Plug-in-Hybride (PHEV) gelten als Brückentechnologie. Das andere Ufer, an dem die alltagstauglichen rein elektrischen Autos stehen, ist fast erreicht. Die Kaufprämie für PHEV läuft am 1. Januar 2023 aus, nur steuerlich werden die Hybride mit Stecker noch gefördert; für Dienstwagenfahrer.
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Die chinesische Marke Wey aus dem Konzern Great Wall Motor sieht das anders. Die Brücke sei noch lang. Heißt: Potenzielle Kunden hätten noch immer Reichweitenangst. Und Wey hat etwas dagegen: den Coffee 01 PHEV. Mit einer rein elektrischen Reichweite von 146 km (WLTP). 
Die kommt zustande, weil Wey einen fast 40 kWh großen Akku verbaut; eine Kapazität, mit der auch einige E-Autos bestückt sind. Ab Januar kommt der Coffee 01, vertrieben über 60 Händler der Emil-Frey-Gruppe, zu Preisen ab 55.900 Euro zu uns.

Wenn der Verbrenner anspringt, wird es laut und ruppig

Die erste Testfahrt in dem 2,5-Tonnen-SUV zeigt ein Auto, dem man sein Gewicht anmerkt. Ein E-Motor mit 183 PS treibt die Hinterachse an, vorn arbeiten ein 163-PS-Elektromotor und ein Zweiliter-Turbo ausschließlich gemeinsam. Die Fahrt in reinem EV-Betrieb ist ordentlich, trennt den Verbrenner aber nicht komplett ab. 
Wey Coffee 01 PHEV
Das 4,87 Meter lange SUV beschleunigt in fünf Sekunden auf 100 km/h.
Sobald das Fahrpedal mehr als 80 Prozent durchgetreten wird, springt der Verbrenner immer an. Und dann wird es laut und ruppig. Man spürt schnell, dass Ottomotoren nicht die Stärke der Chinesen sind. Das Fahrwerk ist abwechselnd polternd und schwammig, auch kleinere Schlaglöcher spürt man im Rücken. Dabei sind die belüfteten Massagesitze eigentlich in Ordnung.

Head-up-Display ist serienmäßig an Bord

Ein 9,2-Zoll-Display mit allen wichtigen Infos befindet sich gut ablesbar hinterm Lenkrad und unter dem serienmäßigen Head-up-Display. Das projiziert Infos auf eine Windschutzscheibe, die bei feuchtem Wetter erstaunlich schnell beschlägt.
Wey Coffee 01 PHEV
Drei Bildschirme plus Head-up-Display: Der Gangwahlhebel erinnert an den Toyota Prius.
Auf der freischwebenden Mittelkonsole wird unter dem 14,6-Zoll-Display das Klima über einen dritten Touchscreen bedient. Das alles funktioniert leider nicht intuitiv. Zu oft verirrt man sich in Untermenüs. Die vielen Schalter am Lenkrad sind ebenfalls nicht "smart premium", wie Wey sich selbst bezeichnet. 
Wey Coffee 01 PHEV
Genug Platz auf der Rückbank für Kopf und Knie.
Immerhin ist der Platz im Fünfsitzer ausreichend, sowohl vor als auch auf der Rückbank. Das sollte bei einem 4,87-Meter-SUV aber auch so sein.

Die Sprachsteuerung funktioniert leidlich

Die Assistenzsysteme funktionieren noch nicht einwandfrei; Wey verweist aber darauf, dass die Software noch nicht auf dem neuesten Stand ist. Eine Gesichtserkennung (Kamera in der A-Säule) sei keine Überwachung, beruhigen die Chinesen, sondern sollen für den Fahrer automatisch dessen bevorzugten Einstellungen aktivieren. Die Sprachsteuerung ("Hey Wey") funktioniert leidlich.
Wey Coffee 01 PHEV
Das Heck treibt ein E-Motor an, die Frontachse E-Motor und Zweiliter-Turbo.
Der Akku war bei unserer Testfahrt nach 169 Kilometern leer, wird aber vom Verbrenner regelmäßig nachgeladen. Eine Reichweite komplett ohne Verbrenner-Einsatz ist deshalb nicht seriös ermittelbar. Der Verbrauch wird offiziell mit 0,4 Litern angegeben. Am Ende unserer 233-km-Testfahrt standen 5,6 Liter. Der Verbrauch des Benziners beträgt laut Wey acht bis neun Liter.
Wey will eine warme Marke sein, keine arrogante. Wenn das Navi das Ziel erreicht, sagt eine freundliche Stimme: "Thank you for driving."
Technische Daten Wey Coffee 01: • Antrieb: Zweiliter-Turbo (203 PS), E-Motor (163 PS) an der Vorderachse, 183-PS-E-Motor an der Hinterachse • Systemleistung: 476 PS • Drehmoment: 847 Nm • 9-Stufen-Automatik • Akku-Kapazität: 39,7 kWh • E-Reichweite: bis 146 km • Ladeleistung: bis 50 kW • 0-100 km/h: ca. 5 s. • Vmax: 235 km/h • Abmessungen (L/B/H): 4872/1960/1690 mm • Kofferraum: 371 – 1250 l • Leergewicht: 2365 kg • Tank: 60 l • Preis: ab 55.900 Euro.

Fazit

Der Wey Coffee 01 PHEV dürfte es schwer haben, Flottenmanager zu überzeugen. Das größte Argument ist die E-Reichweite. In bestimmten Fahrprofilen ergibt da der Chinese durchaus Sinn. Mittelfristig, das weiß auch Wey, ist das Kapitel PHEV aber geschlossen.