Alles wird teurer, und gerade die Energiekosten sind zurzeit ein übler Preistreiber. Ärgerlich, denn man kommt nicht darum herum, die Wohnung zu heizen und das Auto zu tanken. Jetzt ist es Zeit für eine Kostenkontrolle! Wohin versickert das Geld? Beim Auto sind es im Groben vier Bereiche: Fahrzeugkauf, Kraftstoff, Versicherung und Werkstatt. Wir haben es der Übersichtlichkeit halber noch etwas feiner unterteilt, geben zusätzlich Tipps zum Sparen bei Ersatzteilen, Fahrzeugzubehör, auf Reisen und zeigen, wie man mit dem Auto sogar Geld verdienen kann.

1. Sparen beim Kraftstoff

> Preise vergleichen: Die Fahrt zur Tankstelle ist derzeit kein Vergnügen. Waren wir 2020, zu Beginn der Pandemie, bei einem Diesel-Preis um einen Euro, kratzt er zurzeit an der 1,70-Marke. Vor allem als Pendler hat man keine Wahl, man muss an die Säule, den teuren Sprit zapfen. Aber es gibt ein paar Möglichkeiten, die hohen Belastungen zu senken. Tankstellen sind verpflichtet, ihre Kraftstoffpreise der Markttransparenzstelle zu melden. Und diese Pflicht nutzen Spritspar-Apps, kennen die billigste Tankstelle in Ihrer Nähe. Ersparnis: bis zu zwölf Prozent.

> Vorausschauend tanken: Über den Tag verändern die Tankstellen bis zu siebenmal die Preise. Die Erfahrung hat gezeigt, morgens um sieben Uhr ist der Kraftstoff am teuersten, auch um 16 Uhr gibt es eine Preisspitze, gerade dann sind viele Pendler unterwegs. Wer preiswert tanken möchte, fährt zwischen 18 und 19 Uhr oder 20 und 21 Uhr an die Kraftstoffsäule. Ersparnis: bis zu acht Prozent.

> Kraftstoffqualität:
Die meisten Motoren sind genügsam, ihnen reicht Super oder konventioneller Diesel. Die wenigsten Motoren können die hohe Oktanzahl von Premiumkraftstoffen ausnutzen. Auch die Verwendung von E10 (Bioethanol-Anteil liegt hier um fünf Prozent höher als bei E5) ist für die meisten Benziner problemlos möglich. Allerdings gibt es hier starke Schwankungen beim Preisvorteil, Stand 24. Januar sind es circa sechs Cent. Ersparnis: drei Prozent.

> Spritspartraining: Wer richtig viel sparen möchte, kann ein professionelles Spritspartraining machen. Hier wird gezeigt, wie man vorausschauend fährt, bei welcher Drehzahl geschaltet werden sollte oder wie sich die Fahrzeugtechnik auf den Verbrauch auswirkt. Ersparnis: bis zu 25 Prozent.

> Technik: Verdreckter Luftfilter, alte Zündkerzen – eine Fahrzeuginspektion kann Kraftstoff sparen, ein fitter Motor läuft sauberer und genügsamer. Beim Reifenkauf auf das Reifenlabel achten, die sparsamsten Pneus bekommen ein A. Auch das Erhöhen des Reifendrucks kann den Verbrauch senken, verschlechtert aber den Abrollkomfort. Ersparnis: bis zu zehn Prozent.
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2. Sparen bei Werkstatt und Ersatzteilen

> Vertragswerkstatt: Neuwagenbesitzer zieht es in die Werkstatt des Autobauers, das ist aber nicht zwingend notwendig. Repariert eine freie Werkstatt nach Herstellervorgaben, werden die Garantiebedingungen eingehalten. Anders sieht es bei der Kulanz aus, das ist eine freiwillige Leistung und wird in der Regel für Autos zwischen drei und fünf Jahren gegeben – Kulanz gibt es nach dem Besuch einer freien Werkstatt meist nicht. Ersparnis: bis zu 40 Prozent.

> Stadt-Land-Vergleich:
Bei aufwendigen Reparaturen lohnt es, den Suchradius auszudehnen. Da eine Werkstatt auf dem Land anders kalkulieren kann als eine Werkstatt in der Stadt. Es ist aber immer die An- und Abreise miteinzukalkulieren. Ersparnis: bis zu 50 Prozent.

> Aktionen nutzen: Gerade zur Urlaubszeit oder zum Wechsel der Jahreszeiten bieten Werkstätten Aktionen an. Das kann ein preiswerter Klimacheck sein, eine Urlaubsinspektion oder ein Reifenwechselspezial. Werkstätten nutzen diese Werbemaßnahmen, um Kundenkontakte zu generieren und dabei eventuell weitere Reparaturen durchzuführen. Ersparnis: bis zu 25 Prozent.

> Smart Repair: Gerade nach kleineren Unfällen lässt sich durch das Rausdrücken von Dellen und das Anlackieren von Lackschäden viel Geld sparen. Ersparnis: bis zu 80 Prozent.
> Nachbauteile oder Identteile: Nachbauteile können sich in der Qualität vom Original unterscheiden, schlechter oder besser sein. Identteile sind gleich, kommen aus derselben Produktion wie ein Originalteil, besitzen aber kein Logo des Autobauers. Ersparnis: bis zu 50 Prozent.

> Reparieren: Selbst komplizierte Technik muss nicht zwingend getauscht werden. Ob Steuergeräte, Turbolader oder Lichtmaschinen: Für die meisten Baugruppen am Auto finden sich Spezialisten, die defekte Bauteile instand setzen können. Ersparnis: bis zu 60 Prozent.

> Gebrauchte Ersatzteile: Autoverwerter bieten Ersatzteile aus Schlachtfahrzeugen an. Wer möchte, kann auf einigen Schrottplätzen die Teile selbst ausbauen, die meisten Verwerter versenden aber auch auf Lager liegende Teile. Ersparnis: bis zu 80 Prozent.

Sparen bei der Kfz-Versicherung

> Versicherungsvergleich: Bei einer Neuzulassung, Ummeldung oder im Herbst, wenn sich Altverträge kündigen lassen, lohnt ein Preisvergleich der unterschiedlichen Versicherungsgesellschaften. Ersparnis: bis zu 20 Prozent.

> Persönliche Angaben:
Wie viele Fahrer nutzen ein Auto, und wie alt sind sie? Gibt es einen Garagenplatz? Wie hoch ist die jährliche Fahrleistung? Alles Angaben, die sich in der Höhe des Beitrags bemerkbar machen. Ersparnis: bis zu zehn Prozent.

> Altvertrag: Hat man beispielsweise schon lange ein Motorrad angemeldet, kann es sich lohnen, ein neues Auto auf diesen Vertrag anzumelden und für das Motorrad eine neue Police abzuschließen. Ersparnis: bis zu 50 Prozent.

> Fahranfänger: Die Policen für Fahranfänger sind teuer. Viele Versicherungen bieten die Übertragung eines Rabattes auf ein Familienmitglied an, lohnt beispielsweise, wenn der Zweitwagen nicht mehr gebraucht wird. Ersparnis: bis zu 60 Prozent.

> Fahrzeugkauf: Stehen beim Kauf mehrere Pkw-Modelle zur Auswahl, lässt sich durch einen Vergleich der Typklassen sparen. Ersparnis: bis zu 30 Prozent.

> Unfall: Nach einem selbstverschuldeten Unfall verschlechtert sich die Schadenfreiheitsklasse. Ein kostenpflichtiger Rabattschutz verhindert das. Noch besser: Rabattretter, die sind kostenlos.
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Sparen beim Autokauf

> Kaufprämie für E-Autos: Die bisherige Innovationsprämie für reine E-Autos und Plug-in-Hybride läuft noch bis Ende 2022. Neben neuen Modellen kann die Prämie unter bestimmten Bedingungen auch für gebrauchte und geleaste Stromer beantragt werden. Ersparnis: bis zu 9000 Euro.

> Sondermodelle: Wer sein neues Auto nicht unbedingt frei konfigurieren muss und trotzdem auf eine gute Ausstattung nicht verzichten will, ist mit einem Sondermodell in der Regel gut bedient. Ersparnis: zum Teil mehrere Tausend Euro.

> Tageszulassungen/Vorführwagen: Sind neuwertige Lagerfahrzeuge mit niedrigem Kilometerstand von Vertragshändlern, die nur pro forma für kurze Zeit angemeldet waren. Ersparnis: zehn bis zu 25 Prozent.

> Jahreswagen: Das sind junge Gebrauchte, deren Erstzulassung nicht länger als zwölf Monate zurückliegt. In der Regel mit Garantie, gut ausgestattet und wenig Kilometern. Ersparnis: bis zu 40 Prozent.

Sparen bei Zubehör und Extras

> Smartphone statt Multimedia-Extras: Moderne Smartphones sind kleine Computer und können auch mit preiswerten Autoradios verbunden werden. Mit einer Handyhalterung und einer stabilen Internetverbindung gelingen Navigation und Entertainment zum kleinen Preis. Ersparnis: viele Hundert Euro.

> Mobiler Sound: Verbinden Sie mit Bluetooth oder Kabel eine kompakte Soundbox mit dem Handy und sorgen Sie so für einen guten Klang im Fahrzeug. Ersparnis: viele Hundert Euro.

> Gebrauchtes Zubehör: Dachboxen, Fahrradträger oder Schneeketten kommen nur selten zum Einsatz, der Kauf als Gebrauchtteil ist eine Überlegung wert. Teilen Sie sich dieses Zubehör mit Familie und Freunden. Ersparnis: oft bis zu 50 Prozent.

> Wallbox-Prämie:
Auch wenn die staatliche Förderung für eine private Ladestation von 900 Euro ausgelaufen ist, gibt es noch immer Prämien für die Installation von Bundesländern, Kommunen und Energieversorgern. Ersparnis: bis zu 50 Prozent.
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Sparen beim Reisen

> Autohöfe ansteuern: Steuern Sie Autohöfe links und rechts der Autobahnen an. Dort ist der Sprit im Vergleich zur Autobahnraststätte wesentlich günstiger. Das gilt auch für die meisten Artikel in den Shops. Ersparnis: bis zu 29 Cent/Liter.

> Mautstrecken umfahren: Wer es nicht eilig hat, kann fast überall in Europa die gebührenpflichtigen Autobahnen und Tunnel meiden. Ersparnis: 5 bis 21 Euro/100 km.

> Proviant selber machen: Nehmen Sie Essen und Trinken von zu Hause mit. Das ist leckerer, gesünder und wesentlich günstiger als an der Raststätte. Ersparnis: unbezahlbar.

Mit dem Auto Geld verdienen

> THG-Quote: Seit Anfang 2022 können Besitzer von umweltfreundlichen E-Autos mit dem Handel von Emissionszertifikaten zusätzlich verdienen. Ersparnis: bis zu 350 Euro/Jahr.

> Mitfahrzentralen: Sind Sie Pendler und fahren täglich eine längere Route? Dann nehmen Sie doch Personen mit, die das gleiche Ziel haben. Entsprechende Plattformen finden Sie im Netz. Ersparnis: 5-7 Euro/100 km/Passagier.

> Fahrgemeinschaften: Teilen Sie sich mit Kollegen aus der näheren Umgebung ein Auto für die Fahrt zur Arbeit. Das senkt die Kosten, schont Nerven und die Umwelt. Ersparnis: bis zu 75 Prozent.

> Werbung: Wenn es Ihnen egal ist, wie Ihr Auto aussieht, dann wandeln Sie es in eine fahrende Litfaßsäule um und entlasten Ihren Geldbeutel. Ersparnis: bis zu 360 Euro monatlich.

Fazit

Kraftstoff ist teuer, und daran ändern auch unsere Tipps nichts. Durch angepasstes Fahren, gepflegte Fahrzeugtechnik und das Vergleichen von Preisen lässt sich zumindest etwas Geld sparen – und so die Haushaltskasse schonen.