Es geht um Schwefel, aber der Teufel hat seine Hand nicht im Spiel: Ein neuer Superakku soll erstmals ohne teures Lithium auskommen und damit die Preise für Elektromobilität drastisch senken. 
Statt einer Lithium-Verbindung werden Aluminium und Schwefel für die Speicherung der elektrischen Energie verwendet, auch Salz kommt zum Einsatz. Anders als Lithium kommen alle benutzten Materialien sehr häufig vor und sind daher günstig, wodurch sich die Herstellungskosten für Akkus drastisch senken lassen sollen!
Das sind die zurzeit besten E-Autos

Die zurzeit besten E-Autos

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Die neue Technologie wurde am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA entwickelt und jetzt erstmals vorgestellt. Grundlage der Forschung war die Suche nach preisgünstigen Komponenten für eine Elektroauto-Batterie.
"Ich wollte etwas erfinden, das besser, viel besser ist als Lithium-Ionen-Batterien", sagt der Initiator Donald Sadoway. Der emeritierte Professor für Werkstofftechnik hat in dem Projekt mit 15 weiteren Forschern aus den USA, Kanada und China kooperiert.

Salz trennt Aluminium von Schwefel

Vorläufiges Ergebnis ihrer Arbeit ist ein Akku mit Elektroden aus Aluminium und Schwefel, die durch eine Schicht Chloraluminat-Salz voneinander isoliert sind. Dieser Speicher habe den Vorteil, wird Sadoway im Pressedienst des MIT zitiert, dass er nicht brennbar ist. Es bestehe folglich keinerlei Gefahr, dass die Batterie durch Überhitzung Feuer fängt
Außerdem verhindere das Salz die Bildung von Dendriten. Diese Metallnadeln bilden sich im Betrieb von Lithium-Ionen-Akkus und mindern die Speicherfähigkeit mit der Zeit. Im schlimmsten Fall können sie einen Kurzschluss und damit den Totalausfall der Batterie verursachen.

Sadoway zufolge ist diese Eigenschaft eher zufällig entdeckt worden. Der Fokus liegt für ihn auf der Wirtschaftlichkeit: Nach den Berechnungen des US-Wissenschaftlers betragen die Materialkosten nur ein Sechstel derjenigen einer E-Auto-Batterie. Angesichts der bisher beträchtlichen Aufwendungen für einen Ersatz-Akku könnte das die Verbreitung der Elektromobilität entscheidend voranbringen.

Ein Unternehmen übernimmt die Tests

Bis der Alu-Schwefel-Akku auf dem Markt ist, dürfte es aber noch etwas dauern: Bei den bisherigen Experimenten wurde eine Lebensdauer von mehreren Hundert Ladezyklen erzielt. Heutige E-Auto-Akkus halten mehrere Tausend Ladezyklen. Außerdem soll die Ladegeschwindigkeit "außergewöhnlich" hoch sein. Sadoway spricht von einer Minute Ladezeit, allerdings verrät er die Kapazität des Forschungs-Akkus nicht.
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Lithium-Ionen-Akkus für Elektroautos sind sehr teuer; dies liegt auch an dem dem hohen Preis für das seltene Lithium.

Als nächster Schritt ist vorgesehen, den neuen Akku einer Reihe von Tests zu unterziehen. Das übernimmt Avanti, ein von Sadoway gegründetes Unternehmen. Der Professor erhielt erst kürzlich den Europäischen Erfinderpreis für eine weitere Entwicklung in der Akkutechnologie. Er hält seine Aluminium-Schwefel-Batterie für ideal, um in der Größenordnung von einigen Dutzend Kilowattstunden Speicherkapazität als stationärer wie auch mobiler Speicher zu dienen.

Von

Roland Wildberg