Wer einen passenden Kindersitz sucht, steht vor einer riesigen Auswahl für nahezu jede Alters- und Größenstufe. Um nicht ständig neu kaufen zu müssen, entscheiden sich viele Eltern für mitwachsende Modelle. Sie lassen sich anpassen und begleiten Kinder oft vom frühen Kleinkindalter bis ins Schulalter. Wichtig ist dabei, wie gut Schutz und Sitzkomfort über die Jahre hinweg gewährleistet sind.
Solche Sitze sind nach unterschiedlichen Normen zugelassen. Ältere Modelle entsprechen der ECE 44 04 und werden nach Gewicht (Gruppe 1 2 3) eingeteilt. Neuere Varianten erfüllen die I-Size- Norm ECE R129, bei der die Körpergröße maßgeblich ist. AUTO BILD hat verschiedene Sitze beider Regelwerke getestet und die Ergebnisse übersichtlich aufbereitet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Verwendungszweck: Mitwachsende Kindersitze decken mehrere Altersstufen ab und sollen Kinder vom Kleinkind-Alter bis ins Schulalter sicher und komfortabel schützen.
  • Testkriterien: Bewertet wurden Sicherheitssysteme, Einbau und Gurtführung, Verstellmöglichkeiten, Verarbeitung, Komfort sowie die Eignung für unterschiedliche Körpergrößen.
  • Testerkenntnisse: Alle getesteten Sitze sind lange nutzbar und bieten ausreichende Verstellbereiche. Unterschiede zeigten sich bei Bedienkomfort, Gewicht und Materialqualität. Systeme mit Fangkörper sind leicht zu handhaben, werden aber nicht von allen Kindern akzeptiert.
  • Kauf-Tipp: Vor dem Kauf prüfen, welche Norm zum Kind passt und ob Einbau und Verstellung im eigenen Auto einfach funktionieren. Wichtig sind klare Gurtführung, stabile Isofix-Anbindung und guter Sitzkomfort.
  • Gesundheit und Sicherheit: Kindersitz immer korrekt montieren und regelmäßig überprüfen. Kinder möglichst lange rückwärtsgerichtet transportieren und Gurte straff, aber bequem anlegen.

Testsieger des AUTO BILD-Kindersitz-Tests (2022): Cybex Pallas G i-Size

Cybex Pallas G i-Size

Cybex Pallas

G i-Size

1,9 (gut)
  • Pro Iconeinfache Handhabung
  • Pro Icongeringes Gewicht
  • Pro Iconsehr gute Verarbeitung
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    Mit 218 von 265 möglichen Punkten sichert sich der Pallas G i-Size von Cybex die Note 1,9 (gut) und damit den Testsieg. Der Kindersitz überzeugt mit einfacher Handhabung, geringem Gewicht, gut bedienbarem Isofix und sehr guter Verarbeitung. Der Bezug fühlt sich wertig an und lässt sich gut reinigen. Alle Kinder empfanden den Prallkörper als eher angenehm. Das Anschnallen fällt mit dem Prallkörper sehr leicht und schließt Fehlbedienungen nahezu aus.

    Preis-Leistungs-Sieger (2022): Joie bold R

    Joie bold R

    Joie

    bold R

    2,3 (gut)
    • Pro Iconkomfortable Sitzposition
    • Pro Iconeinfache Bedienung
    • Pro Icongute Gurtführung
    • Contra Iconetwas höheres Gewicht
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    Dass auch ein Sitz der Gruppe 1/2/3 nach der alten Zulassungsnorm ECE R44/04 gut sein kann, zeigt der Joie bold R. Mit 200 von 265 möglichen Punkten erreicht er die Note 2,3 (gut). Mit einer UVP von 234,95 Euro (Stand 20. August 2022) gehört er zudem zu den günstigeren Kindersitzen in unserem Test und holt sich somit den Preis-Leistungs-Sieg. Der Joie bold R punktet mit guter Flexibilität, er ist für Kinder von neun bis 36 Kilogramm zugelassen und so für eine lange Zeit nutzbar.
    Der Sitz wurde von der Testmannschaft (Ole 3 Jahre, Mads 4 Jahre, Anton 6 Jahre, Milla 8 Jahre und Matthis 10 Jahre) als durchweg komfortabel eingestuft. Die Sitzneigung ist in drei Positionen verstellbar. Die Isofix-Konnektoren sind nicht scharfkantig und gut verarbeitet. Der Top Tether ist gut zu bedienen. Das gilt auch für den 5-Punkt-Gurt, die Gurtführung ist gut. Der Fahrzeuggurt lässt sich einfach hinter dem Sitz durchfädeln. Dafür ist der Sitz mit über zwölf Kilogramm relativ schwer, zudem ist die Gurtschlosspolsterung lose und kann somit schnell verloren gehen – trotzdem überzeugt der Sitz.

    So hat AUTO BILD getestet

    Nach dem Auspacken wurde als Erstes ein Blick auf die Sicherheits- und Installationshinweise am Kindersitz geworfen. Sind sie vorhanden? Und wenn ja, sind sie auch gut erkenn- und lesbar? Danach wurde die Bedienungsanleitung unter die Lupe genommen. Ist sie übersichtlich gestaltet? Sind die Piktogramme (falls vorhanden) verständlich? Gilt das Gleiche für die schriftlichen Erklärungen?
    Detailaufnahme: Blick auf die gut angebrachten Warnhinweise eines Kindersitzes.
    Warnhinweise sind ein wichtiger Punkt bei der Bewertung von Kindersitzen. Am Britax Römer Advansafix i-Size sind sie vorbildlich ausgeführt.
    Bild: AUTO BILD
    Anschließend wurde die Verarbeitungsqualität der einzelnen Kindersitze überprüft. Gibt es scharfe Kanten? Wie wertig wirken der Bezug und die Polsterung? Auch auf die Ausstattung wurde geschaut: Gibt es Isofix-Arme? Und wenn ja, wie leicht lassen sie sich bedienen? Gibt es eine Sitzneigungsverstellung? Anschließend wurden die Sitze in verschiedene Autos eingebaut. Hierbei wurde auf mögliche Fehlbedienungen, den Einbau und die Gurtführung geschaut.
    Drei unterschiedlich große Kinder stehen und sitzen verteilt zwischen sieben Kindersitzen auf einer Grünfläche.
    Sieben mitwachsende Kindersitze der Hersteller Cybex, Osann, Recaro, Joie, Britax Römer, Maxi-Cosi und Graco wurden von AUTO BILD getestet.
    Bild: AUTO BILD
    Zum Schluss nahmen Nachwuchstester Ole, Mads, Anton, Milla und Matthis Platz und beurteilten subjektiv das Gewicht, die Verstellbereiche, die Neigungen und den Sitzkomfort.

    Testergebnisse im Überblick

    Die gute Nachricht vorweg: Grundsätzlich gibt es keinen Totalausfall, was sich auch in der Benotung (viermal "gut", dreimal "befriedigend") widerspiegelt. Alle Sitze haben einen guten Verstellbereich und sind lange nutzbar – und das ist ja auch der Zweck dieser Sitze.
    Detailaufnahme: Blick auf den Becherhalter eines Kindersitzes.
    Der Graco Avolve hat zwar nette Features wie einen Becherhalter, leider überzeugt die Verarbeitungsqualität nicht wirklich.
    Bild: AUTO BILD
    Gerade dem Graco Avolve (Note 3,1, befriedigend) merkt man allerdings die etwas schlechtere Verarbeitungsqualität an – mit einer UVP von 169,95 Euro ist er aber auch der günstigste Kindersitz im Test.
    Der Osann Swift360 (Note 2,9, befriedigend) will mit einer Drehfunktion punkten, richtig durchdacht ist sie aber nicht. Am meisten gestört hat uns die Top-Tether-Führung bei gedrehtem Sitz. Zusätzlich bietet der Sitz relativ wenig Beinfreiheit, wenn er gegen die Fahrtrichtung gedreht ist. Der Drehmechanismus wirkt relativ fragil. Der Recaro Toria Elite (Note 2,3, gut) und der Britax Römer Advansafix i-Size (Note 2,4, gut) leisten sich keine großen Schwächen und sind ebenfalls eine Kaufempfehlung wert. Der Maxi-Cosi Titan Pro i-Size ist schön schmal und gut verarbeitet, nervt aber dafür mit einer fummeligen Kopfstützenverstellung.

    Mitwachsende Kindersitze im AUTO BILD-Test – alle Ergebnisse im Detail

    Mitwachsende Kindersitze im AUTO BILD-Test – alle Ergebnisse im Detail
    Preis*
    299,95 Euro
    319,99 Euro
    234,95 Euro
    369,90 Euro
    249,95 Euro
    349,99 Euro
    93,99 Euro
    Zulassung nach ECE R129 (i-Size)
    Ja
    Ja
    Nein
    Ja
    Nein
    Ja
    Nein
    Größe/Gewicht des Kindes
    76 - 150 cm
    76 - 150 cm 
    9 - 36 kg
    76 - 150 cm
    9 - 36 kg
    76 - 150 cm
    9 - 36 kg
    Gewicht
    8,9 kg
    12,5 kg
    12,7 kg
    11 kg
    10,5 kg
    14 kg
    9,14 kg
    Testkategorie
    Sicherheit
    (max.: 80 Punkte)
    65
    65
    53
    60
    60
    35
    58
    Maße, Einbau und Bedienung
    (max.: 80 Punkte)
    69
    62
    62
    61
    46
    65
    45
    Komfort und Ergonomie
    (max.: 55 Punkte)
    36
    29
    36
    32
    33
    33
    35
    Qualität
    (max.: 50 Punkte)
    48
    45
    49
    46
    41
    46
    46
    Gesamtpunktzahl
    (max.: 265 Punkte)
    218
    201
    200
    199
    180
    179
    170
    Note**
    1,9 (gut)
    2,3 (gut)
    2,3 (gut)
    2,4 (gut)
    2,9 (befriedigend)
    2,9 (befriedigend)
    3,1 (befriedigend)
    Platzierung
    1
    2
    3
    4
    5
    6
    7
    Fazit
    Der Cybex Pallas G i-Size überzeugt mit einer einfachen Handhabung, einem recht geringem Gewicht, gut bedienbarem Isofix und einer sehr guten Verarbeitung. Der Bezug fühlt sich wertig an und lässt sich gut verarbeitetn. Das Anschnallen fällt mit dem Prallkörper sehr leicht und schließt Fehlbedienungen nahezu aus.
    Der Recaro punktet mit guter Bedienbarkeit und Komfort. Die Rückenlehne lässt sich einhändig gut bedienen, Top Tether und Isofix sind einfach installiert, die Gurtführung gibt keine Rätsel auf. Der Sitz ist mit 12,5 Kilo aber auch relativ schwer. Die Kinder-Tester haben die angenehme Sitzbelüftung bei warmen Temperaturen und den sehr guten Sitzkomfort gelobt. 
    Auch ein Sitz der "alten" Zulassungsnorm ECE R44/04 kann gut sein - das zeigt der Joie bold R. Der Kindersitz überzeugt mit guter Flexibilität und wurde von der Testmannschaft als komfortabel eingestuft. Die Sitzneigung ist in drei Positionen verstellbar. Die Montage über Isofix und Top Tether funktioniert gut. Mit über 12 Kilogramm ist der Sitz aber relativ schwer. 
    Der Britax Römer Advansafix i-Size hat eine sehr gute Gurtführung, der Sitz besticht außerdem mit einem sehr hochwertigen Bezug und toller Verarbeitung. Die Kinder lobten im Test den guten Sitzkomfort. Nicht so gut gefallen haben uns die Isofix-Konnektoren, sie sind nicht einzeln ausziehbar, und es besteht Klemmgefahr bei der Bedienung. 
    Der Osann Swift360 will mit einer Drehfunktion punkten, richtig durchdacht ist sie aber nicht. Am meisten gestört hat uns die Top-Tether-Führung bei gedrehtem Sitz. Zusätzlich bietet der Sitz relativ wenig Beinfreiheit, wenn er gegen die Fahrtrichtung gedreht ist. Der Drehmechanismus wirkt relativ fragil.
    Der Maxi-Cosi ist schön schmal. Der Sitz kommt ohne externe Seitenprotektoren, so passt er perfekt auf den Mittelplatz. Die Kopfstützenverstellung ist eher fummelig. Die Gurtführung läuft nicht ganz frei. Die Isofix- Konnektoren sind sehr einfach zu bedienen. Der Bezug ist sehr wertig, und auch hier loben die größeren und kleineren Kinder den sehr guten Sitzkomfort.
    Dem Graco Avolve merkt man die etwas schlechtere Verarbeitungsqualität an - dafür ist er aber auch der günstigste und einer der leichtesten Sitze im Test. Die Isofix- Konnektoren sind klapprig, und die Kunststoffe wirken im Vergleich nicht so wertig. Ein Top Tether fehlt gänzlich, und die Gurtführung ist scharfkantig und birgt eine Klemmgefahr. 

    Fazit zum Kindersitz-Test

    Der Joie bold R zeigt: Auch wenn ein Kindersitz noch nach der alten ECE-Norm 44/04 zugelassen ist, kann er durchaus mithalten. Überzeugt hat auch das Fangkörper-System unseres Testsieger, dem Cybex Pallas G i-Size – es ist in der Anwendung super simpel. Aber: Nicht alle Kinder können sich mit dem Fangkörper anfreunden.
    Detailaufnahme: Blick auf den Fangkörper eines Kindersitzes.
    Leicht zu bedienen: Der Fangkörper des Cybex Pallas G i-Size kommt allerdings nicht bei allen Kindern gut an.
    Bild: AUTO BILD
    Ingesamt lässt sich jedoch sagen, dass sich keiner der getesteten Kindersitze einen groben Patzer geleistet hat. Unterschiede gibt es nur in Nuancen, teilweise in der Verarbeitungsqualität oder einer etwas umständlicheren Bedienung. Wichtiger Tipp: Nach Möglichkeit sollten Kinder unter 15 Monaten noch nicht auf einen vorwärts gerichteten Kindersitz wechseln.

    Testsieger des AUTO BILD-Kindersitz-Tests (2022): Cybex Pallas G i-Size

    Cybex Pallas G i-Size

    Cybex Pallas

    G i-Size

    1,9 (gut)
    • Pro Iconeinfache Handhabung
    • Pro Icongeringes Gewicht
    • Pro Iconsehr gute Verarbeitung
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      Preis-Leistungs-Sieger (2022): Joie bold R

      Joie bold R

      Joie

      bold R

      2,3 (gut)
      • Pro Iconkomfortable Sitzposition
      • Pro Iconeinfache Bedienung
      • Pro Icongute Gurtführung
      • Contra Iconetwas höheres Gewicht
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      Wo liegt der Unterschied zwischen ECE R44/04 und ECE R129?

      Seit Juli 2013 tragen viele Kindersitze das zusätzliche Kürzel "i-Size", doch viele Eltern wissen nicht, was das bedeutet. Trägt ein Kindersitz (oder eine Babyschale) den Zusatz i-Size, ist die Zulassung nach der ECE-Norm R129 erfolgt. Diese Norm kam parallel zur "alten", aber immer noch gültigen Norm ECE R44/04 auf den Markt und umfasste einige Änderungen.
      Detailaufnahme: Blick auf die IsoFix-Arme (Ausleger) eines Kindersitzes.
      Alle i-Size-Kindersitze für größere Kids sind mit Isofix-Armen ausgestattet, so auch der Recaro Toria Elite.
      Bild: AUTO BILD
      So müssen Kindersitze, die nach der ECE-Norm R129 zugelassen wurden, einen Seitenaufpralltest bestehen und mit Isofix-Armen ausgestattet sein. Ferner ist für die Auswahl der Sitze nicht mehr das Körpergewicht, sondern die Körpergröße des Kindes ausschlaggebend. Zum besseren Schutz von Nacken- und Rückenmuskulatur ist zudem der rückwärtsgerichtete Transport, also der Transport entgegen der Fahrtrichtung, bis zu einem Alter von mindestens 15 Monaten vorgeschrieben. Weitere Informationen können Sie in unserem Ratgeber zu i-Size-Kindersitzen finden.

      Nützliches Wissen rund um mitwachsende Kindersitze

      Welcher ist der beste Kindersitz bis 12 Jahre?

      Testsieger im Kindersitz-Test von AUTO BILD wurde der Cybex Pallas G i-Size. Der Kindersitz überzeugt mit einfacher Handhabung, geringem Gewicht, gut bedienbarem Isofix und sehr guter Verarbeitung. Damit bekommt er dank 219 von 265 möglichen Punkten die Note 1,9 (gut).

      Welcher Kindersitz der Gruppe 1/2/3 ist empfehlenswert?

      Dass auch ein Sitz der Gruppe 1/2/3 nach der alten Zulassungsnorm ECE R44/04 gut sein kann, zeigt der Joie bold R. Mit 200 von 265 möglichen Punkten erreicht der Sitz im AUTO BILD Kindersitz-Test die Note 2,3 (gut). Mit einer UVP von 234,95 Euro gehört er zudem zu den günstigeren Kindersitzen in unserem Test und sichert sich somit den Preis-Leistungs-Sieg. Er überzeugt mit guter Flexibilität und gutem Sitzkomfort.

      Was bedeutet das Kürzel "i-Size" bei Kindersitzen?

      Trägt ein Kindersitz den Zusatz "i-Size", erfolgte die Zulassung nach der ECE-Norm R129. Diese Norm kam parallel zur "alten", aber immer noch gültigen Norm ECE R44/04 auf den Markt und umfasste einige Änderungen. So müssen Kindersitze, die nach der ECE-Norm R129 zugelassen wurden, unter anderem einen Seitenaufpralltest bestehen und mit Isofix-Armen ausgestattet sein. Ferner ist für die Auswahl der Sitze nicht mehr das Körpergewicht, sondern die Körpergröße des Kindes ausschlaggebend.

      Hinweis

      Dieser Produkttest wurde unterstützt von Britax Römer, Cybex, Maxi-Cosi, Graco, Recaro, Joie und Osann. Unsere Standards zu Transparenz und journalistischer Unabhängigkeit finden Sie hier.