Wer sein Auto auf dem Gebrauchtwagenmarkt verkaufen möchte, stellt sich natürlich zuerst die Frage: Was ist mein Auto noch wert? Die Nennung eines realistischen Preises erhöht die Chance auf einen erfolgreichen Verkauf. Denn natürlich will man das Fahrzeug nicht unter Wert verkaufen. Ein überhöhter Preis schreckt Kaufinteressenten dagegen von vornherein ab. Doch welche Möglichkeiten gibt es, an eine realistische Einschätzung zu kommen? AUTO BILD liefert einen Überblick!

Vergleich in Gebrauchtwagenbörsen

Ein Vergleich bei den großen Internet-Gebrauchtwagenbörsen kann oft schon einen guten Überblick über den Marktwert eines Autos geben. Wichtige Portale sind etwa mobile.de oder AutoScout24. Auch HeyCar, der Kooperationspartner von AUTO BILD, ist eine gute Adresse. Die Gebrauchtwagen bei HeyCar sind allerdings maximal acht Jahre alt. Vergleichsmodelle für ältere Fahrzeuge wird man dort also nicht finden.
Suchen Sie in den Börsen nach vergleichbaren Modellen. Das heißt: Nicht nur Marke und Modell müssen identisch sein, sondern möglichst auch Baujahr bzw. das Jahr der Erstzulassung, Kilometerstand, Kraftstoffart und Motorisierung, Karosserieform (Limousine, Kombi, Cabrio, Sportback, etc.) und die Anzahl der Türen. Auch ob es sich um ein unfallfreies Auto handelt oder nicht, sollte bei einem Vergleich berücksichtigt werden.
Benutzt man bei den großen Internetbörsen die Detailsuche, lassen sich die Fahrzeuge sogar nach weiteren Kriterien wie Sonderausstattung/Extras und sogar Farbe filtern. Am Ende bleibt dann oft eine überschaubare Anzahl von Angeboten übrig, aus der sich ein Durchschnittspreis bzw. eine einigermaßen realistische Preisspanne ableiten lässt.

Fahrzeugpreis-Rechner online

Im Internet finden sich außerdem Fahrzeugpreis-Rechner, die eine "abgespeckte" Fahrzeugbewertung ermöglichen. Einen dieser Rechner stellt zum Beispiel die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) zur Verfügung. In eine Maske werden Marke, Modell, Motorisierung, Ausstattungslinie, Baujahr und die Laufleistung eingegeben.
Noch einfacher funktioniert die Eingabe mit Hersteller- und Typenschlüssel aus dem Fahrzeugschein. Schon nach wenigen Klicks ermittelt der Rechner den aktuell marktüblichen Fahrzeugwert. Allerdings ohne Sonderausstattung. Der tatsächliche Wert des Autos kann also deutlich über dem Ergebnis des Online-Rechners liegen.

Auszug aus der Schwacke-Liste

Die Schwacke-Liste gilt allgemein als die Referenzliste für die Wertermittlung von gebrauchten Fahrzeugen. Leider werden Online-Abfragen für Privatkunden, die früher gegen eine geringe Gebühr erhältlich waren, seit 2020 nicht mehr angeboten. Das Schwacke-Angebot ist nur noch auf gewerbliche Kunden ausgerichtet – die angebotenen Services eignen sich für private Kunden, die nur einzelne Wertermittlungen benötigen, nicht.

Ankaufportale im Internet

Auch Ankaufportale bzw. Online-Auktionsportale wie carsale24.de* und wirkaufendeinauto.de, die sich auf das Ankaufen von Gebrauchtwagen spezialisiert haben, sind eine gute Option für die Wertermittlung. carsale24 hat den Vorteil, dass der online ermittelte Preis der tatsächliche Verkaufspreis ist. Spätere Überraschungen, etwa eine Nachverhandlung, gibt es nicht. Und: Ausstattung, Historie und Zustand werden im Gebot bereits berücksichtigt.
Allerdings liegt der Preis oftmals leicht unter dem tatsächlichen Wert des Autos. Die Ankäufer müssen schließlich noch in Aufbereitung und Garantien investieren und sind daran interessiert, mit dem Weiterverkauf Gewinn zu machen. Um dabei wettbewerbsfähig zu bleiben, werden die Preise streng kalkuliert.
Was man auch wissen muss: Wer sein Auto auf einem Auktionsportal anbietet, muss es später auch verkaufen, sofern das Kaufangebot eines Händlers der Preisvorstellung des Anbieters entspricht. Ein Ankaufportal sollte man also nur nutzen, wenn man bereit ist, das Auto auch tatsächlich über das Portal zu verkaufen. Weitere Details zu Ankaufsportalen können Sie in unserem großen Praxistest nachlesen.

 Professionelles Wertgutachten

Wer eine neutrale, unabhängige Bewertung seines Autos haben möchte, der kommt um einen Besuch beim Gutachter nicht herum. Ein solches Wertgutachten erstellen zum Beispiel der TÜV oder die DEKRA.
Wegen des Aufwands ist das Gutachten aber auch nicht billig: Meist werden zwischen 150 und 300 Euro fällig. Der endgültige Preis ist abhängig vom Fahrzeug. Finanziell lohnt sich das Profi-Gutachten vor allem für Besitzer von Oldtimern, die sich noch eine Wertsteigerung erhoffen.
* Anmerkung der Redaktion: carsale24 ist Kooperationspartner von AUTO BILD