Nass-/Trockensauger im Test

Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
1.
Testsieger
Nilfisk Multi II 22 T Premium Home Edition
119,00  EUR
1,4 (sehr gut)
2.
Einhell TE-VC 2340 SACL
229,95  EUR
2,1 (gut)
3.
Bosch AdvancedVac 20
170,09  EUR
2,1 (gut)
4.
Kärcher WD 3 V-17/4/20
92,49  EUR
2,6 (befriedigend)
5.
Bissell MultiClean Wet & Dry
174,99  EUR
2,7 (befriedigend)
6.
Scheppach ASP30
199,00  EUR
3,3 (befriedigend)
Nass-Trockensauger sind auch unter dem Suchbegriff "Industriesauger" zu finden. Das zeigt schon, dass sie eigentlich nicht wählerisch mit dem Schmutz sein dürften, den man mit ihrer Hilfe beseitigen möchte. Wie bei anderen Geräten auch, scheint es bei dieser Produktgattung allerdings ebenfalls eine "Zweiklassengesellschaft" zu geben – solche für den wirklich professionellen Einsatz und solche, die eben doch eher für den Privatnutzer gedacht sind. Unsere sechs getesteten Sauger schienen überwiegend zu dieser zweiten Kategorie zu zählen, auch wenn sie in ihrer Aufmachung Profi-Ambitionen wecken sollten. AUTO BILD hat getestet, wie sich die Nass-Trockensauger gegen den Dreck schlagen!

Testsieger und Preis-Leistungs-Sieger: Nilfisk Multi II 22 T Premium Home Edition

Mit 216 von 240 erzielbaren Punkten haben wir einen klaren Gesamtsieger: den Nilfisk Multi II 22 T Premium Home Edition. Er gewinnt den Test mit deutlichem Vorsprung und der Note "sehr gut" vor den beiden zweitplatzierten Saugern von Einhell (191 Punkte) und Bosch (190 Punkte), die damit ein "gut" erzielten.
Nilfisk Multi II 22 T Premium Home Edition
Multi II 22 T Premium Home Edition
Nilfisk
Multi II 22 T Premium Home Edition

1,4 (sehr gut)

  • Niedriger Preis
  • Praktische Features
  • Gute Saugleistungen (trocken & nass)
Preis 119,00 €

Mit einem Kaufpreis von lediglich 119 Euro gehört der Nilfisk-Sauger obendrein zu den günstigsten der sechs getesteten Nass-Trockensauger, was ihm zugleich auch noch den Preis-Leistungs-Sieg beschert. Mit dieser erreichten Punktzahl ist klar, dass sich der Nilfisk-Sauger in keinem Bereich gravierende Schwächen leistet. Ihm merkt man in vielen Bereichen deutlich an, dass der dänische Hersteller ansonsten in der Top-Profi-Liga unterwegs ist.
Der Geräuschpegel liegt mit 80 dB etwas höher als bei Konkurrenz, dafür ist die Ausstattung schon einem Profi-Gerät sehr ähnlich. Als sehr angenehm empfanden wir beispielsweise den vier Meter langen Saugschlauch und das fünf Meter lange Anschlusskabel, was einen Aktionsradius von rund zehn Metern um eine Steckdose herum ermöglicht, ohne dass man umstecken muss. Fürs Aussaugen des Autos ist hier vor allem der lange Saugschlauch toll, der es erlaubt, den gesamten Innenraum ohne Umstellen des Saugers zu reinigen. Auch der "Filterklopfer" und die Anzeige für einen vollen Staubbehälter sind bei Nass-Trockensaugern dieser Preis- und Größenklasse nicht selbstverständlich – der Nilfisk hat beides. Beim Zubehör hat er mit einer Saugglocke ("Pümpel") für Abflüsse und einem Aufsatz zum Auffangen von Bohrstaub zwei weitere Alleinstellungsmerkmale unter den getesteten Geräten.

Beim Trockensaugen wurde gemessen, wie viel des 100 Gramm einmassierten "Normdrecks" die Sauger bei einem Saugdurchgang aufgenommen haben.

So hat AUTO BILD getestet

Als Erstes wurden die Sauger ausgepackt, um den Lieferumfang sowie die Bedienungsanleitung zu checken. Tatsächlich war bei einigen Saugern etwas Aufbauarbeit vor der ersten Benutzung nötig, und sei es auch nur das Einsetzen des Filterelements oder Staubbeutels - hier wurde sowohl auf den Aufwand als auch auf die Komplexität geschaut. Im praktischen Teil des Tests sind unter anderem ein möglicher Montageaufwand für die Erstbenutzung sowie für den Umbau vom Trocken- auf den Nasssaugebetrieb bewertet worden, ferner natürlich die Saugleistungen in beiden Betriebsarten, die mit einem Unterdruckmesser ermittelt wurden. Außerdem wurde auf das Volumen des Staubauffangbehälters, das Gewicht und die Handlichkeit der Sauger im Betrieb geschaut. Die Bedienungsfreundlichkeit auch beim Entleeren des Saugers sowie die Geräuschentwicklung spielten auch eine große Rolle.
Ganz schön was auf die Ohren gab es bei einigen Saugern. Die Lautstärke wurde unter realitätsnahen Bedigungen auf Ohrenhöhe gemessen.

Anschließend hat das Testteam einen Autoteppichboden in gleiche Segmente aufgeteilt und in jedes Feld exakt 100 Gramm "Normdreck" in den Flor einmassiert. Dann wird jedes Segment genau einmal in Längs- und in Querrichtung abgesaugt, indem der Sauger ohne Aufsatzdüsen und ohne Druck auszuüben über die Prüffläche gezogen wird. Der "Normdreck" wurde ebenfalls vorher nach einer speziellen Rezeptur zusammengemischt, die möglichst realitätsnah dem üblichen Schmutz in einem Auto entspricht. Er besteht aus Erde, Quarzsand, Hundehaaren und Kekskrümeln. Nach dem Absaugen jedes Prüffelds wird die aufgenommene Schmutzmenge grammgenau gewogen. Beim Nasssaugen wurde die Zeit genommen, wie schnell die Sauger 2 Liter Wasser aufgesaugt haben.

Sechs Nass-Trockensauger der Marken Bosch, Bissel, Einhell, Kärcher, Nilsfisk und Scheppach wurden von AUTO BILD getestet.

Die Testergebnisse im Überblick

Auf Platz 2 und 3 liegen der Einhell- und der Bosch-Sauger mit 191 beziehungsweise 190 Punkten praktisch gleichauf, was beiden die Testnote 2,1 (gut) beschert. Dabei sind sie in der Anmutung und Handhabung doch recht unterschiedlich. Während der voluminöse Einhell-Sauger optisch den Eindruck eines klassischen Profi-Werkstatt- oder Tankstellensaugers hinterlässt, handelt es sich beim Bosch-Sauger um einen handlichen, kompakten Sauger, der ideal für Keller und/oder Garage ist. Zum Hin- und Hertragen zwischen verschiedenen Einsatzorten im und am Haus ist der Einhell-Sauger glatt etwas sperrig, dafür hat er mit 30 Litern Fassungsvermögen einen wirklich großen Staubbehälter. Gegenüber dem Bosch-Sauger büßt er Punkte in Details ein, die manchen Nutzern nicht so viel bedeuten mögen. Trotz der professionellen Aufmachung und des Metallbehälters wirkt er zum Beispiel etwas weniger "schön" verarbeitet als der Bosch-Sauger, der trotz Kunststoffgehäuses einen wertigen Eindruck hinterlässt. Für die Haltbarkeit muss das nichts heißen, für die Gebrauchstauglichkeit auch nicht.
Ein nützliches Feature bietet der Bosch AdvancedVac 20. Dank der Ablassschraube wird das Ausleeren von Flüssigkeiten zum Kinderspiel.

Platz 4 geht an den Kärcher-Sauger. Obwohl ähnlich schlicht und glatt designt wie der Bosch-Sauger und (wie der Nilfisk) eigentlich ja ebenfalls von einem Unternehmen stammend, das im Profi-Bereich für Reinigungsgeräte einen exzellenten Ruf genießt, büßt der kleine Kärcher Punkte ein, weil bei ihm die Ausstattung eben nicht von so einem Transfer aus dem professionellen Produktprogramm profitiert hat. Was uns bei ihm trotzdem gefiel: Neben dem attraktiven Preis von unter 100 Euro ist er in seiner Askese sehr funktional. Das sichert ihm ein solides Testurteil "befriedigend".
Natürlich darf auch ein Praxistest nicht fehlen: Alle Sauger wurden im Innenraum eines Autos getestet.

Ebenfalls "befriedigend" ist der mit 174 Euro deutlich teurere Bissell MultiClean Wet/Dry auf Platz 5. Das Design mit dem Schwarz/Weiß-Verlauf auf dem Metall-Staubbehälter und dezenten roten Applikationen wirkt hochwertig. An Besonderheiten sind neben kleinen Blas-Adaptern eine lange Ausblasdüse zu erwähnen und ein Teleskop-Saugrohr. Im Übrigen entspricht das Zubehör dem üblichen Umfang, auch eine Polsterdüse ist vorhanden.
Und dann wäre da noch der Scheppach Nass-Trockensauger. Mit 147 von 240 möglichen Punkten in unserem Test gerade noch "befriedigend" unterwegs ist er irgendwie ein schwieriger Fall in der Bewertung und irgendwie auch nicht. Ursprünglich mal um die 400-Euro-Liga teuer, wurde der Preis inzwischen dauerhaft auf 199 Euro gesenkt. Angesichts dessen und angesichts der sehr professionellen Anmutung, die das Gerät äußerlich macht, haben wir uns mehrfach gefragt, ob wir den Sauger einfach "nicht richtig verstanden" haben oder ob er wirklich nur so "na ja" ist. 
Das mit dem Verstehen ging gleich nach dem Auspacken los, nachdem wir den Sauger mit seinen vielen Einzelteilen aus einem Wust von Kunststoffverpackung befreit hatten. Da war nämlich erst mal "Bastelstunde" angesagt. Konfrontiert mit einer nicht wirklich guten Bedienungsanleitung und unter anderem einigen winkligen Rohrstücken mussten wir für den Zusammenbau erst mal ein Nutzer-Video auf YouTube angucken, um das Konzept ansatzweise nachzuvollziehen. 
Einzigartig an diesem Sauger ist, dass er auch im normalen Staubsaugbetrieb mit rund sieben Litern Wasser befüllt werden soll. Dieser Wasserfilter stellt eine zusätzliche Reinigungsstufe dar. Im Gegensatz zum Nutzer in dem erwähnten Video, der den Sauger in seinem Hobby-Schreinerkeller quasi stationär einsetzte und der sich sehr positiv äußerte, konnte uns das Konzept nicht überzeugen. Auch ist es für den mobilen Einsatz auf der Garagenauffahrt nicht wirklich gut geeignet, wenn im Bauch des Saugers eine solche Wassermenge schwabbelt. Eine irgendwie billig wirkende Verarbeitung kann die so professionell wirkende Optik auch nicht stützen.

Fazit zum Nass-Trockensauger-Test

So unterschiedlich die getesteten Nass-Trockensauger in ihrer Aufmachung sind, so unterschiedlich waren sie auch in der Handhabung. Der Nilfisk-Sauger überzeugte früh mit den besten Allround-Qualitäten und den Ausstattungsübernahmen aus dem Profi-Bereich des Herstellers. Der große Einhell-Sauger und erst recht der Scheppach-Sauger sind aus den vorgenannten Gründen nur etwas eingeschränkt für den "mobilen" Einsatz geeignet, insbesondere wenn man sie Treppen rauf- und runtertragen soll. Beim Bissel-Gerät und dem großen Einhell-Sauger erinnerte uns die Erstmontage wir uns an die letzte Aufbau-Session eines Ikea-Schranks - doch immerhin waren die Bedienungsanleitungen verständlich.

Tipps zur richtigen Innenraumreinigung

Ein sauberer Innenraum ist nicht nur gut für den Werterhalt des Autos, sondern verhindert auch böse Biokulturen wie Schimmel. Meist reichen schon wenige Reinigungsmittel und ein guter Nass-Trockensauger, um die Innenraumreinigung schnell durchzuführen. Beim Saugen am besten mit dem Kofferraum anfangen und sich nach vorne arbeiten. Dabei nicht das Saugen unter der Bodenabdeckung vergessen. Um Ledersitze zu schonen, unbedingt einen weichen Bürstenaufsatz verwenden. Auch Seitenfächer der Türen oder Becherhalter können zum Entfernen grober Verschmutzungen ausgesaugt werden. Aber Vorsicht: nicht zu stark aufdrücken, ansonsten kann es schnell zu Kratzern kommen. Für den kleinen Dreck zwischendurch können Akku-Sauger eine gute Alternative sein. Weitere Tipps zur Innenreinigung finden Sie im AUTO BILD Innenreinigung-Ratgeber.

Nützliches Wissen rund um Nass-Trockensauger

Welcher ist der beste Nass-Trockensauger?

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Im großen AUTO BILD Nass-Trockensauger-Test 2022 konnte sich der Nilfisk Multi II 22 T Premium Home Edition sowohl den Testsieg als auch den Preis-Leistungs-Sieg sichern. Sehr praktisch ist der vier Meter lange Saugschlauch und das fünf Meter lange Anschlusskabel, was einen Aktionsradius von rund zehn Metern um eine Steckdose herum ermöglicht. Auch der "Filterklopfer" und die Anzeige für einen vollen Staubbehälter sind bei Nass-Trockensaugern dieser Preis- und Größenklasse nicht selbstverständlich – der Nilfisk hat beides. Beim Zubehör hat er mit einer Saugglocke ("Pümpel") für Abflüsse und einem Aufsatz zum Auffangen von Bohrstaub zwei weitere Alleinstellungsmerkmale unter den getesteten Geräten.

Was sollte ein guter Nass-Trockensauger kosten?

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Der Testsieger im AUTO BILD Nass-Trockensauger-Test 2022 ist der Nilfisk Multi II 22 T Premium Home Edition, der sich mit einem Preis von 119 Euro auch den Preis-Leistungs-Sieg sichert.

Was unterscheidet einen Nass-Trockensauger zu einem normalen Staubsauger?

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Anders als handelsübliche Staubsauger sind Nass-Trockensauger dazu in der Lage, auch Flüssigkeiten aufzusaugen. Allerdings müssen die meisten Geräte umgebaut werden, um vom Trocken- in den Nassbetrieb zu wechseln.

Kann man mit einem Nass-Trockensauger auch Wasser saugen?

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Tatsächlich ist es mit einem Nass-Tockensauger auch möglich, Wasser aufzusaugen. Allerdings müssen dabei unbedingt die Herstellervorgaben in der Bedienungsanleitung beachtet werden. Denn bei den meisten Geräten ist ein Umbau von Trocken- auf Nassbetrieb notwendig.

Von

Martin Henze