Die Zeiten des Lachens sind vorbei, jetzt beginnt die Zeit des Lächelns. Warum? Weil chinesische Autos keine Lachnummern mehr sind, sondern ernst zu nehmende Konkurrenten. Und diese Annahme kommt nicht von ungefähr. Bestes Beispiel ist das chinesische Start-up XPeng. 2014 gegründet hat es kaum mehr als neun Jahre gedauert, dass sich die Asiaten mit einem G9 nicht nur zeigen, sondern sogar sehen lassen können. 
Hinter der wenig aussagekräftigen Buchstaben Zahlenkombination verbirgt sich ein rein elektrisch fahrendes SUV, von dem der Hersteller behauptet, dass es das für den Moment „am schnellsten ladende SUV der Welt ist“. Aber der Reihe nach: Der stattliche Chinese misst 4,90 Meter in der Länge, kann sich also mühelos neben einen Mercedes GLE oder einen BMW X5 stellen, die ihn nur um wenige Zentimeter überragen. Und weil er eben ein EV ist, bietet er im Innenraum deutlich mehr Platz als die eben genannten. 
In China muss der XPeng G9 mit viel Kritik ob seiner Optik leben. Ob das hier auch so ist, wird sich zeigen. 
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Schneller geht es kaum

An den zwei Achsen werkelt jeweils ein permanent erregter Synchronmotor, die in Summe 551 PS und ein maximales Drehmoment von 717 Newtonmetern zur Verfügung stellen. Gefüttert werden die von einem 98 kWh leistenden Nickel-Kobald-Mangan-Akku, der nicht nur bis zu 570 Kilometer (WLTP) Reichweite ermöglichen soll, sondern auch mit bis zu 300 kW laden kann. 
Viel kann über die Fahrdynamik des XPeng G9 noch nicht gesagt werden, da der Verkehr in Amsterdam und Rotterdam nicht viel zugelassen hat.
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Tatsächlich schnellte die Ladegeschwindigkeit an einem Schnellader in der Nähe von Rotterdam bis auf 318 kW hoch. Bei einem Ladestand von 60 Prozent schoss der Strom immer noch mit bis zu 170 kW ein. Insofern scheint es nicht ausgedacht, dass die Batterie in 20 Minuten von zehn auf 80 Prozent gefüllt ist. Natürlich werden wir das in einem Test bei AUTO BILD überprüfen. 
Aber der erste Eindruck des G9 war ein durchaus positiver. Das geht beim gefälligen Design, dass in China übrigens so gar keinen Anklang findet, los, und setzte sich im Innenraum fort. Die dort verwendeten Materialien sind an den richtigen Stellen fertig, wirklich billige Plastik findet man nirgendwo und die Verarbeitung weiß ebenfalls zu gefallen. 

Manches scheint bekannt

Natürlich findet man auch bekanntes. Sehr bekanntes. So sind zum Beispiel der Gangwahlhebel, der sich am Lenkstock befindet und der Blinkerhebel, der gleichsam die Wisch-Wasch-Anlage bedient, von Mercedes. Die Grafik auf dem 15 Zoll messenden Touchscreen, der die Bedieneinheit für alles ist: Seitenspiegel, Lenkrad, Klimaanlage, Multimedia, die über Google Maps gesteuerte Navigation oder die Assistenzsysteme, gleicht nahezu aufs Haar, dem, was man an gleichen Stelle bei Tesla-Modellen sieht. Auch bei der Mehrfachbelegung der Lenkradtasten hat sich XPeng von Tesla inspirieren lassen.
Im Inneren des G9 setzt XPeng ganz klar auf Luxus.
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Anders als bei denen gibt es im G9 aber noch einen eben so großen Screen, der nur für den Beifahrer da ist. Auf ihm kann er Filme gucken, im Internet surfen etc. Wenn der Fahrer auf den Monitor guckt, sieht er schwarz. Schwarz muss er nicht sehen, wenn der den G9 fährt. Zwar war die Endabstimmung für den deutschen Markt noch nicht final fertig, aber bis das E-SUV 2024/2025 bei uns mutmaßlich ab etwa 58 000 Euro (Heckantrieb und Standardreichweite) auf den Markt kommt, werden die auf dem ersten Ausritt entdeckten Ungereimtheiten beseitigt sein.

Mit zwei Motoren hat der XPeng G9 Allradantrieb und ist so auch fürs leichte Gelände gerüstet.
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3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h

Dazu gehört eine nicht ganz zielgenau arbeitende Lenkung, eine Luftfederung, die ab und an etwas hölzern auf Stöße reagiert – was auch an den mächtigen 21-Zoll-Rädern gelegen haben kann – und ein im Rekuperationsmodus sehr indifferentes Bremsgefühl. Woran die chinesischen Ingenieure nicht mehr arbeiten müssen, sind ein Beschleunigungswert von 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und eine Spitzengeschwindigkeit von 200 km/h.
Der Clou im XPeng G9 ist der dritte Monitor für den Beifahrer über den er auch während der Fahrt Filme anschauen kann, während der Bildschirm für den Fahrer schwarz bleibt.
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Das fühlt sich hier mehr nach einem Hypercar, als nach einem Hochbeiner an. Wie sich die 2,3 Tonnen des Allradlers mit großer Batterie in sportlich gefahrenen Kurven verhalten, wird noch herauszufinden sein. Im normalen Alltagsverkehr zwischen Amsterdam und Rotterdam bewegt sich der G9 jedenfalls recht leichtfüßig und versteht seine Massen gut zu kaschieren.