Kindersitze im AUTO BILD-Test

Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
1.
Testsieger
Cybex Pallas G i-Size
299,95  EUR
1,9 (gut)
2.
Recaro Toria Elite
319,99  EUR
2,3 (gut)
3.
Preis-Leistungs-Sieger
Joie bold R
234,95  EUR
2,3 (gut)
4.
Britax Römer Advansafix i-Size
369,90  EUR
2,4 (gut)
5.
Osann Swift 360
249,95  EUR
2,9 (befriedigend)
6.
Maxi-Cosi Titan Pro i-Size
349,99  EUR
2,9 (befriedigend)
7.
Graco Avolve
165,95  EUR
3,1 (befriedigend)
Für fast jede Altersgruppe oder Körpergröße gibt es einen speziellen Kindersitz. Doch jedes Jahr einen neuen Sitz zu kaufen, ist teuer, weshalb sich viele Eltern für mitwachsende Kindersitze entscheiden. Diese Sitze lassen sich mit wenigen Handgriffen auf die Körpergröße des Kindes anpassen und so über viele Jahre hinweg verwenden. In der Regel sind diese Kindersitze für Kinder in einem Alter von einem bis zwölf Jahren konzipiert. 
Doch unter den mitwachsenden Kindersitzen ist das Angebot groß. So gibt es noch Sitze, die nach der alten ECE-Norm 44/04 zugelassen sind und als Kindersitze der "Gruppe 1/2/3" verkauft werden und bei denen das Körpergewicht für die Auswahl des Sitzes entscheidend ist. Neuere Sitze sind meist nach der i-Size-Norm "ECE R129" zugelassen, bei denen es dann auf die Körpergröße des Kindes ankommt. AUTO BILD hat sich in den Kindersitz-Dschungel gestürzt und 7 mitwachsende Kindersitze (sowohl i-Size als auch Gruppe 1/2/3) getestet!

Testsieger des AUTO BILD-Kindersitz-Tests:
Cybex Pallas G i-Size

Cybex Pallas G i-Size
G i-Size
Cybex Pallas
G i-Size

1,9 (gut)

  • einfache Handhabung
  • geringes Gewicht
  • sehr gute Verarbeitung
Preis 299,95 €
Mit 218 von 265 möglichen Punkten sichert sich der Pallas G i-Size von Cybex die Note 1,9 (gut) und damit den Testsieg. Der Kindersitz überzeugt mit einfacher Handhabung, geringem Gewicht, gut bedienbarem Isofix und sehr guter Verarbeitung. Der Bezug fühlt sich wertig an und lässt sich gut reinigen. Alle Kinder empfanden den Prallkörper als eher angenehm. Das Anschnallen fällt mit dem Prallkörper sehr leicht und schließt Fehlbedienungen nahezu aus.

Der Joie bold R wird Preis-Leistungs-Sieger

Joie bold R
bold R
Joie
bold R

2,3 (gut)

  • komfortable Sitzposition
  • einfache Bedienung
  • gute Gurtführung
  • etwas höheres Gewicht
Preis 234,95 €

Dass auch ein Sitz der Gruppe 1/2/3 nach der alten Zulassungsnorm ECE R44/04 gut sein kann, zeigt der Joie bold R. Mit 200 von 265 möglichen Punkten erreicht er die Note 2,3 (gut). Mit einer UVP von 234,95 Euro (Stand 20. August 2022) gehört er zudem zu den günstigeren Kindersitzen in unserem Test und holt sich somit den Preis-Leistungs-Sieg. Der Joie bold R punktet mit guter Flexibilität, er ist für Kinder von neun bis 36 Kilogramm zugelassen und so für eine lange Zeit nutzbar. 
Der Sitz wurde von der Testmannschaft (Ole 3 Jahre, Mads 4 Jahre, Anton 6 Jahre, Milla 8 Jahre und Matthis 10 Jahre) als durchweg komfortabel eingestuft. Die Sitzneigung ist in drei Positionen verstellbar. Die Isofix-Konnektoren sind nicht scharfkantig und gut verarbeitet. Der Top Tether ist gut zu bedienen. Das gilt auch für den 5-Punkt-Gurt, die Gurtführung ist gut. Der Fahrzeuggurt lässt sich einfach hinter dem Sitz durchfädeln. Dafür ist der Sitz mit über zwölf Kilogramm relativ schwer, zudem ist die Gurtschlosspolsterung lose und kann somit schnell verloren gehen – trotzdem überzeugt der Sitz. 

So hat AUTO BILD getestet

Nach dem Auspacken wurde als Erstes ein Blick auf die Sicherheits- und Installationshinweise am Kindersitz geworfen. Sind sie vorhanden? Und wenn ja, sind sie auch gut erkenn- und lesbar? Danach wurde die Bedienungsanleitung unter die Lupe genommen. Ist sie übersichtlich gestaltet? Sind die Piktogramme (falls vorhanden) verständlich? Gilt das Gleiche für die schriftlichen Erklärungen?
Warnhinweise sind ein wichtiger Punkt bei der Bewertung von Kindersitzen. Am Britax Römer Advansafix i-Size sind sie vorbildlich ausgeführt.

Anschließend wurde die Verarbeitungsqualität der einzelnen Kindersitze überprüft. Gibt es scharfe Kanten? Wie wertig wirken der Bezug und die Polsterung? Auch auf die Ausstattung wurde geschaut: Gibt es Isofix-Arme? Und wenn ja, wie leicht lassen sie sich bedienen? Gibt es eine Sitzneigungsverstellung? Anschließend wurden die Sitze in verschiedene Autos eingebaut. Hierbei wurde auf mögliche Fehlbedienungen, den Einbau und die Gurtführung geschaut. 
Sieben mitwachsende Kindersitze der Hersteller Cybex, Osann, Recaro, Joie, Britax Römer, Maxi-Cosi und Graco wurden von AUTO BILD getestet.
Zum Schluss nahmen Nachwuchstester Ole, Mads, Anton, Milla und Matthis Platz und beurteilten subjektiv das Gewicht, die Verstellbereiche, die Neigungen und den Sitzkomfort. 

Testergebnisse im Überblick

Die gute Nachricht vorweg: Grundsätzlich gibt es keinen Totalausfall, was sich auch in der Benotung (viermal "gut", dreimal "befriedigend") widerspiegelt. Alle Sitze haben einen guten Verstellbereich und sind lange nutzbar – und das ist ja auch der Zweck dieser Sitze. 
Der Graco Avolve hat zwar nette Features wie einen Becherhalter, leider überzeugt die Verarbeitungsqualität nicht wirklich.
Gerade dem Graco Avolve (Note 3,1, befriedigend) merkt man allerdings die etwas schlechtere Verarbeitungsqualität an – mit einer UVP von 169,95 Euro ist er aber auch der günstigste Kindersitz im Test.
Der Osann Swift360 (Note 2,9, befriedigend) will mit einer Drehfunktion punkten, richtig durchdacht ist sie aber nicht. Am meisten gestört hat uns die Top-Tether-Führung bei gedrehtem Sitz. Zusätzlich bietet der Sitz relativ wenig Beinfreiheit, wenn er gegen die Fahrtrichtung gedreht ist. Der Drehmechanismus wirkt relativ fragil. Der Recaro Toria Elite (Note 2,3, gut) und der Britax Römer Advansafix i-Size (Note 2,4, gut) leisten sich keine großen Schwächen und sind ebenfalls eine Kaufempfehlung wert. Der Maxi-Cosi Titan Pro i-Size ist schön schmal und gut verarbeitet, nervt aber dafür mit einer fummeligen Kopfstützenverstellung.

Fazit zum Kindersitz-Test

Der Joie bold R zeigt: Auch wenn ein Kindersitz noch nach der alten ECE-Norm 44/04 zugelassen ist, kann er durchaus mithalten. Überzeugt hat auch das Fangkörper-System unseres Testsieger, dem Cybex Pallas G i-Size – es ist in der Anwendung super simpel. Aber: Nicht alle Kinder können sich mit dem Fangkörper anfreunden. 
Leicht zu bedienen: Der Fangkörper des Cybex Pallas G i-Size kommt allerdings nicht bei allen Kindern gut an.
Ingesamt lässt sich jedoch sagen, dass sich keiner der getesteten Kindersitze einen groben Patzer geleistet hat. Unterschiede gibt es nur in Nuancen, teilweise in der Verarbeitungsqualität oder einer etwas umständlicheren Bedienung. Wichtiger Tipp: Nach Möglichkeit sollten Kinder unter 15 Monaten noch nicht auf einen vorwärts gerichteten Kindersitz wechseln.

Wo liegt der Unterschied zwischen ECE R44/04 und ECE R129?

Seit Juli 2013 tragen viele Kindersitze das zusätzliche Kürzel "i-Size", doch viele Eltern wissen nicht, was das bedeutet. Trägt ein Kindersitz (oder eine Babyschale) den Zusatz i-Size, ist die Zulassung nach der ECE-Norm R129 erfolgt. Diese Norm kam parallel zur "alten", aber immer noch gültigen Norm ECE R44/04 auf den Markt und umfasste einige Änderungen. 
Alle i-Size-Kindersitze für größere Kids sind mit Isofix-Armen ausgestattet, so auch der Recaro Toria Elite.
So müssen Kindersitze, die nach der ECE-Norm R129 zugelassen wurden, einen Seitenaufpralltest bestehen und mit Isofix-Armen ausgestattet sein. Ferner ist für die Auswahl der Sitze nicht mehr das Körpergewicht, sondern die Körpergröße des Kindes ausschlaggebend. Zum besseren Schutz von Nacken- und Rückenmuskulatur ist zudem der rückwärtsgerichtete Transport, also der Transport entgegen der Fahrtrichtung, bis zu einem Alter von mindestens 15 Monaten vorgeschrieben. Weitere Informationen können Sie in unserem Ratgeber zu i-Size-Kindersitzen finden.

Nützliches Wissen rund um mitwachsende Kindersitze

Welcher ist der beste Kindersitz bis 12 Jahre?

Pfeil
Testsieger im Kindersitz-Test von AUTO BILD wurde der Cybex Pallas G i-Size. Der Kindersitz überzeugt mit einfacher Handhabung, geringem Gewicht, gut bedienbarem Isofix und sehr guter Verarbeitung. Damit bekommt er dank 219 von 265 möglichen Punkten die Note 1,9 (gut).

Welcher Kindersitz der Gruppe 1/2/3 ist empfehlenswert?

Pfeil
Dass auch ein Sitz der Gruppe 1/2/3 nach der alten Zulassungsnorm ECE R44/04 gut sein kann, zeigt der Joie bold R. Mit 200 von 265 möglichen Punkten erreicht der Sitz im AUTO BILD Kindersitz-Test die Note 2,3 (gut). Mit einer UVP von 234,95 Euro gehört er zudem zu den günstigeren Kindersitzen in unserem Test und sichert sich somit den Preis-Leistungs-Sieg. Er überzeugt mit guter Flexibilität und gutem Sitzkomfort.

Was bedeutet das Kürzel "i-Size" bei Kindersitzen?

Pfeil
Trägt ein Kindersitz den Zusatz "i-Size", erfolgte die Zulassung nach der ECE-Norm R129. Diese Norm kam parallel zur "alten", aber immer noch gültigen Norm ECE R44/04 auf den Markt und umfasste einige Änderungen. So müssen Kindersitze, die nach der ECE-Norm R129 zugelassen wurden, unter anderem einen Seitenaufpralltest bestehen und mit Isofix-Armen ausgestattet sein. Ferner ist für die Auswahl der Sitze nicht mehr das Körpergewicht, sondern die Körpergröße des Kindes ausschlaggebend.