Zoff um "Wunderakku" von Donut Lab
Batterie-Experte zweifelt an Feststoffakku-Versprechen

Mit der Ankündigung eines Feststoffakkus erregte der Batteriehersteller Donut Lab Anfang des Jahres gewaltiges Aufsehen. Nun wachsen die Zweifel.
Bild: Donut Lab/YouTube
- Raphael Schuderer
Auf der Technikmesse CES im Januar 2026 war der neue Akku des finnischen Unternehmens Donut Lab DIE Batterie-Sensation. Ein verhältnismäßig kleines Unternehmen soll mutmaßlich geschafft haben, woran sich die Akkugiganten dieser Welt bislang die Zähne ausgebissen hatten. Die erste Feststoffbatterie in Serienproduktion wurde angekündigt.
Der Festkörperakku von Donut Labs sollte eine nie dagewesene Performance liefern, doch die Branche zweifelte. Nun stellt auch der britische Batterie-Experte und Youtuber Ziroth die Glaubwürdigkeit der angekündigten Akku-Leistungsdaten infrage.
Nach Unternehmensangaben von Donut Labs setzt die angekündigte Batterie Maßstäbe bei Leistung, Sicherheit, Langlebigkeit und Kosten. Besonders offensiv warb das Unternehmen mit einer Energiedichte von 400 Wh/kg – weit mehr als bisher genutzte Akkus. Dazu kam das Versprechen einer vollständigen Aufladung in nur fünf Minuten ohne Leistungsabfall bis zu einem Ladezustand von 80 Prozent.
Technologie-Durchbruch oder überzogenes Marketing?
In einem 44-minütigen Video prüft Ziroth die Aussagen von Donut Lab und die Testergebnisse des finnischen Forschungsinstituts VTT. Laut dem Youtuber wirke die Donut-Batterie nicht wie ein echter technologischer Durchbruch, sondern eher wie überzogenes Marketing mit unklarer technischer Substanz. Er vermutet, bei der vermeintlichen Wunderbatterie handele es sich nicht um einen Feststoff-Akku mit Natrium-Ionen-Chemie, sondern um eine gewöhnliche Lithium-Ionen-Zelle.

Youtuber Ziroth hat über 500.000 Abonnenten auf der Videoplattform. Der Kanal beschäftigt sich "mit Projekten aus Wissenschaft und Technik, die den Übergang der Welt zu einer CO₂-freien Zukunft unterstützen".
Bild: YouTube/Ziroth
Spannungskurven und Expansion passen nicht zu einem Feststoffakku
Als Begründung führt er zum einen die gemessenen Spannungskurven an. Die getesteten Zellen hätten bei 50 Prozent Ladung etwa 3,7 bis 3,8 Volt Spannung vorgewiesen, genau wie Lithium-Ionen-Zellen. Eine Feststoffzelle mit Natrium-Ionen würde laut Ziroth bei 50 Prozent Ladung eine Spannung von 3,5 Volt nicht überschreiten.
Als zweiten Anhaltspunkt führt er die sogenannte Expansion im Akku an. Beim Laden einer Batterie wandern Ionen in das Anodenmaterial Graphit, was eine Expansion auslöst. Diese Expansion wurde bei den Tests der Batterie auch beobachtet. Das Problem: Ein Natrium-Ionen-Akku könne laut Ziroth aus physikalischen Gründen keine Graphit-Anode nutzen – ein weiterer Hinweis auf einen Lithium-Ionen-Akku.
Anhand der gemessenen Testdaten habe Ziroth auch die Energiedichte der Batterie berechnet – laut seiner Rechnung nur 298 Wh/kg. Dies entspräche den Werten einer leistungsfähigen Lithium-Ionen-Zelle, sei aber weit von den versprochenen 400 Wh/kg entfernt.

So soll der Feststoff-Akku von Donut Lab aussehen.
Bild: Donut Lab
Die Feststoffbatterie von Donut Lab sollte zuerst in Elektromotorrädern des Herstellers Verge Motorcycles zum Einsatz kommen. Ein Auslieferungsstart der ersten Elektrobikes mit dem neuen Akku war für das erste Quartal 2026 vorgesehen. Laut Medienberichten hätten die Vorbesteller aber bisher noch keine Motorräder erhalten. Es bleibt also abzuwarten, was an den Versprechungen von Donut Lab wirklich dran ist.
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