Wer sein Auto auf dem Gebrauchtwagenmarkt verkaufen möchte, muss einen realistischen Verkaufspreis festlegen. Wer den Wert seines Autos nicht genau kennt, läuft Gefahr sein Auto unter Wert zu verkaufen, oder potenzielle Käufer mit einem zu hohen Preis abzuschrecken. Zudem zeigt man als Verkäufer mit einer angemessenen Preisvorstellung, dass man sich sowohl mit den Vorzügen des eigenen Autos, als auch mit der Marktlage gut auskennt. Damit sich der Autoverkauf erfolgreich gestaltet, erklärt AUTO BILD, wie man den Wert eines Autos möglichst präzise ermittelt.

Vergleich in Gebrauchtwagenbörsen

Ein Vergleich bei den Internet-Gebrauchtwagenbörsen liefert einen breiten Marktüberblick und ermöglicht so eine schnelle und gute Einschätzung des Marktwertes eines Autos. Wichtige Portale sind etwa mobile.de, AutoScout24 oder Kleinanzeigen. Dazu gibt es spezielle Internetportale wie HeyCar, Carwow*, Autohero oder Pkw.de, die ebenfalls Gebrauchtwagen anbieten. Die Angebote stammen hier jedoch ausschließlich von Händlern. Dazu gibt es bei den auf Händler-Annoncen spezialisierten Gebrauchtwagenbörsen teilweise eine Altersbeschränkung (Autos sind beispielsweise nicht älter als acht Jahre). Vergleichsmodelle für ältere Fahrzeuge finde man dort also nicht.

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Suchen Sie in den Börsen nach vergleichbaren Modellen. Das heißt: Nicht nur Marke, Modell und Motorisierung müssen identisch oder ähnlich sein, sondern auch Baujahr bzw. das Jahr der Erstzulassung, Getriebeart, Kilometerstand, Kraftstoffart und Karosserieform (Limousine, Kombi, Cabrio und Anzahl der Türen). Auch ob es sich um ein unfallfreies Auto handelt oder nicht, sollte bei einem Vergleich berücksichtigt werden. Außerdem von Bedeutung: Anzahl der Vorbesitzer, Zeitraum bis zur nächsten Hauptuntersuchung (HU) sowie die Wartungshistorie (Scheckheftgepflegt). Und auch ob das Auto noch durch eine Herstellergarantie abgesichert ist, hat Einfluss auf den Wert.
Nutzen Sie zusätzlich die Detailsuche, dann lassen sich die Fahrzeuge nach weiteren Kriterien wie Sonderausstattung und Farbe (teilweise auch Farbe der Innenausstattung) filtern. Am Ende bleibt im besten Fall eine Auswahl von mindestens acht bis zehn Angeboten übrig, aus der sich ein Durchschnittspreis oder eine einigermaßen realistische Preisspanne ableiten lässt. Ist das Angebot nach dem Setzen der Filter zu klein, entfernen Sie wieder eher unwichtige Filter.
Bedenken Sie bei der Wertermittlung: Angebote von Händlern stellen ein geringeres Risiko für Käufer dar, da die Gebrauchtwagen von Händlern in der Regel durch die gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistungspflicht (mindestens ein Jahr) abgesichert sind. Hinzu kommt in einigen Fällen ein Rückgaberecht (oftmals 14 Tage), was die Händlerangebote abermals attraktiver macht. Im Gegensatz dazu gewähren Sie als Privatverkäufer weder Gewährleistungspflicht noch Rückgaberecht und sollten diesen Faktor entsprechend "einpreisen". Der Verkaufspreis sollte jedoch nicht drastisch unter dem vergleichbaren Händlerangebot liegen, bereits ein um fünf Prozent günstigeres Angebot gleicht die Nachteile aus Sicht der Käufer oft schon wieder aus. Befindet sich Ihr Fahrzeug jedoch in einem besonders gepflegten Zustand, oder verfügt es über seltene, begehrte Optionen (Sportpaket, teure Felgen, Allradantrieb, Individual-Lack), haben Sie gute Karten auch ohne "Händler-Garantie" einen vergleichbaren oder vielleicht auch noch höheren Preis zu erzielen.

Fahrzeugpreis-Rechner online

Im Internet finden sich außerdem Fahrzeugpreis-Rechner, die eine "abgespeckte" Fahrzeugbewertung ermöglichen. Einen dieser Rechner stellt zum Beispiel die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) zur Verfügung. In eine Maske werden Marke, Modell, Motorisierung, Ausstattungslinie, Baujahr und die Laufleistung eingegeben.
Noch einfacher funktioniert die Eingabe mit Hersteller- und Typenschlüssel aus dem Fahrzeugschein. Schon nach wenigen Klicks ermittelt der Rechner den aktuell marktüblichen Fahrzeugwert. Allerdings ohne Sonderausstattung. Der tatsächliche Wert des Autos kann also deutlich über dem Ergebnis des Online-Rechners liegen.

Auszug aus der Schwacke-Liste

Die Schwacke-Liste gilt allgemein als die Referenzliste für die Wertermittlung von gebrauchten Fahrzeugen. Leider werden Online-Abfragen für Privatkunden, die früher gegen eine geringe Gebühr erhältlich waren, seit 2020 nicht mehr angeboten. Das Schwacke-Angebot ist nur noch auf gewerbliche Kunden ausgerichtet – die angebotenen Services eignen sich für private Kunden, die nur einzelne Wertermittlungen benötigen, nicht.

Ankaufportale im Internet

Auch Ankaufportale bzw. Online-Auktionsportale wie Carwow* und wirkaufendeinauto.de, die sich auf das Ankaufen von Gebrauchtwagen spezialisiert haben, sind eine gute Option für die Wertermittlung. Allerdings liegt der Preis oftmals leicht unter dem tatsächlichen Wert des Autos. Die Ankäufer müssen schließlich noch in professionelle Fahrzeugaufbereitungen und Garantien investieren und sind daran interessiert, mit dem Weiterverkauf Gewinn zu machen. Um dabei wettbewerbsfähig zu bleiben, werden die Preise streng kalkuliert.
Wichtig zu wissen: Wer sein Auto dagegen auf einem Auktionsportal anbietet, muss es später auch verkaufen, sofern das Kaufangebot eines Händlers der Preisvorstellung des Anbieters entspricht. Ein Ankaufportal sollte man also nur nutzen, wenn man bereit ist, das Auto auch tatsächlich über das Portal zu verkaufen. Weitere Details zu Ankaufsportalen können Sie in unserem großen Praxistest nachlesen.

Professionelles Wertgutachten

Wer eine neutrale, unabhängige Bewertung seines Autos haben möchte, der kommt um einen Besuch beim Gutachter nicht herum. Ein solches Wertgutachten erstellen zum Beispiel der TÜV oder die DEKRA.
Wegen des Aufwands ist das Gutachten aber auch nicht billig: Meist werden zwischen 150 und 300 Euro fällig. Der endgültige Preis ist abhängig vom Fahrzeug. Finanziell lohnt sich das Profi-Gutachten vor allem für Besitzer von Klassikern oder hochpreisigen und seltenen Modellen.

Verhandlungsspielraum einkalkulieren

Bedenken Sie allerdings, dass das Handeln zum Autokauf dazugehört. Aus Sicht des Verkäufers ist ein einkalkulierter Verhandlungsspielraum ein entscheidendes psychologisches Instrument, um dem Käufer ein positives Gefühl am Ende des Verkaufsgespräches zu vermitteln. Oft rechnen Käufer auch mit einem kleinen Preisnachlass und werden eine Anzeige nicht ignorieren, wenn das Angebot grundsätzlich stimmt, der Preis aber ein paar Hundert Euro über vergleichbaren Angeboten liegt. Erwarten Sie beispielsweise nach der Preisanalyse 7500 Euro für Ihren Gebrauchtwagen zu erzielen, sollten Sie den Preis auf mindestens 7900 Euro ansetzen.
*Kooperationspartner von AUTO BILD