung vom Netzbetreiber gebraucht wird. Durch das Recht auf eine Wallbox können auch Mieter und Wohnungseigentümer ihren Wunsch einer Wallbox durchsetzen, wenngleich sie sich mit Vermieter und/oder Eigentümergemeinschaft absprechen müssen.
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