Es ist ratsam, aber nicht immer leicht für E-Autobesitzer, sich eine Wallbox fürs Laden zu Hause anzuschaffen. Liegen die baulichen Voraussetzungen vor (so kommen auch Mieter und Wohnungsbesitzer zu einer privaten Ladestation)? Welche Qualität soll es sein (so haben AUTO BILD, Dekra und ADAC getestet)? Und was soll der Spaß kosten?

11-kW-Wallboxen am sinnvollsten

Wallboxen gibt es ab 3,7 Kilowatt (kW) Ladeleistung, die stärksten Modelle bieten 22 kW. Für den Hausgebrauch empfiehlt sich ein Mittelding: 11-kW-Wallboxen laden das E-Fahrzeug etwa fünfmal schneller als eine Haushaltssteckdose mit 230 Volt. Qualitativ gibt es Unterschiede bei der Robustheit (Gehäuse, Verkabelung im Inneren), Funktionalität (Bedienung, Ladekomfort, Energie- und Lastmanagement) oder Ausstattung (Ladekabel, Schutzschalter, Smartphone-App).
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Und dann ist da noch die Sache mit der Förderung: Seit November 2020 werden Anschaffung und Installation von privaten Ladestationen für E-Autos an Wohngebäuden vom Staat mit 900 Euro finanziell unterstützt. Allerdings gibt es für einen Zuschuss Voraussetzungen: So muss die Ladestation unter anderem nichtöffentlich sein, eine Ladeleistung von 11 kW haben, mit Ökostrom gespeist werden sowie intelligent und steuerbar sein, um eine Überlastung des Stromnetzes zu verhindern. Und: Die Gesamtkosten müssen über der Fördersumme von 900 Euro pro Ladepunkt liegen. Dies ist aber beim Hinzurechnen der Kosten für Einbau und Installation durch einen Fachbetrieb nahezu immer der Fall (in sechs Schritten zur Wallbox).

Fünf günstige E-Auto-Wallboxen bei idealo.de

Wer bei einer Wallbox (11 kW) nur auf den Preis achtet, kommt laut des Vergleichsportals idealo.de (Partner von COMPUTER BILD) schon mit gut 400 Euro zum Zuge. Allerdings sind davon nicht alle Geräte förderfähig, meist wegen fehlender Steuerbarkeit. Laut einer Analyse von AUTO BILD (Stand 5. August 2021, Änderungen möglich) sind dies die fünf günstigsten heimischen E-Auto-Wallboxen, für die mit einem KfW-Zuschuss (prüfen Sie auch regionale Förderprogramme) zu rechnen ist:
Vestel EVC04-AC11 Home Plus (ohne Kabel, ab 577,19 Euro – mit Kabel 618,10 Euro – mit 22 kW ab 557,10 Euro, aber lange Lieferzeit) Die Wallbox wurde 2021 vom ADAC für "gut" befunden. Begründung: umfangreiches Ausstattungspaket zum fairen Preis, zuverlässige Funktion, gutes Kabelmanagement, integrierter DC-Fehlerstromschutz und eine gelungene App "Vestel Drive Green" mit Energieanzeige und zeitgesteuertem Laden.
Alfen Eve Single S-line (ohne Kabel, ab 582,21 Euro) Das kleine Polycarbonat-Gehäuse der Wallbox kann an der Wand oder separat auf einem Standfuß montiert werden. Die Ladekapazität beträgt übliche 3.7 bis 11 kW, das Laden funktioniert nach dem Plug & Charge-Prinzip, das Auto wird nach dem Einstecken automatisch identifiziert. Ein Upgrade für dynamisches Lastmanagement in Wohnanlagen ist möglich. Das Ladekabel muss separat bestellt werden.
ABL Wallbox eMH1 Basic 1W1108 (ab 589,20 Euro) Ein Serienvorgänger der ABL-Wallbox (1W1101) wurde 2018 beim ADAC Testsieger mit der Bestnote 1,0. Für Sicherheit sorgt eine Kombination aus einer elektronischen DC-Fehlerstromüberwachung und einem FI-Schalter sowie eine integrierte Temperaturüberwachung. Das dazugehörige Typ-2-Ladekabel hat eine Länge von 6,35 Meter.
go-eCharger HOMEfix (ohne Kabel, ab 629,00 Euro) Die extrem kleine und leichte Wallbox besitzt für die Sicherzeit Gleichstromfehlerschutz, Phasenerkennung und Erdungsmessung. Zudem ist sie mit RFID für die Zugangskontrolle ausgestattet und per App steuer- und personalisierbar. Das WLAN-Modul und die API-Schnittstelle ermöglicht intelligentes Lastmanagement.
TechniSat Technivolt 100 (ab 659,35 Euro) Die Technivolt 100 verfügt über einen Zugangsschutz und eine Freigabemöglichkeit durch RFID. Eine Sicherheitsfunktion bricht das Aufladen bei Stromstörungen ab. Eine Schnittstelle für den Anschluss eines intelligenten Energiezählers (MID) ist ebenso integriert wie eine DC-Fehlerstromerkennung 6mA und eine Ladekabelaufhängung.

Zusatzkosten für Ladekabel möglich

Wie bereits erwähnt, gibt es auch in diesem Feld Qualitätsunterschiede. So fehlt bei den meisten genannten Geräten ein Ladekabel, für das ein Betrag von rund 150 bis 200 Euro zusätzlich einkalkuliert werden muss. Wer mehr Wert auf gute Testergebnisse legt, dem können diese drei Wallboxen ans Herz gelegt werden.