Info: Bei Notengleichheit in der Bestenliste sortieren wir ab sofort nach unseren internen Testergebnissen, in denen wir auf drei Nachkommastellen genau rechnen.
Ob auf der Baustelle, in der Werkstatt oder in der Garage, Musik gehört einfach dazu und sorgt für Motivation und gute Laune. Baustellenradios sind dafür gemacht, auch unter rauen Bedingungen zuverlässig zu spielen. Sie sind robust, staub- und spritzwassergeschützt und halten Stöße sowie Wettereinflüsse mühelos aus. AUTO BILD hat 2024 verschiedene Modelle mit UKW- und DAB+-Empfang getestet. Das Ergebnis: Einige Radios punkten mit starkem Klang und cleverer Ausstattung, andere wiederum versagen beim Härtetest deutlich.
Das Wichtigste in Kürze
Verwendungszweck: Baustellenradios bringen Musik in Werkstätten, Garagen und auf Baustellen. Sie sind robust gebaut, staub- und wassergeschützt und verkraften auch noch Stürze.
Testkriterien: Bewertet wurden Klangqualität, Empfangsarten (UKW, DAB+), Ausstattung, Bedienung, Robustheit, IP-Schutzklasse sowie die Möglichkeit zum Akku- oder Netzbetrieb.
Testerkenntnisse: Viele Modelle überzeugten mit solider Verarbeitung und gutem Klang. Premium-Geräte boten klare Stimmen und Extras wie USB-Ladebuchsen, während günstige Modelle Schwächen bei Bässen und Robustheit zeigten.
Kauf-Tipp: Wer Wert auf Klang und Ausstattung legt, sollte zu hochwertigen Radios mit DAB+ und Akku-Option greifen. Für gelegentliche Nutzung reichen einfachere Geräte mit Grundfunktionen und Bluetooth aus.
Testsieger des AUTO BILD Baustellenradio-Test: TechniSat Digitradio 231 OD
Das neue DigitRadio 231 OD bringt Musikgenuss in die Werkstatt! Dieses elegante Radio setzt nicht nur auf ein dezentes Design im Vergleich zu seinem Vorgänger, sondern überzeugt auch durch ein gut ablesbares Farb-Display, das die Bedienung erleichtert. Mit einem eingebauten Akku kann es auch fernab von Steckdosen oder bei abgeschaltetem Strom betrieben werden. Für längere Einsätze können sogar Maschinenakkus von Bosch Professional, Makita und DeWalt zur Stromversorgung dienen. Andere Geräte kann das Radio wiederum nicht selbst per USB aufladen, aber das ist zu verschmerzen. Mit einem Preis von knapp 150 Euro (Stand: Dezember 2023) bietet es einen ordentlichen Klang mit angenehmen Bässen. Die Stimmwiedergabe könnte klarer sein, jedoch sind Gesang und Sprachbeiträge gut verständlich.
Wenn Sie auf der Amazon-Website nach "Baustellenradios" suchen, erscheint unter anderem das Ueme DB-326 in den Ergebnissen und lockt mit einem attraktiven Preis von knapp 70 Euro (Stand: Dezember 2023). Dieses preisgünstige Modell bietet ebenfalls Bluetooth, DAB+ und einen Stereo-Eingang. Allerdings fehlen sowohl auf der Händlerseite als auch auf der Homepage konkrete Informationen zur Widerstandsfähigkeit bei Spritzwasser und Staub. Auch eine IP-Schutzstufe ist nicht angegeben. Handwerker sollten daher vorsichtig sein, in welchem Maße sie das Ueme Staub und Wasser aussetzen. Klanglich ist es in Ordnung, eignet sich jedoch nur für gelegentliches Hören: Es fehlt an Bässen, Stimmen klingen nasal, und die Mitten sind verwaschen – die Höhen sind passabel. Ein positiver Aspekt: Als einziges Gerät im Test kann es neben dem Netzbetrieb auch mit vier AA-Batterien oder entsprechenden Standardakkus betrieben werden.
So hat AUTO BILD getestet
Im Fokus unseres Baustellenradiotests steht in erster Linie der Klang, der einen entscheidenden Beitrag zur Gesamtbewertung leistet – mehr als ein Drittel, um genau zu sein. Unsere Experten hören ganz präzise hin und analysieren das harmonische Zusammenspiel von Höhen, Mitten und Tiefen. Dabei wird nicht nur die Klangqualität im Allgemeinen bewertet, sondern auch die Deutlichkeit von Sprachbeiträgen intensiv geprüft. Analog zum kernigen Motorgeräusch vieler Autos legen wir Wert auf eine klare und unverfälschte Stimmwiedergabe. So garantieren wir, dass Ihr Baustellenradio nicht nur den richtigen Soundtrack für Ihre Werkstatt liefert, sondern auch in Sachen Klangqualität ganz vorne mitspielt. Allerdings liefern nicht alle Testkandidaten diesen.
Welche zusätzlichen Funktionen bieten die Geräte noch? AUTO BILD hat die Baustellenradios im Test eingehend überprüft.
Bild: Makita, AUTO BILD
Außerdem haben wir die verschiedenen Empfangsarten, die von den Radios angeboten werden, geprüft. Dazu gehören in erster Linie DAB+ und UKW, während Internetradio bei Baustellenradios eher unüblich ist. Im Test überprüfen die Redakteure auch die vorhandenen Anschlüsse der Modelle. Gibt es beispielsweise einen Stereo-Eingang und eine USB-Ladebuchse? Hier gilt: Je umfangreicher die Ausstattung, desto besser die Bewertung. Zusätzliche Features wie ein Smartphone-Fach oder eine praktische Leuchte wirken sich positiv auf die Gesamtwertung aus. Der Testpunkt "Bedienung" fließt zu 20 Prozent in die Endnote ein. Dabei wird die Haptik der Knöpfe, die Struktur der Menüführung und die Lesbarkeit des Displays untersucht. Auch die Stromversorgung der Radios fällt unter diesen Punkt. Die Tester prüfen, ob und welche Modelle beispielsweise mit einem Akku betrieben werden können und welche zwingend auf ein Netzkabel angewiesen sind.
Manche Baustellenradios verfügen über ein praktisches Fach für Smartphones, das für Schutz vor Staub und Feuchtigkeit sorgt. Doch nicht nur das: Über einen Aux-Anschluss können Sie Musik vom Smartphone auch direkt über das Radio abspielen lassen.
Bild: Medion, AUTO BILD
Doch auch weitere Kriterien beeinflussen die Qualität von Baustellenradios entscheidend und wurden von AUTO BILD getestet:
Klangqualität: Der Klang ist von zentraler Bedeutung. Egal ob für Nachrichten oder Musik, das Gerät sollte klaren Sound bieten, ohne zu krächzen oder Stimmen zu verfälschen. Zudem ist eine gute Stereowiedergabe wünschenswert.
Empfangswege: Ein erstklassiges Gerät ist sowohl mit UKW als auch mit DAB+ ausgestattet. Da die meisten Modelle keinen Internetzugang haben, spielt dieser Aspekt eine untergeordnete Rolle.
Favoritenspeicher: Ein großzügiger Favoritenspeicher ist besonders für Musikliebhaber relevant, die häufig zwischen verschiedenen Programmen wechseln. Der Speicher sollte mindestens drei Plätze für Lieblingssender bieten.
Anschlüsse: Grundsätzlich sollte ein Radio über eine Kopfhörerbuchse verfügen. Ein hochwertiges Gerät zeichnet sich durch Extras wie eine USB-Buchse zum Aufladen von Smartphones aus.
Abspielquelle: Neben dem Radioempfang sollte das Gerät mindestens Bluetooth unterstützen oder einen Stereo-Eingang bieten. Dies ermöglicht beispielsweise die Kopplung mit dem Smartphone zur Wiedergabe von dort gespeicherten Titeln. Spitzenmodelle bieten zusätzlich Bluetooth-Funktionen.
Bedienung: Ein schneller Senderwechsel und eine übersichtliche Menüführung sind entscheidend für ein gutes Radio. Das Display sollte Sendernamen deutlich und gut lesbar anzeigen.
IP-Schutzzertifizierung: Kann das Gerät mit Farbspritzern oder sogar einem Regenschauer umgehen? Die IP-Zertifizierung gibt Auskunft darüber. Ein hochwertiges Baustellenradio sollte mindestens die Schutzstufe IPX4 aufweisen (Schutz vor allseitigem Spritzwasser). Wenn das Gerät einem Hochdruckreiniger standhalten soll, ist eine Gehäusezertifizierung von IPX6 (Schutz gegen starkes Strahlwasser) oder höher erforderlich.
Testergebnisse im Überblick
Das TechniSat DigitRadio 230 OD beeindruckte insbesondere durch seine umfassende Ausstattung, zu der unter anderem ein Stereo-Eingang (Aux) und eine USB-Ladebuchse gehören.
Bild: TechniSat
Das klangliche Schlusslicht, das Festool Sysrock, weist nahezu keine Bässe auf, während spitze Höhen für zischelnde S-Laute bei Gesang und Sprache sorgen. Die besten Klangeigenschaften für Schrauber bieten die Geräte von Makita und TechniSat, die sogar Stereoton bieten. Das TechniSat Digitradio 231 OD liegt am Ende leicht hinter dem Makita-Radio, da es bei den Bässen etwas zurückhaltender ist und die Höhen, insbesondere bei höherer Lautstärke, stark präsent sind. Im Test konnte sich das Makita DMR 115 mit einem kräftigeren Klang souverän gegen Arbeitsgeräusche durchsetzen, obwohl die Sprachverständlichkeit dabei etwas nachließ.
In einem Schönheitswettbewerb würden Baustellenradios vielleicht nicht den ersten Platz belegen, aber sie punkten mit einem markanten Auftritt und deutlichen Zeichen von Robustheit. Das Makita DMR 115 und das TechniSat Digitradio 230 OD tragen die Schutzstufe IP65, was bedeutet, dass sie staubdicht (erste IP-Kennziffer: 6) sind und vor Strahlwasser aus verschiedenen Richtungen (zweite Ziffer: 5) geschützt werden. Das Metabo R12-18 ist gegen Staub und Spritzwasser geschützt (IP54), während das Festool nur vor Sprühwasser (IPX3) absichert. Das "X" im IP-Zertifikat weist darauf hin, dass keine Angabe zur Staubresistenz gemacht wurde. Beim Ueme 326, einem beliebten Modell auf Amazon, fehlt die IP-Zertifizierung vollständig. Obwohl es robust wirkt, sollten sich Nutzerinnen und Nutzer aufgrund fehlender Herstellerangaben nicht ausschließlich darauf verlassen. Informationen zur Stoßfestigkeit oder Fallhöhe, wie sie bei Action-Cams üblich sind, werden von den Herstellern der Radios nicht bereitgestellt. Dennoch sind sie mit schützend abstehenden Griffen und Gummi-Armierungen mindestens gegen Rempler geschützt.
Die Bedienung des Ueme-Baustellenradios gestaltet sich klein und fummelig, keineswegs schrauberfreundlich.
Bild: Ueme, AUTO BILD
Verzwickte Menüstrukturen, umständliche Senderwechsel und das Fehlen von Favoritentasten machen die Baustellenradios wenig benutzerfreundlich. Wer gewohnt ist, herkömmliche Radios mit praktischen Drehreglern und gut angeordneten Tasten zu bedienen, muss sich als Heimwerker und Werkstattkönig bei der Handhabung der Testkandidaten umstellen. Einzig das TechniSat Digitradio 230 OD verfügt über Drehregler für die Lautstärke und Senderwahl, die sich auch mit Arbeitshandschuhen gut bedienen lassen. Obwohl es anstelle von speziellen Sender-Speichertasten nur eine Taste für die Favoritenübersicht hat, konnten im Test die zehn Favoritensender problemlos abgerufen werden. Makita kombiniert die Bedienung mit Drehreglern und Tasten. Der große Knopf in der Mitte der Front regelt die Lautstärke, während der Drehregler nach einem Druck auf die "Advanced"-Taste zur Senderwahl dient. Die beleuchteten Tasten am Makita erleichtern die Bedienung bei Nacht. Die anderen Radios erschweren Heimwerkern die Handhabung, wobei die Bedienung des Metabo R12-18 im DAB-Modus besonders umständlich ist. Um den gewünschten Sender auszuwählen, muss man sich mühsam durch die lange Senderliste navigieren. Zudem lassen sich nur UKW-Sender als Favoriten speichern, nicht jedoch DAB-Radiostationen.
Die kleinen Radios von Festool und Ueme teilen sich ähnliche Schwächen. Beide Geräte erfordern eher filigrane als grobe Hände aufgrund ihrer kleinen, dicht beieinanderliegenden Tasten. Hinsichtlich der Displays zeigen sich alle Radios wenig ambitioniert: einfarbige Anzeigen ohne optische Raffinesse. Sendernamen und Musiktitel werden leidlich dargestellt, weitere Informationen von DAB-Sendern, wie zum Wetter, fehlen. Das Makita-Display ist am besten ablesbar, auch wenn eine größere Ausführung wünschenswert wäre. Das üppigere Display hätte auch dem Ueme DB 326 gutgetan, jedoch stört hier noch mehr, dass es in der Oberseite des Radios eingebaut ist. Dadurch müssen Nutzer von oben auf das Gerät schauen. Im Vergleich dazu ist das schräg angebrachte Display des Metabo klar besser positioniert.
Praktisch: Das Makita DMR 112 kann mit verschiedenen Werkzeugakkus betrieben werden.
Bild: Makita
Mit Ausnahme des Ueme können die Baustellenradios nicht nur an der Steckdose, sondern auch mit Akkus betrieben werden. Positiv: Der TechniSat wird mit einem austauschbaren Akku geliefert. Die Radios von Metabo, Makita, TechniSat und Festool können mit den Werkzeugakkus der jeweiligen Hersteller betrieben werden. Die Kompatibilität der Akkupacks ist in der Bedienungsanleitung der Radios aufgeführt. Ein Nachteil besteht darin, dass die Werkzeugakkus nicht in den Radios aufgeladen werden können; dies ist nur in den separaten Ladegeräten der Hersteller möglich. In Bezug auf ihre Ausstattung entsprechen die Testkandidaten dem Niveau herkömmlicher Mittelklasseradios. Alle verfügen über Bluetooth, sodass Benutzer ihr Smartphone drahtlos mit dem Radio verbinden und ihre Lieblingsmusik abspielen können. Mit Ausnahme von Metabo bieten alle Baustellenradios einen Stereo-Eingang (3,5-Millimeter-Klinke), an den ein Mobiltelefon per Kabel angeschlossen werden kann. Wenn gleichzeitig das Handy aufgeladen werden soll, sind das Makita, TechniSat oder Festool die geeigneten Modelle. Diese drei Radios verfügen über eine USB-Ladebuchse.
Unser Fazit zum Baustellenradio-Test
Testsieger ist kein Werkzeughersteller, sondern ein Radiohersteller: Das TechniSat Digitradio 231 OD überzeugt mit beeindruckendem Sound, umfassender Ausstattung und müheloser Bedienung. Den Preis-Leistungs-Sieg sichert sich das Ueme DB 326. Der Klang mag zwar nicht herausragend sein und die Handhabung allenfalls durchschnittlich, doch es bietet eine annehmbare Ausstattung zu einem vergleichsweise geringen Preis.
Welches Baustellenradio überzeugt mit dem besten Klang?
Das Makita DMR 115 überzeugte im Test mit dem besten Klang. Die Mitten sind klar und angenehm, die Höhen neigen jedoch dazu, etwas spitz zu sein. Der Stereo-Sound ist insgesamt ausgewogen, wenn auch die Stimmen leicht belegt klingen.
Wie viel muss man für ein Baustellenradio bezahlen?
Das preiswerteste Baustellenradio im Test war das Ueme DB 326, das bereits ab etwa 80 Euro (Stand: Oktober 2023) erhältlich ist. Im Gegensatz dazu kostet das erstplatzierte TechniSat DigitRadio 231 OD rund 150 Euro.
Was versteht man unter einem Baustellenradio?
Ein Baustellenradio ist eine spezielle Art von Radio, die oft von Werkzeugherstellern wie Makita oder Festool produziert wird, aber auch andere Hersteller können solche Geräte anbieten. Im Erscheinungsbild unterscheiden sich Baustellenradios in der Regel von herkömmlichen Radios für Badezimmer oder Wohnzimmer. Sie sind oft mit einem Tragegriff und einem robusten Gehäuse ausgestattet, das gegen Stürze, Staub und Feuchtigkeit resistent ist.
Warum lohnt sich ein Baustellenradio auch für Autobesitzer und Schrauber?
Da Baustellenradios eine robuste und tragbare Audiolösung bieten, lohnen sie sich auch für all diejenigen, die gerne an Fahrzeugen arbeiten oder Reparaturen durchführen – ob im Freien, in der Garage oder in einer Werkstatt.