Winterreifen-Test 2024: 205/55 R 16
Diese Winterreifen überzeugen bei Kompaktwagen
Die Reifengröße 205/55 R16 gehört zu den beliebtesten Dimensionen auf Europas Straßen. Das spiegelt sich auch in der riesigen Produktvielfalt wider, vor allem bei den Pneus für die kalte Jahreszeit. Einen detaillierten Überblick über die Leistungsfähigkeit aktueller Modelle liefert der große Winterreifen-Vergleichstest von AUTO BILD aus dem Jahr 2024.
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In der Kompaktklasse – von VW Golf über Opel Astra und Skoda Octavia bis hin zum Audi A3 – gehört die Reifengröße 205/55 R16 zum absoluten Standard. Entsprechend groß ist die Auswahl auf dem Markt, gerade wenn es um die passenden Winterreifen für die kalte Jahreszeit geht. Diese müssen unter extremen Bedingungen überzeugen: Sie brauchen starken Grip auf Schnee und Eis, kurze Bremswege bei Nässe und Stabilität auf trockener Straße, während gleichzeitig Langlebigkeit und ein geringer Kraftstoffverbrauch gefragt sind.
Welche Pneus in der Praxis wirklich halten, was sie versprechen, zeigt der große Auto Bild-Supertest 2024. Von insgesamt 53 Konkurrenten schied fast die Hälfte (20 Reifen) bereits beim ersten harten Bremsentest auf nasser Fahrbahn aus. Die verbleibenden 33 Kandidaten mussten sich auf Schnee beweisen, ehe die besten 20 in das große Finale einzogen. Der Test liefert einen detaillierten Überblick darüber, welche Reifen in den Kategorien Nässe, Schnee und Trockenheit sowie beim Preis-Leistungs-Verhältnis die Nase vorn haben.
Das Wichtigste in Kürze
- Preisfrage: Große Unterschiede bei Preis und Leistung. Wer spart, riskiert längere Bremswege und weniger Sicherheit.
- Erkenntnis: Der AUTO BILD Winterreifentest 2024 zeigt klare Unterschiede bei Grip, Bremsen und Laufleistung. Premiumreifen überzeugen auf Schnee und Nässe.
- Empfehlung: Qualität lohnt sich – gute Winterreifen bieten Sicherheit, Stabilität und lange Haltbarkeit bei jedem Wetter.
Der Name ist Programm: Der WinterContact von Continental schafft die besten Leistungen in allen Prüfungen im Schnee. Mit hoher Traktion, kurzen Bremswegen, sehr gutem Handling und hoher Performance im Slalom-Parcours lässt er auf der kalten, weißen Fahrbahn seine Kontrahenten souverän hinter sich. Doch nicht nur auf Schnee überzeugt der Testsieger. Auch auf trockener und nasser Piste überzeugt er mit starken Leistungen und guten Sicherheitsreserven. Zudem glänzt der Continental WinterContact TS870 mit einer besonders hohen Laufleistung und einem sehr geringen Rollwiderstand. Eher verschmerzbar ist deshalb etwas erhöhte Anschaffungspreis für das Multitalent.
Der Winter i*cept RS3 (91 H) von Hankook ist ein echter Alleskönner – er absolvierte den Test mit der Note 2,0. Er kann im Sommer und im Winter – bei jeder Witterungsbedingung – Auto und Insassen sicher und souverän bewegen. Und das sogar richtig ausdauernd: Als Eco-Meister des AUTO BILD-Winterreifen-Tests 2024 punktet er mit einer überragenden Kilometer-Laufleistung und einem besonders geringen Rollwiderstand. Günstig kann er auch: Den gut getesteten Eco-Meister Hankook Winter i*cept RS3 gibt es zu einem fairen Preis.
Michelin setzt als einziger der 20 getesteten Hersteller auf die Zugabe vom nachwachsenden Rohstoff Rayon im Reifenunterbau. Karkassen aus Rayon sorgen schon heute für eine Verringerung des Rollwiderstands und die Möglichkeit einer umweltfreundlichen Kompostierung am Ende des Reifenlebens. Die Leistungen des Alpin 6 sind vorbildlich, er überzeugt bei jedem Wetter und bekommt die Gesamtnote 1,6. Für den vorbildlichen Einsatz zugunsten einer umweltbewussten und nachhaltigen Mobilität verbuchte der Alpin 6 aus dem Hause Michelin die meisten Pluspunkte – Gratulation!
Alle aktuellen Reifenmodelle werden verdeckt im freien Handel eingekauft. Nach dem Aussortieren der "Low Performer" beim Brems-Qualifying bei Nässe geht es mit den verbliebenen Kandidaten auf ein spezielles Wintertestgelände nach Norrbotten, der nördlichsten Provinz Schwedens. Nach dem Absolvieren der Schneebremsung werden weitere Reifen eiskalt aussortiert. Mit den dann verbliebenen 20 Top-Kandidaten fahren wir zum Showdown ins Contidrom, das Reifenprüfgelände der Continental AG im Allertal. Die für das Kostenkapitel maßgeblichen Abriebtests werden auf geeichten Rollenprüfständen des Reifenherstellers Bridgestone durchgeführt.

Das Schneeflockensymbol auf der Reifenflanke garantiert die geprüfte Schneetauglichkeit moderner Reifen. Die früher übliche M+S-Kennzeichnung galt bei einer Kontrolle nur für vor 2018 gebaute Reifen und nur bis Ende September 2024!
Bild: Anuscha Sonntag / AUTO BILD
Wir haben jeden der 20 Reifen intensiv unter Bedingungen wie nasser, trockener und verschneiter Fahrbahn geprüft. Außerdem haben wir auch das Preis-Leistungs-Verhältnis der Reifen untersucht. Nachfolgend finden Sie die detaillierten Ergebnisse.
Auf nasser Piste

Auf der bewässerten Kreisbahn wird die maximale Seitenführung ausgetestet.
Bild: Anuscha Sonntag / AUTO BILD
Natürlich liegt im Winter nicht immer nur Schnee und Eis: Aus diesem Grund muss ein Winterreifen auch bei Nässe und sogar sommerlichen Temperaturen gut funktionieren. Zum Vergleich haben wir bei allen Disziplinen auch einen Sommerreifen mitgetestet. Beim Aquaplaning auf gerader und kurviger Strecke performen die Winterreifen besser als der Sommerreifen, hier liegt Hankooks Winter i*cept RS3 vorn, gefolgt vom Conti WinterContact TS 870. Anders sieht es bei einer Vollbremsung aus Tempo 100 aus: Die Leistung des Sommerreifens ist nicht zu toppen, bis zu acht Meter beträgt der Unterschied.
Auf verschneiter Piste
Gleich drei Reifen müssen sich beim Bremstest auf Schnee den ersten Platz teilen: Sowohl der Semperit Speed-Grip 5 als auch der Hankook Winter i*cept RS3 und der Continental WinterContact TS 870 kommen bei den Bremsungen aus Tempo 50 nach 29,1 Metern zum Stehen. Ebenfalls beim Slalom, der die Seitenführungsqualitäten eines Reifens widerspiegelt, hat der Hankook die Nase vorn, teilt sich aber die Top-Platzierung mit der Konkurrenz von Giti und Dunlop.

Auf dem Handling-Parcours überzeugen die Schneekönige von Giti und GT Radial.
Bild: Anuscha Sonntag / AUTO BILD
Der Giti Winter W2 vermittelt auf schneebedeckter Piste genügend Sicherheitsreserven und landet somit überraschend auf Platz eins des Handlingtests. Bei der Traktionsmessung erreicht Dunlop die besten Werte und holt sich somit den Sieg des Testkapitels. Wirkliche Ausrutscher haben wir auf Schnee nicht finden können, einzig der Winter V906 Plus von Yokohama muss sich mit einer nur befriedigenden Kapitelnote zufriedengeben.
Auf trockener Piste

Bild: Anuscha Sonntag / AUTO BILD
Winterreifen sind wahre Leisetreter: Durch die weichere Gummimischung sind die Winter-Pneus leiser als der mitgetestete Sommerreifen, wobei der Giti den geringsten Ausschlag an den Messinstrumenten verursacht. Sowohl beim Bremsen als auch beim Handling kommen die Winterreifen nicht an die Leistung des Sommerreifens heran, Conti und Bridgestone bieten aber durchaus dynamische Qualitäten. Schwammig wird es auf den Kandidaten von GT Radial und Firestone. Beim Bremsen kommt der Kumho WinterCraft WP52 vor dem mitgetesteten Allseason zum Stehen, die Bremswege von Fulda und Firestone geraten dagegen zu lang.
Die Kosten

Bild: Anuscha Sonntag / AUTO BILD
Preisfüchse, aufgepasst: Ein in der Anschaffung hochpreisiger Reifen kann sich über seine gesamte Lebensdauer gesehen durchaus rechnen, wenn die Laufleistung ein langes Reifenleben garantiert und der Rollwiderstand für einen niedrigen Kraftstoffverbrauch sorgt. Der Michelin als teuerster Reifen landet im Kostenkapitel immerhin auf dem vierten Platz. Noch günstiger fährt es sich mit den Kilometerfressern Marke Semperit und Dunlop.

Bild: Anuscha Sonntag / AUTO BILD
Die Sonderauszeichnung "Eco-Meister des Jahres" kann in dieser Wintersaison aber das Spartalent Winter i*cept RS3 von Hankook einfahren. Seine überragende Kilometerleistung, der moderate Preis und sein niedriger Rollwiderstand machen ihn verdient zum unangefochtenem Gewinner des Kostenkapitels. Die Kandidaten mit geringer Laufleistung wie Kumho, Yokohama oder Firestone am unteren Ende des Balkendiagramms haben dagegen keine Chance auf eine Sparsamkeitsmedaille, daran kann dann nicht einmal ein günstiger Preis etwas ändern. Den niedrigsten Rollwiderstand sichert sich in unserem Vergleich der Polaris 5 von Barum.
Die Situation auf dem Reifenmarkt wird zunehmend unübersichtlicher. Der Autofahrer und Kunde wird von der Vielzahl der angebotenen Produkte schlichtweg überrollt. Ein Reifentest bringt Licht ins Dunkel und schützt vor der Fehlinvestition in Reifen, die über keine oder nur geringe Sicherheitsreserven verfügen. Maximale Sicherheit bieten die vier hochpreisigen Premiumprodukte von Continental, Goodyear, Bridgestone und Michelin. Ohne Ausrutscher und zu einem fairen Preis ist aber auch der Semperit Speed-Grip 5 (Zweitmarke von Continental) zu empfehlen.

Guter Grip hilft beim Anfahren am Berg und an vereisten Kreuzungen.
Bild: Anuscha Sonntag / AUTO BILD
Testsieger: Continental WinterContact TS870 (91 H)
Hinweis
Der Reifentest wurde unterstützt von Apollo, Barum, BF Goodrich, Bridgestone, Continental, Dunlop, Firestone, Fulda, Giti, Goodyear, GT Radial, Hankook, Kleber, Kumho, Michelin, Pirelli, Semperit, Toyo, Uniroyal, Vredestein und Yokohama. Unsere Standards zu Transparenz und journalistischer Unabhängigkeit finden Sie unter go2.as/unabhaengigkeit.
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