Zwei getunte Renault Twingo
Kleine Satansbraten

Auf ihrem Streifzug demonstrieren die zwei schwarzen Renault Twingo von Elia eindrucksvoll den Wandel der Zeit. Unbeschwertes Komplett-Tuning anno 1994 trifft auf effiziente Modifikationen aus dem Jahre 2008.
- Manuel Iglisch
Elia-Firmengründer Hans-Jörg Köninger gibt sich pragmatisch: "Renault-Fahrer wollen keine fünfstelligen Beträge für die Fahrzeugveredelung hinlegen. Daher steht unser Name in erster Linie für professionelles, hochwertiges, aber auch bezahlbares Tuning." Mit dieser Marschroute hält er Elia seit Jahren auf Platz eins, wenn es um Nissan- und Renault-Veredelung geht. Ab und zu kommt aber auch bei Köninger der Spieltrieb durch. Dann weicht Vernunft schierer Experimentierfreude, und es entstehen gar irrwitzige Kreationen. So geschehen Mitte der Neunziger: Damals widmete er sich zusammen mit seinem Team dem ersten Twingo und dessen schwachbrüstiger 55-PS-Maschine. Die Frage nach mehr Leistung beantwortete man mit einem 12.900 Mark teuren Kompressor-Kit. Darin enthalten waren eine Zusatzeinspritzanlage, ein hauseigenes Motormanagement sowie ein Albrex-Kompressor mit bis zu 0,6 Bar Ladedruck und passendem Ladeluftkühler. Schalensitze, Komplettfahrwerk, Breitbausatz und Spoilerwerk hievten den Winzling dann endgültig auf das Preisniveau einer C-Klasse. Dennoch fanden sich letztlich stolze 54 Käufer.
Der Auftritt des Elia Twingo Evolution II ist in erster Linie böse

Bild: Wolfgang Gröger-Meier
Beim Umstieg in den Twingo GT-R spürt man die 14 Jahre Fortschritt

Bild: Wolfgang Gröger-Meier
Der Turbomotor wirkt trotz lediglich 19 PS Mehrleistung um einiges kraftvoller und verzichtet auf eine allzu penetrante Beschallung seiner Passagiere. Vibrationen sind der drehfreudigen Maschine ebenso fremd wie starke Antriebseinfl üsse in der Lenkung. So wird das fröhliche Kurvenwetzen zum Genuss, ohne dabei allzu stark an des Fahrers Physis zu nagen. Kein Zweifel: Elias Twingo GT-R gehört zusammen mit dem neuen Twingo RS zum Sportlichsten, was sich Renault-Jünger derzeit zulegen können. Das puristische Fahrgefühl des Altmeisters vermag er allerdings nicht zu vermitteln.
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