Es geht um Schwefel, aber der Teufel hat seine Hand nicht im Spiel: Ein neuer Superakku soll erstmals ohne teures Lithium auskommen und damit die Preise für Elektromobilität drastisch senken. 
Statt einer Lithium-Verbindung werden Aluminium und Schwefel für die Speicherung der elektrischen Energie verwendet, auch Salz kommt zum Einsatz. Anders als Lithium kommen alle benutzten Materialien sehr häufig vor und sind daher günstig, wodurch sich die Herstellungskosten für Akkus drastisch senken lassen sollen!
Das sind die zurzeit besten E-Autos

Die zurzeit besten E-Autos

Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
Audi Q4 e-tron
UVP ab 41.900 EUR, Ersparnis: bis zu 12.420 EUR / Leasing-Bestpreis: 89  EUR
BMW iX
UVP ab 77.300 EUR, Ersparnis: bis zu 13.386  EUR
Hyundai Ioniq 5
UVP ab 41.900 EUR, Ersparnis: bis zu 12.280 EUR / im Leasing schon ab 234  EUR
Kia Niro EV
UVP ab 47.590 EUR, Ersparnis bis zu 11.164  EUR
Kia EV6
UVP ab 44.990 EUR, Ersparnis: bis zu 14.069 EUR / im Leasing schon ab 274  EUR
Mazda MX-30
UVP ab 34.490 EUR, Ersparnis: bis zu 13.035 EUR / im Leasing schon ab 90  EUR
Mercedes EQS
UVP ab 97.807 EUR, Ersparnis: bis zu 6152  EUR
Opel Corsa-e
UVP ab 30.400 EUR; Ersparnis: bis zu 11.920 ,00 EUR
Skoda Enyaq iV
UVP ab 34.600 EUR, Ersparnis: bis zu 11.584 EUR / Leasing-Bestpreis 124  EUR
Smart EQ fortwo
UVP ab 21.940 EUR, Ersparnis: bis zu 8240 EUR / im Leasing schon ab 77  EUR
Tesla Model 3
UVP ab 46.560 EUR; Ersparnis: bis zu 7975 EUR / Leasing-Bestpreis 289 ,00 EUR
Toyota bZ4X
UVP ab 47.490 EUR; Ersparnis: bis zu 10.520 ,00 EUR
Volvo XC40 Recharge
UVP ab 48.650 EUR; Ersparnis: bis zu 9570 ,00 EUR

Die neue Technologie wurde am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA entwickelt und jetzt erstmals vorgestellt. Grundlage der Forschung war die Suche nach preisgünstigen Komponenten für eine Elektroauto-Batterie.
"Ich wollte etwas erfinden, das besser, viel besser ist als Lithium-Ionen-Batterien", sagt der Initiator Donald Sadoway. Der emeritierte Professor für Werkstofftechnik hat in dem Projekt mit 15 weiteren Forschern aus den USA, Kanada und China kooperiert.

Salz trennt Aluminium von Schwefel

Vorläufiges Ergebnis ihrer Arbeit ist ein Akku mit Elektroden aus Aluminium und Schwefel, die durch eine Schicht Chloraluminat-Salz voneinander isoliert sind. Dieser Speicher habe den Vorteil, wird Sadoway im Pressedienst des MIT zitiert, dass er nicht brennbar ist. Es bestehe folglich keinerlei Gefahr, dass die Batterie durch Überhitzung Feuer fängt
Außerdem verhindere das Salz die Bildung von Dendriten. Diese Metallnadeln bilden sich im Betrieb von Lithium-Ionen-Akkus und mindern die Speicherfähigkeit mit der Zeit. Im schlimmsten Fall können sie einen Kurzschluss und damit den Totalausfall der Batterie verursachen.

Sadoway zufolge ist diese Eigenschaft eher zufällig entdeckt worden. Der Fokus liegt für ihn auf der Wirtschaftlichkeit: Nach den Berechnungen des US-Wissenschaftlers betragen die Materialkosten nur ein Sechstel derjenigen einer E-Auto-Batterie. Angesichts der bisher beträchtlichen Aufwendungen für einen Ersatz-Akku könnte das die Verbreitung der Elektromobilität entscheidend voranbringen.

Ein Unternehmen übernimmt die Tests

Bis der Alu-Schwefel-Akku auf dem Markt ist, dürfte es aber noch etwas dauern: Bei den bisherigen Experimenten wurde eine Lebensdauer von mehreren Hundert Ladezyklen erzielt. Heutige E-Auto-Akkus halten mehrere Tausend Ladezyklen. Außerdem soll die Ladegeschwindigkeit "außergewöhnlich" hoch sein. Sadoway spricht von einer Minute Ladezeit, allerdings verrät er die Kapazität des Forschungs-Akkus nicht.
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Lithium-Ionen-Akkus für Elektroautos sind sehr teuer; dies liegt auch an dem dem hohen Preis für das seltene Lithium.

Als nächster Schritt ist vorgesehen, den neuen Akku einer Reihe von Tests zu unterziehen. Das übernimmt Avanti, ein von Sadoway gegründetes Unternehmen. Der Professor erhielt erst kürzlich den Europäischen Erfinderpreis für eine weitere Entwicklung in der Akkutechnologie. Er hält seine Aluminium-Schwefel-Batterie für ideal, um in der Größenordnung von einigen Dutzend Kilowattstunden Speicherkapazität als stationärer wie auch mobiler Speicher zu dienen.

Von

Roland Wildberg